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 Betreff des Beitrags: Wie bildet sich der Naturboden ?
BeitragVerfasst: Mi 24. Aug 2011, 22:12 
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Wie bildet sich der Naturboden ?

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Was ihr dazu wohl zu sagen habt .. ?

Meinen "Senf" gebe ich später obendrauf, bin fix und fertig vom Scannen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie bildet sich der Naturboden ?
BeitragVerfasst: Do 25. Aug 2011, 11:39 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 598
Wie immer bei Annie: Viel Gerede - mit durchaus schönen Worten - um den heißen Humusbrei. Am Ende ist man so schlau wie zuvor. Was sie da schreibt, hat Raoul schon in "Wege zur Natur" genau so beschrieben, sogar mit den gleichen Worten. Nur in heimischen Seen statt mysthischen Maya-Wäldern.

Oder weißt Du jetzt, was zu tun ist?

Jedenfalls ein schönes Fundstück. Ich habe daher den Text abgetippt - zur Archivierung. Der Text beginnt hier.

- - -

Wie bildet sich der Naturboden?
von Annie Francé-Harrar.

Um zu wissen, wie krank, wie schonungsbedürftig, wie notwendig zu regenerieren ein Boden ist, muß man eigentlich wissen, wie ein gesunder Boden aussieht, der alle diese Mangelerscheinungen noch nicht oder überhaupt nicht hat.

Denn nur dann kann man vergleichen, was zu tun und was zu unterlassen ist.

Nun gibt es leider nur noch wenige wirklich gesunde Böden, die als optimal bezeichnet werden können. Und die sind in verschollenen Weltwinkeln, oft auch in anderen Breitengraden und jedenfalls schwer erreichbar. Infolgedessen können nur selten Bodenforscher von sich sagen, daß sie wirklich eine genaue Vorstellung davon haben, wie ein Naturboden aussieht oder doch aussehen sollte. Und darum kennt auch der Landwirt in Europa einzig und allein seinen Kulturboden, der jedoch ganz andere Eigenschaften aufweist, als der Naturboden. Er bildet sich auch - vorausgesetzt, daß er sich überhaupt neu bildet - unter ganz anderen Umständen. Es ist derselbe Unterschied, wie zwischen Bakterien einer Monokultur, die man im Thermostaten erzieht und denselben Bakterien, die im Freiland zusammen mit ihren natürlichen Lebensgemeinschaften existieren, in die seit vielen Jahrmillionen ihre ganze engere Bioszönose eingeordnet ist.

Dadurch, daß ich einen wesentlichen Teil meines Lebens nicht nur im Ausland, sondern auch in teilweise recht wenig bekannten Gebieten anderer Kontinente verbrachte, habe ich eine recht gute Vorstellung, wie es sich mit Naturböden verhält. Jedermann, der mit ihnen gearbeitet hat, weiß, daß vieles, was über sie erzählt wird, keineswegs den Tatsachen entspricht. Sie sind weder unbeschränkt fruchtbar, noch kann man sie ohne Regeneration unbeschränkte Zeit ausnützen.

Kein Boden ist ja überhaupt eine Konstante, die Ewigkeitswert besitzt. Wenn man so wie ich fas ein halbes Jahrhundert lang Bodenforschung betreibt, so kann man sich der Tatsache nicht entziehen, daß ein Boden, der einmal zu bebauen begonnen wurde, verhältnismäßig schnell zugrunde gerichtet werden kann. Der Landwirt hat alle Ursache, sich genau darüber zu informieren, was seinem Boden schadet und was nicht. Die Meinung, man könne unbeschadet jahrzehntelang aus seinem Acker oder Garten das Maximum herausholen, ohne ihm einen organischen Ersatz zu geben, ist irrig und rächt sich bei eigensinniger Durchführung auf das bitterste.

Prinzipiell kann ein Boden im "Aufbau" oder im "Verfall" sein, und der Besitzer sollte die jeweiligen Erscheinungen in seinem eigenen Interesse gut kennen. Er kann dann in beide Entwicklungen zu seinen Gunsten eingreifen. Manchmal genügt ein Menschenalter, um ein ansehnliches Humuskapital zu verschwenden. Manchmal kann man in ein paar Generationen aus einem wenig ertragfähigen Boden ein recht brauchbares Feld machen. Naturkatastrophen, die sich ja an sich nicht allzuoft ereignen, spielen dabei keine große Rolle. Die größte Katastrophe für den Boden ist bis heute der Mensch. Nicht, weil er ihn bebaut, sondern weil er sich noch immer nicht darüber im Klaren ist, wie er ihn bebauen, erhalten und zugleich verbessern kann. Denn das ist das, was die Landwirtschaft von morgen lernen muß.

Ein Naturboden ist zwar im allgemeinen viel weniger unstabil, als es alte Kulturböden sind. Dennoch hat auch er seine Entwicklungen, die miteinander nicht immer im Einklang zu stehen brauchen. Die Sage vom unerschöpflichen Reichtum eines Urwaldes ist zwar manchmal wahr, aber oft genug wirklich nur eine schöne Sage. Es gibt gewaltige Landgebiete, wo aus geologischen Ursachen die Humusbildung langsamer geht und mit Schwierigkeiten zu kämpfen, als die Überfülle an Pflanzenwuchs, die zu jedem Urwald gehört, es erfordern würde. Es ist durchaus kein Zufall (abgesehen davon, daß es in unserer kausalen Welt überhaupt keine Zufälle gibt), daß ein hoher Prozentsatz der Urwaldgewächse sich auf ein Dasein als Überpflanze eingerichtet hat. Das ist nicht nur, wie man zumeist annimmt, eine Baumfrage. Mehr oder weniger alle Epiphyten besitzen Apparaturen, mit deren Hilfe sie Humus speichern, zuweilen sogar ganz regelrecht machen können. Sie verwenden dabei ihre eigenen Wurzelmäntel, Luftwurzeln, dürren Blatt- und Blütenreste und als Grundstock die auf den Rinden ihres Wirtes angesiedelte Mikroflora.

Dadurch sind sie unabhängig vom Boden und den gewöhnlich recht ungünstigen Lichtverhältnissen unten. Wenn alles das, was in einem Urwald auf, über, unter und nebeneinander wild üppig wächst, sich vom Erdboden ernähren müßte, so wäre kein Urwaldboden reich genug, um Nährstoffe und Nährgase in genügender Menge zu liefern.

Ich habe immer wieder Gelegenheit gehabt, echte Natur- und Urwaldböden zu untersuchen und zu beobachten. Das ist sehr aufschlußreich. Vor allem lernt man dabei die Verschiedenheit ihrer Entstehung und ihrer Lebensbedingungen kennen. Wo sie nicht ausgeplündert werden, liegt ihrer Entstehung eine ausgezeichnete Organisation zugrunde. Ich habe sehr viel davon gelernt, als ich anfing, selber einen wirklichen und hochwertigen Humus herzustellen.

Im Prinzip gibt es zwei Typen, die nicht nur durch ihr Alter, sondern auch durch die Vorbedingungen ihrer Entstehung verschieden sind, sogar, wenn oben dieselben Klimaverhältnisse herrschen. Der eine Typus geht von den nördlich gemäßigten Ländern bis zu den Äquatorialen. Er umfaßt alle Gebirge, soweit sie die Almengrenze nicht überschreiten. Ob Urgestein oder Kalkberge, spielt keine Rolle. Denn beide Gesteinsgruppen werden von den gleichen Gruppen von Mikroorganismen umgewandelt. Deren Körperstruktur ist berechnet, daß das Kleinwesen ein Dasein führen kann, das sozusagen nur aus Extremen besteht. Es ist angepasst an Temperaturen, die annähernd 60°C umfassen. Es verkocht also nicht in der Hitze - einige leben auch in dampfenden Geisern - und ebensowenig erfriert und vereist es in arktischer Kälte. Gegen beides schützt es sein dicker Kolloidmantel, durch den es außerdem Feuchtigkeit, Nährinfusion und wahrscheinlich chemische Stoffe zur Aufschließung der unterschiedlichsten Mineralien herstellt und speichert.

Ein wichtiger Teil der Erosion wird durch diese "Steinlebenden" geleistet. Sie bilden Spaltenhumus in Bruchspalten und Gesteinsadern, die durch die Atmossphärilien entstanden sind. Damit lockern sich gewaltige Blöcke. Felswände verwandeln sich in Schuttgeröll und stürzen zu Tal. Mit ihnen stürzen Millionen von Mikroalgen (?), Bakterien und andere Kleinstlebewesen, welche nicht eine Sekunde in ihrer Tätigkeit nachlassen. Denn davon leben sie seit Erdzeitaltern. Alles, was die Erosion der Gebirge liefert, passiert viele Male ihren unsichtabren winzigen Körper.

Wenn die erste Gruppe die Groberosion beginnt und an der Zerstörung der Berge beteiligt ist, so übernimmt die zweite die Fein- bis Feinsterosion. Gletscherbäche und Alpenflüsse, welche auf ihrem Grund die Geschiebe zu feinstem Sand zermahlen, haben in allen Erdteilen ihre übereinstimmenden Erscheinungen. Der Unterschied besteht nur darin, daß in dem zivilisierten Ländern die natürlichen Stromsysteme als Kanäle und zur Reinigung der menschlichen und industriellen Abfälle verwendet werden. Das verändert nicht nur ihre chemischen Eigenschaften, sondern vor allem ihre Lebewelt. Alle Organismen, die an der Fäulnis in irgendwelcher Weise beteiligt sind, hören auf, an der Umwandlung der mineralischen Erosion mitzuarbeiten. Es treten ganz andere Gruppen mit ganz anderen Lebensbedingungen in Erscheinung, die nur Organisches und Zerfallsprodukte, auf welche sie oft genau spezialisiert sind, zersetzen. Eine der Folgen unserer gegenwärtigen, sehr ungenügenden Abwasserwirtschaft ist darum, daß in den starkbesiedelten Gebieten die Aufarbeitung der mineralischen Erosion fast stille gelegt wird, weil eben die Wasserstraßen und Seen eine polysaprobe Lebewelt hervorgebracht haben, die ausschließlich nur im Trümmerwerk der Verschmutzung existieren können.

Nur Urwaldflüsse besitzen heute noch jene Reinheit, die in den Ablauf der ersten Stadien neuer Bodenbildung hineinsehen läßt. Selbstverständlich schleppen die regelmäßigen Überschwemmungen in dem dazugehörigen Monaten auch genug Unrat zu Tal. Aber seinerzeitige genaue Untersuchungen, die wir während der Hochflut am Nil anstellten, zeigten doch, daß dieser Strom auch heute noch trotz der Absperrung bei Philae Gewaltiges an Erosionsaufarbeitung leistet. Wo das nicht geschieht - vor allem in Europa und auch in den bevölkerten Gebieten der U.S.A. - treten Störungen in den Abläufen der Erosionsverwertung für Bodenneubildung ein, an die heute kaum erst jemand denkt. Man wird sich aber bald genug mit allen diesen Fragen befassen müssen, weil die Folgen bei Fortsetzung in die Existenz der Kontinente eingreifen können.

Eines der besten Beispiele für die Wichtigkeit dieser Vorgänge, die fast völlig in den Rahmen der Bodenforschung gehören, sind meine Untersuchungen, die ich an Material aus der Indianerreservation am westlichen Rande Mexikos, nahe an der Grenze von Guatemala durchführen konnte. Die Karten zeigen dort einen mehr oder weniger weißen Fleck. Die Urwälder werden nur ganz selten begangen. Man weiß, daß dort familienweise letzte Nachkommen der alten Mayas wohnen, die sich heute Lakandonen nennen und nicht spanisch, sondern Maya sprechen. Wie ihre Vorfahren leben sie von Mais, den sie mit einer vortrefflichen Grabstockkultur bei ihren Hütten bauen. Ein wunderbar blauer Urwaldfluß, der Uzumaeinta, zieht sich mit einem ganzen Netz von Zuflüssen durch das Gelände, in dem es noch unbetretene Grabmäler und Tempel, über die der Urwald gewachsen ist.

Hier vollziehen sich die Abläufe, die nach so lange unbekannten Gesetzen einst in der Frühzeit der Menschheit überall Humus gebildet haben. Sie sind biologisch gesteuert, obgleich eine ganze Reihe von chemischen und bio-chemischen Prozessen darin verwoben sind. Es handelt sich um einen ganzen großen Komplex von teils organischen, teils anorganischen Umwandlungen, die ständig ineinander einmünden und sich ebenso durchkreuzen. Heute sind sie als Ganzheit noch keineswegs durchschaut.

Bei allen Wildflüssen bilden sich Druck- und Zuglinien innerhalb des Strombettes heraus, die oft genug diagonal verlaufen. Danach reguliert sich die Strömung. Wo sie sehr viel verlangsamt dahinzieht, bilden sich rasch zungenförmige Halbinseln, die sich soweit als möglich ins Wasser hinaus vorschieben. Sie sind bestanden von starkstämmigen meist großblättrigen Gewächsen, unter denen Marantaceen, Strelitzien, Canna-Arten und tropische Begonien überwiegen. Meist werden außen auch noch flutende Eihornien und Pontederiagewächse angetrieben, die nach einer Weile sich dann ablösen und weiterschwimmen. Büsche gibt es erst weiter landeinwärts. Hohe Bäume mit schweren Lasten von Lianen und Überpflanzen - Orchideen und Bromeliaceen stellen im tropischen Amerika das größte Kontingent - wagen sich niemals auf so ungewissen Boden vor.

Das mineralische Übergewicht einer solchen Bodenprobe außen am Rande der Strömung glitzert von vielen kleinsten Silikat- und Glimmersplittern. Die WElt ist hier seit mindestens einem Erdzeitalter vulkanisch, daher kalkarm. Wäre sie es nicht, so würde das kohlensäurehaltige Wasser die Kalkkonkremente zum Teil bereits aufgelöst haben. Silikatkristalle dagegen werden bei ihrer Glashärte erst fein zerrieben und dann erst erfolgt meist der organische Umbau.

Das konnte man deutlich verfolgen. Freilich erst im Mikroskop meines Laboratoriums. Splitter von 150-15 Tausendstel Millimeter waren überall an den scharfen Ecken und Kanten abgestumpft und dunkel bewachsen. Das bedeutete, sie standen bereits in der ersten Phase ihrer Zersetzung durch jene rätselhaften Gruppen von Liliputalgen, auf die man bisher viel zu wenig geachtet hat. Die ersten Untersuchungen begannen R. H. Francé und einige seiner Schüler im Jahre 1914. Sie gaben [ihnen] auch den Namen "Lithobionten", als sie aus den "Tintenstrichen" in den ?-alpen die erste Auswahl dieses "Lebens auf dem Stein" zusammenstellten und sich über ihre Lebensfunktionen die ersten Gedanken machten.

Die Unterschiede zwischen den Arten, welche oben im Gebirge Grattürme und Steilwände in bröckeligen Grus verwandeln, und jenen, die von Wildbächen bis zu den Strömen der Ebenen in den Verlandungszonen tätig sind, ist nicht allzu groß. Es handelt sich da und dort fast ausschließlich um sehr winzige Formen von grünen oder blaugrünen Mikroalgen. Bei der ersten Besiedelung spielen die einzelligen Tiere fast noch keine Rolle. Alle produzieren sie Kolloidmäntel, z.T. von erheblichen Durchmesser, in denen, wie etwa bei den Cloeocapsa-Arten, einzelne Chlorophyllzellen eingebettet liegen, wie Kerne in einer Frucht. Wir wissen heute nicht genau, wie sie die Aufschließung der Mineralien bewältigen. Aber man kann im Mikroskop sehr gut beobachten, daß sie es tun. Sehr kompakte Grauwacke, die hart und ohne viele Spalten ist, wird von der Lebensgemeinschaft der Lithobionten so zersetzt, daß man sie ohne Umstände in der Hand zerbrechen kann. Es bleibt nichts übrig von einem dieser ältesten Urgesteine der Erde, als ein grauer, schmieriger Brei, der sich im Präparat in ein Gewimmel feinster Kristalle auflöst, in dem sich unzählige einzellige Algen, zarteste Fadenalgen, ein paar steinliebende Strahlenpilze und fluoreszente Kolonien von Silikatbakterien finden. Hie und da, besonders bei dem Flußsand bewohnenden, gibt es auch schon sehr kleine Kieselalgen, alle schiffchenförmig und mit goldbraunen Chloroplasten, die ebenfalls zur Photosynthese fähig sind.

Diese Photosynthese steuert bereits Nitrogen bei, während Kali und Phosphorverbimndungen, Carbonate, Schwefel, Mangan, Magnesium, Kalk oder Silizium aus den umgewandelten Mineralien übernommen und als körperaufbauende Substanzen verwendet werden. Mit anderen Worten, sie werden aus dem anorganischen Kreislauf in den um so vieles gestaltenreicheren organisch hineingerissen, in dem sie nun überschaubar lange von Pflanze zu Tier und Mensch wandern. Zugleich wird damit aber auch die erste Basis zur Humusbildung gelegt, weil ja schließlich jedes Lebewesen irgendwann und irgendwo einmal in die Erde, zur Auflösung und zu neuem Gestaltungszyklus gelangt. Chemisch gesehen, sind also schon sehr früh die Vorbedingungen zu fruchtbarer Erde geschaffen. Biologisch betrachtet, ist das alles freilich erst ein kleiner und sehr bescheidener Anfang der großen Umwandlung vom Mineralischen zum Leben. Damit Humus daraus wird, dauert es noch eine gute Weile. Doch muß man wohl annehmen, daß in der europäischen Vorzeit seine Entstehung aus Urwaldströmen nicht um vieles anderes war, als sie heute in diesem verschollenen alten Mayagebiet vor sich geht. Jedenfalls ging sie hier wie dort über die Erosion, die damit auf einmal einen ganz anderen und viel positiveren Sinn bekommt.

Mit einmal versteht man, daß hier grundlegende Begriffe geändert werden müssen. Die Allgemeinheit steht immer noch auf dem Standpunkt, daß die Bodenerneuerung in erster Linie über den Ersatz der organischen Substanz zu gehen hat. Infolgedessen bemüht sich die Landwirtschaft, ihre Quote nach Möglichkeit durch Düngung zu erhöhen. Es ist sehr anschaulich, hier einmal die Rechnung aufzustellen, welch die natürlichen Verhältnisse zu Worte kommen läßt. Bekanntlich gilt in Deutschland und überhaupt in Mitteleuropa ein Boden als fruchtbar, wenn er 2 % organische Substanz und sogar noch darüber enthält. Die übrigen 98-95 % teilt man meistens so auf, daß man einen Wassergehalt von 20-30 % annimmt, wozu noch einige Prozente eines allerdings meist disharmonischen und sehr verarmten Bodenlebens kommen. In dem verbleibenden Rest, der auch Nährsalze, wenn es gut geht, noch unaufgeschlossene organische Reste und ähnliches aufweist, ist jedoch die ganze mineralische Komponente vorhanden. Sie stammt immer aus der Erosion und sollte durch die Arbeit der Lithobionten für die Humusbildung nutzbar gemacht werden - vorausgesetzt, daß die erste und sehr wichtige Phase durch Boden. und Wasserverseuchung nicht empfindlich gestört wird. Das hat dann zur Folge, daß anstelle eines sauberen Flußsandes, der von genügend Licht durchdrungen wird, sich Barren jenes giftigen, stinkenden Sapropels bilden, in denen sich die nicht weniger giftigen reinen Abbauorganismen zusammenfinden. In Sachen der mineralischen Aufschließung geschieht überhaupt nichts mehr. Dafür kann man in solchen Gewässern weder baden, noch sonstwie nützen, sondern muß alles tun, daß man nicht den Infektionen, die von dort ausgehen, zum Opfer fällt.

Jenes Material von Uzumacinta war das appetitlichste, das man sich nur vorstellen kann. Man konnte keinerlei Abbauorganismen darin feststellen. Dagegen war es zartgrün durchschimmert. Die "autochtone Mikroflora", auch "Nannedaphon" gennant, war in reicher Auswahl vorhanden. Ganze Kränze von smaragdgrünen Mikroalgen umgaben einzelne Quarzsplitter. Bei anderen waren sie sogar ins Innere der Kristalle gedrungen und erfüllten die feinsten Spalten. Dazwischen hingen ganze Girlanden von schiffchenförmigen Kieselalgen. Algenschwärmer trieben sich strudelnd zwischen ihnen umher. Gegen das Ufer zu war die Bodenbildung schon weiter vorgeschritten. Dort hatte sich bereits dunkler Detritus gebildet, die letzte Vorstufe zum Humus. Sie hing in dicken Flocken zwischen den Wurzeln von Masturtien, die ihrerseits wie gemästet in ganzen Nestern lagen. Und noch weiter hinein hatten sich Zonen von echtem Humus gebildet, die von den Wurzeln der Büsche und Bäume dicht durchsponnen waren. Hier war ein wahres Paradies des Bodenlebens, in dem in reichster Auswahl alle Gruppen vertreten waren und in dem schon die ersten Keimlinge ganze Wurzelnetze von unwahrscheinlicher Ausdehnung entwickelten.

Auf einem Uferstreifen, der kaum 10 Meter Breite besaß, spielte sich gut überschaubar vom ersten Beginn durch die Lithobiontenbesiedelung bis zur optimalen Entfaltung reichsten Urwaldhumus der ganze Vorgang ab, in den Erosion als nutzbringendes Geschehen mit eingebaut war und jeden Schrecken verloren hatte.

Hier also sieht man in das Weltgeschehen der Bodenbildung hinein, durch welche die Menschheit mit Hilfe ihrer Landwirtschaft eine unübersehbar ausgedehnte Zivilisation und Kultur entfalten konnte. Solches Wissen verpflichtet. Denn man erfährt dadurch, was zu tun ist, daß die Bodenerneuerung wieder aufd en richtigen Weg gelenkt wird. Es ist nichts in diesem Prozess, das der Mensch bei richtiger Anwendung dieses Vorbildes nicht benützen könnte. Gewissermaßen kann er aus jedem erschöpften und ermüdeten Kulturboden wieder einen frischen Urboden machen.

- - -

Textende.

Die Textdatei könnt ihr hier herunterladen: http://selbstversorgerforum.de/humus/Naturboden.txt (rechte Maustaste, Speichern als...)

Gruß
Bernhard


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie bildet sich der Naturboden ?
BeitragVerfasst: Do 25. Aug 2011, 11:43 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 598
Bei der Lektüre kamen mir die Ausführungen von Viktor Schauberger in den Sinn. (Aber nicht der Stumpfsinn seiner esoterischen Nachfolger, sondern aus den Originaltexten.)

Ich wette, mit der Förderung von Humusböden kommen auch die Quellen wieder zum Vorschein.

Gruß
Bernhard


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie bildet sich der Naturboden ?
BeitragVerfasst: Do 25. Aug 2011, 20:09 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Bernhard,


"Oder weißt Du jetzt, was zu tun ist?"

Nö. WAS wollen wir denn tun ?


Weißt Du denn was zu tun ist nach der Lektüre von "Wege zur Natur" ?


"Ich habe daher den Text abgetippt"

Es gibt nicht viele, die so etwas für wichtig erachten.

Wer weiß (ich hab vielleicht ne Ahnung) wozu es später mal gut ist. *)

Danke für die Arbeit.


"kommen auch die Quellen wieder zum Vorschein."

Welche Quellen ? Schauberger Original oder die kühlen klaren ?


In Deiner Argumentation kommst Du immer wieder zurück auf "Wege zur Natur".

Für Dich offensichtlich ein Kumulationspunkt in der Erkenntnis über den Boden.


Es wäre hilfreich, wenn Du - in wenigen Worten - beschreiben könntest WELCHE Erkenntnisse hier (ggf. zum ersten Mal) grundlegend beschrieben sind.


Zweitens vielleicht wo - wenn überhaupt - Annie eine selbständige Weiterentwicklung und eine neue Erkenntnis über den Boden beigetragen hat.


Aber auch drittens, was noch offen, also noch zu erforschen ist.
Was uns weder Raoul noch Annie verraten haben.


Dann können wir den Vergleich Raoul - Annie als erledigt betrachten und uns den noch zu lösenden Aufgaben zuwenden.

Macht auch mehr Spaß und motiviert mehr.

Winfried

*)
Ha, mir ist schon eine erste Verwendung eingefallen:

Ich werde den Text Herrn Lübke schicken.
Der wird vor Freude im Quadrat springen - wenn ihn nicht sein Alter und seine Gesundheit daran hindern würden.
Er hat das "Handbuch des Bodenlebens", "Das Leben im Ackerboden" und "Das Edaphon" vor Jahren mit DOS Computer abgeschrieben !
Ham wa alles jetzt im Forum zum Download.
Er kann leider nur Fax empfangen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie bildet sich der Naturboden ?
BeitragVerfasst: Fr 26. Aug 2011, 11:26 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 598
Winfried hat geschrieben:
WAS wollen wir denn tun ?


Na gut, in dem Punkt stimme ich Dir zu - wir wollen jeder was anderes. Ich für meinen Teil, möchte das Konzept Humus in Gänze durchdringen und verstehen. Ich lernte bisher dabei auch sehr viel über Biologie, also über das Leben im Allgemeinen.

Winfried hat geschrieben:
Welche Quellen ? Schauberger Original oder die kühlen klaren ?


Die kühlen, klaren - echten - Quellen. Die Originaltexte von Schauberger habe ich als Buchform. Darin beschreibt er, wie Quellen entstehen. Und was er dazu schreibt, kann ich gut im Zusammenhang mit Humus bringen. Siehe:

Das Wesen des Wassers: Originaltexte
Viktor Schauberger, Jörg Schauberger
ISBN: 978-3038002727


Winfried hat geschrieben:
Es wäre hilfreich, wenn Du - in wenigen Worten - beschreiben könntest WELCHE Erkenntnisse hier (ggf. zum ersten Mal) grundlegend beschrieben sind.


In "Wege der Natur" wird die Lebensgemeinschaft des Edaphons und der Zusammenhang mit der Humusbildung in kurzen und klaren Worten beschrieben. Im Gegensatz zum Werk "Edaphon", das ja erst grundlegende Beobachtungen enthält.
Alle nachfolgenden Texte sind immer wieder nur Wiederholungen dieser Beschreibung, teilweise in abgewandelter Form.

Winfried hat geschrieben:
Zweitens vielleicht wo - wenn überhaupt - Annie eine selbständige Weiterentwicklung und eine neue Erkenntnis über den Boden beigetragen hat.


Eben das kann ich bisher überhaupt nicht erkennen. Im Gegenteil habe ich den Eindruck, daß sie nach dem Tod von Raoul selbst erst lange arbeiten mußte, um das Werk ihres Mannes zu verstehen. Eine weitere, darüber hinausgehende Erkenntnis habe ich bisher nicht gefunden.


Winfried hat geschrieben:
Aber auch drittens, was noch offen, also noch zu erforschen ist.
Was uns weder Raoul noch Annie verraten haben.


Das sagen Annie und Raoul doch selbst:

- Die chemischen/biochemischen Mechanismen der Humusbildung und Aufschließung der Minerale.
- Die Gesamtheit des Edaphons zu erfassen und insbesondere auf seine Nahrungskreisläufe hin zu untersuchen. Stichwort: Bioszönose des Edaphons.
- Die Frage, wie genau Humus gespeichert wird.
- Was Humus genau ist, chemisch, biochemisch.
- Humus und Plasma
- Wie setze ich an welcher Stelle eine Impferde ein?
- Welche anderen Möglichkeiten habe ich, um den Humusaufbau zu verbessern? (Mikroben sind nicht alles! Stichwort: Enzyme!)
- Zusammenhänge zwischen Humus und Gesundheit. Säuren + Aminosäuren + Proteine = ?
- ...

Das sind mir spontan einfallende offene Fragen.

Das sind die offenen Punkte laut Annie (aus dem Text: Wie bildet sich Naturboden?):

- Störungen in den Abläufen der Erosionsverwertung für Bodenneubildung = Wie sehen die Störungen genau aus?
- Zitat: "Es handelt sich um einen ganzen großen Komplex von teils organischen, teils anorganischen Umwandlungen, die ständig ineinander einmünden und sich ebenso durchkreuzen. Heute sind sie als Ganzheit noch keineswegs durchschaut."
- Rolle der Photosynthese (!) beim Humusaufbau.
- Können wir Epiphyten nutzen, um Humusimpfstoffe herzustellen? Siehe Text.
- Welche Stoffe das sind. Zitat: "wahrscheinlich chemische Stoffe zur Aufschließung der unterschiedlichsten Mineralien herstellt und speichert."

Heute ist die Wissenschaft viel weiter - vor allem in der chemischen und biochemischen Erforschung des Humus. So weiß man heute, welche Stoffe zur Aufschließung von Gestein die Lithobionten verwenden. Siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Verwitteru ... rwitterung
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/i ... rwitterung

Auch die Fragen um die Zusammensetzung des Humus und die Frage, wie dieser gespeichert und hergestellt wird ist weitestgehend geklärt.


Winfried hat geschrieben:
Dann können wir den Vergleich Raoul - Annie als erledigt betrachten und uns den noch zu lösenden Aufgaben zuwenden.


Den Vergleich zwischen Raoul und Annie stelle ich allein aus dem Grund an, weil ich zu erkennen glaube, daß Du fast ausschließlich in Annie's Werken stöberst. Sozusagen ist es eine Bitte, auch die Werke von Raoul zusammen zu durchleuchten und zu behandeln.


Winfried hat geschrieben:
Ha, mir ist schon eine erste Verwendung eingefallen:


Das ist die schönste Verwendung für die Arbeit eines Menschen: Jemand anderem eine Freude damit zu machen.

Gruß
Bernhard


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie bildet sich der Naturboden ?
BeitragVerfasst: Fr 16. Sep 2011, 23:07 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Steh aufm Schlauch.

Möchte wissen:

Was sind die "zwei Typen" (von Böden?) ?


Zitat:
Ich habe immer wieder Gelegenheit gehabt, echte Natur- und Urwaldböden zu untersuchen und zu beobachten.

Das ist sehr aufschlußreich. Vor allem lernt man dabei die Verschiedenheit ihrer Entstehung und ihrer Lebensbedingungen kennen.

Wo sie nicht ausgeplündert werden, liegt ihrer Entstehung eine ausgezeichnete Organisation zugrunde.

Ich habe sehr viel davon gelernt, als ich anfing, selber einen wirklichen und hochwertigen Humus herzustellen.


(Impfziegelherstellungsmethode ick hör dir trapsen ..)


Zitat:
Im Prinzip gibt es zwei Typen, die nicht nur durch ihr Alter, sondern auch durch die Vorbedingungen ihrer Entstehung verschieden sind, sogar, wenn oben dieselben Klimaverhältnisse herrschen.


- "zwei Typen" (von Böden ?) ?

- echte Natur- und Urwaldböden (sind das die zwei Typen ?)


Typ 1

Zitat:
"Der 'eine Typus' geht von den nördlich gemäßigten Ländern bis zu den Äquatorialen. Er umfaßt alle Gebirge, soweit sie die Almengrenze nicht überschreiten."

Hm, hm. Ja, ja, aber was charakterisiert diesen Typ 1 ??


Typ 2

??? Der 'zweite Typus' wird bis zum Ende des Textes nicht explizit genannt.

Was ist der 'andere Typus' bzw der 'zweite Typus' ??

Wo wir der beschrieben ? Zitat ?

Das muß doch rauszukriegen sein ..


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie bildet sich der Naturboden ?
BeitragVerfasst: Sa 17. Sep 2011, 14:30 
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Registriert: Di 21. Dez 2010, 13:02
Beiträge: 51
Ganz unbedarft und spontan würde ich annehmen, dass es sich bei "dem zweiten" um die Böden der Äquatorialen Gebiete / Regenwald handelt !? Die unterscheiden sich nicht nur in der Umsetzungsgeschwindigkeit von den Böden der gemäßigten Klimaten. Der erste Typ behält seine Fruchtbarkeit / Humusgehalt nach Beackerung über Jahrhunderte, zumindest ist das möglich. Der zweite Typ verpufft nach Beackerung in wenigen Jahren seinen Humusgehalt, wenn nicht ganz ganz doll aufgepasst wird. Und dieser Unterschied kann eigentlich nicht nur im Klima zu suchen sein, oder doch ??

War jetzt einfach mal aus der Hüfte geschossen.....


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie bildet sich der Naturboden ?
BeitragVerfasst: Mo 19. Sep 2011, 17:44 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Meine Prognose:

HIER liegt der Hund, äh HUMUS begraben.

Und der Impfziegel noch dazu.

"Auf einem Uferstreifen, der kaum 10 Meter Breite besaß,
spielte sich gut überschaubar vom ersten Beginn durch die Lithobiontenbesiedelung
bis zur optimalen Entfaltung reichsten Urwaldhumus
der ganze Vorgang ab .."


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie bildet sich der Naturboden ?
BeitragVerfasst: Do 22. Sep 2011, 14:59 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Annie France-Harrar's Humustheorie für Dummies - wie mich.


Dazu ist dieser kurze populärwissenschaftliche Aufsatz "Wie bildet sich Naturboden" gerade richtig.

Liest sich leicht runter, begleitet von einem ständigen Kopfnicken und einem beständigen zustimmenden Murmeln: "Ja, ja; ja, ja".

Am Ende der (scheinbar) "leichten" Lektüre angekommen und kurz zur Besinnung gekommen, fragt man sich:

Was hat man gelernt, was weiß man jetzt mehr als vorher, was folgt daraus ?

Im ersten Moment scheint alles so einfach, selbstverständlich und einleuchtend als hätte man alles schon gewußt, doch dann, wenn man zur Tat und Praxis schreiten will, stockt man doch wieder und weiß nicht, was nun konkret zu tun ist.

Ich will diesen Text jetzt mal echt verstehen: Was die Grundaussage ist, welche Fakten aufgeführt werden und welcher rote Faden in der Argumentation diese Fakten miteinander verknüpft.

Es ist also harte Arbeit angesagt, intellektuelle Ausgrabungsarbeit erforderlich, damit wir zum Schluß etwas als neue theoretische Erkenntnis getrost nach Hause tragen können und welches unsere "Boden"-Praxis in Zukunft grundsätzlich bestimmen wird.

So, jetzt zum ersten Analyseschritt.

Als Ausgangspunkt wir stellen fest:

Es wird über den BODEN geredet. Und zwar über einen speziellen. Den "NATUR"-boden. Und wie der sich bildet. Also über einen Prozeß, einen zeitlichen Verlauf.

Aber nicht allein über diesen einen Boden, sondern auch noch über andere Bodenarten. Und da kommen eine Vielzahl von Begriffen vor, von denen nicht unmittelbar klar ist, was sie beinhalten und bedeuten.

Daher muß erstmal Grundlagenarbeit geleistet werden:
welche Variationen Begriffe mit der Bedeutung "Boden" kommen im Text überhaupt vor?

Boden
echte Natur- und Urwaldböden
gesunder Boden
Naturboden (idealer Boden)
Kulturboden
Boden im Aufbau
Boden im Verfall
wenig ertragfähigen Boden
Erdboden
Urwaldboden
Bodenbildung
Bodenneubildung
verarmter Boden
Bodenleben
Bodenerneuerung
frischer Urboden

Da muß erstmal Ordnung reingebracht werden:

Welche Namen stehen für verschiedenen Bodentypen, was sind nur Synonyme und was hat nichts mit Bodentypen zu tun.

Wir sortieren und hierarchisieren also

Boden ~ Erdboden:

1. "echte" Natur- und Urwaldböden

1.1 Naturboden, frischer Urboden, gesunder Boden

1.2 Urwaldboden

2. Kulturboden, ("wenig ertragfähiger Boden", "verarmter Boden")

Boden im Aufbau
Boden im Verfall

Bodenbildung, Bodenneubildung, Bodenerneuerung

Bodenleben

(idealer Boden - aus "Handbuch des Bodenlebens", für spätere Argumentation hier dazugenommen)

So, das ist die Systematik der Böden, wie ich sie mir aus dem Text "zusammengereimt" habe.

Grundlage ist also die jedermann verständliche, unmittelbar einleuchtende, altbekannte und anerkante Aufteilung der Böden in Naturboden und Kulturboden.

Da kann jeder zustimmen, sogar der Maulwurf Grabowsky
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Denn er weiß aus erster Wühltätigkeit um den krallengreiflichen Unterschied.

Jetzt aber wirds spannend.

Annie spricht nicht schlicht und einfach nur von einem "Naturboden" sondern nennt gleich ZWEI Begriffe und definiert damit auch zwei wesentlich unterschiedliche Bodenarten, die einerseits eine fundamentale Gemeinsamkeit haben andererseits aber auch eine fundamentale Unterschiedlichkeit aufweisen.

Zitat: "Im Prinzip gibt es zwei Typen, die nicht nur durch ihr Alter, sondern auch durch die Vorbedingungen ihrer Entstehung verschieden sind, sogar, wenn oben dieselben Klimaverhältnisse herrschen." (Diese letztere Aussage ist vorgemerkt zur späteren Interpretation)

1. NATUR-Boden

2. URWALD-Boden

Dem gegenüber - oder sogar im Gegensaz dazu - steht der

3. KULTUR-Boden.

Diesen "Problemfall" knöpfen wir uns später vor.

Erstmal müssen wir den Natur- und Urwaldboden hinsichtlich ihrer Spezifika (hä?) durchwühlen.

Die Unterscheidung in "echten" Naturboden und Urwaldboden wird von Anfang an gemacht weil sie eine UNTERSCHIEDLICHE (Natur)-Geschichte ihrer Entstehung haben.

(*) "Ich habe immer wieder Gelegenheit gehabt, echte Natur- und Urwaldböden zu untersuchen und zu beobachten. Das ist sehr aufschlußreich. Vor allem lernt man dabei die Verschiedenheit ihrer Entstehung und ihrer Lebensbedingungen kennen."

Annie sagt also, wir haben die Böden zu untersuchen hinsichtlich ihrer
1. Entstehung
2. Lebens(!)bedingungen

Ich stelle mir das ganz einfach vor als a) ERST-Entstehung und b) beständige Reproduktion eines einmal entstandenen Bodentyps.

Zum ERGEBNIS aber haben sie (diese zwei unterschiedlichen Bodenentwicklungen) den GLEICHEN Boden: den - von Menschen unabhängig entstandenen - NATUR-Boden.

Die Vorteile und Notwendigkeit dieser Betrachtungsweise zeigt sich später; nämlich dann

- wenn es um das Verständnis der Humusbildung geht (Humustheorie ~ richtiger Humus ~ wie man dauerhaft fruchtbare Erde macht)

- wenn es um ein Verständnis der Ergebnisse der Bodenwissnschaft geht, wo Myriarden von Fakten aufgelistet sind und täglich tausende neue produziert werden, denen man nicht nur als Laie labyrinthhaft ausgeliefert ist.

- nicht zuletzt wird es auch helfen, einen Impfziegel zu basteln. (**)

(**) "Ich habe sehr viel davon (siehe oben (*)) gelernt, als ich anfing, selber einen wirklichen und hochwertigen Humus herzustellen."


Fortsetzung folgt .. und bin dann mal kurz weg, Fakten und Argumente nachgraben ..

-


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie bildet sich der Naturboden ?
BeitragVerfasst: So 29. Jun 2014, 06:22 
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Siehe ganz oben ..

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