Forum für die kritische Würdigung
Forum for critical appreciation
Forum pour une appréciation critique
Foro de apreciación critíca
Aktuelle Zeit: Do 23. Mai 2019, 22:53

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 34 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: So 19. Sep 2010, 17:38 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1240
He Kyosan, Du steigerst Dich literarisch in ungeahnte Höhen !

Vielleicht könnten Deine Talente noch mal nachgefragt werden.

Der sonnengedörrte Regenwurm


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: So 19. Sep 2010, 21:58 
Offline

Registriert: Fr 25. Dez 2009, 11:48
Beiträge: 47
Winfried hat geschrieben:
He Kyosan, Du steigerst Dich literarisch in ungeahnte Höhen !

Oh! Danke für die Blumen!

Zitat:
Vielleicht könnten Deine Talente noch mal nachgefragt werden.

Tja, wer weiß, was kommen wird?

Zitat:
Der sonnengedörrte Regenwurm

...ist leider, leider ziemlich reglos. Kein Regen (keine Regung) mehr. Für immer. Wenn ich für jeden getöteten Regenwurm, für jedes getötete Lebewesen ein Übergangs-Zeremonie machen würde/müßte... Ich wäre jetzt schon hoffnungslos hinten an.

Deshalb nur eine kurze und knappe Fürbitte: Alle regen Würmer kommen aus dem Einen und kehren in das Eine zurück. In der Zeit dazwischen mögen immer mehr Menschen erkennen welchen unbeschreiblich großen Dienst diese, unsere Mitwesen auch für uns leisten. Wenn wir den Wurm unterstützen, füttern und schützen, füttern, schützen und unterstützen wir auch uns selbst. Und auch das Eine, aus welchem auch wir kommen und in welches auch wir zurückkehren.

Gathe, gathe, paragathe, parasamghate bodhi svaha (3x)

Gruß, Kyosan


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mo 20. Sep 2010, 16:35 
Offline

Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 600
Wenn Du dich an der Natur orientierst, gibt es dort kaum dem Komposthaufen ähnliche Gebilde. Zumindest in unseren Breitengraden, und auf diese kommt es bei uns ja auch an. Hier existiert eher die "Flächenkompostierung". Naturgemäß fallen die Stoffwechselendprodukte, auch landläufig Scheiße genannt, punktuell zu Boden, wo sie von den abbauenden Organismen empfangen werden. Das Stichwort ist hier punktuell.

Das Punktuell ist hier ganz wichtig. Zur Erklärung komme ich noch gleich.

Wo ein Abbau stattfindet in einem großen Kreislauf der Stoffe und des Lebens, findet natürlich auch wieder ein Aufbau statt. Sonst wäre es kein Kreislauf mehr, sondern eine Strecke von A nach B. Mit der Zeit würden sich die Ressourcen bei A verringern und bei B würden sich Probleme in Form von ungenutzten Stoffen anhäufen.

Das Leben arbeitet naturgemäß aber in Kreisläufen.

Also gibt es neben den abbauenden Organismen auch die aufbauenden Organismen.

Es braucht nicht viel Vorstellungskraft und Logik, um zu begreifen, daß optimalerweise der Abbau im gleichen Tempo wie der Aufbau stattfindet. Das ähnelt einem Fließband - wenn vorne das Band zu schnell läuft, kommen die hinten am nächsten Band nicht nach. Es entsteht ein Stau, die Stoffe stapeln sich, das Fließband explodiert möglicherweise vor Überlastung.

In der Natur ist es daher so, daß die organischen Stoffe punktuell abgesetzt werden. Die Abbauer sind daher immer in der Unterzahl zu den vielen Aufbauern. So gelangen die vorverarbeitenden Rohstoffe in gute Hände und es entsteht kein Stau, der das ganze vielrädrige Getriebe zum Stillstehen bringen würde.

Der Mensch in unserer Gesellschaft hat sich dazu entwickelt, diesen Kreislauf in eine Strecke zu verwandeln, indem er schneller abbaut und zerstört, als er den Aufbau zuläßt.

So auch mit organischen Abfällen, namentlich den "Kompost".

Diese landen auf großen Haufen oder in Gefäßen, er bedeckt sie dick mit Erde oder legt die Abfälle in wohlgeordneten aber biologisch kaum durchdachten Schichten aus.

Was passiert dadurch? Der gesamte Haufen ist mit abbauenden Organismen durchsetzt, es entwickelt sich eine regelrechte Fäulnis - diese kommt zwar in der Natur auch vor, aber eben nicht allein, sondern Hand in Hand mit den Aufbauern. Auch nach Jahren steckt ein solcher Haufen voller Fäulnis, vom Bodenfachmann saproprob genannt. Oder in der Halbfäulnis (mesosaprob). Irgendwann wird auch dieser Haufen über diese Phase hinausgehen und nach der Abbauphase in die Aufbauphase übergehen. Nur der Weg dorthin wurde unnötig verlängert und zudem wurden Verluste erzeugt, weil die faulenden Stoffe ausgewaschen und ausgegast werden. Sehr zum Nachteil der Umgebung, weil diese Stoffe Leichenwachs, Leichengifte und überhaupt recht lebensfeindliche Stoffe enthalten, die allerlei Krankheiten verursachen können. Unter dem Strich wird hier das gesamte Fruchtbarkeitspotential verringert, die Umgebung "verpestet" und zum Schluß am besten noch in den Garten verlagert, wo die Halbfäulnis dann im Boden weiter ausfault, bis der Faulprozeß abgeschlossen ist.

Die Humuswirtschaft hat jedoch das Ziel, die Faulprozesse möglichst rasch abzuschließen und den Aufbau möglichst rasch zu begehen, damit unnötige Verluste vermieden werden und vor allem die notwendige Hygiene bewahrt bleibt.

Wir unterscheiden daher in abbauende und aufbauende Prozesse.

Der Abbau bedeutet Fäulnis und diese Phase ist in drei Teile geteilt: Fäulnis, Halbfäulnis und Faulende. Erst am Ende der Fäulnis ist von Rohhumus zu sprechen, denn das ist der Stoff, der zu Humus umgesetzt werden kann. Halbfaule Stoffe werden nicht zu Humus. Eine gerade aufgebrachte Bananenschale ist daher nicht Humus, sondern eine Bananenschale, die vollständig ausgefault ist und bereit ist für die nächste Stufe: den Aufbau.

Erst dort beginnt die Humusbildung.

Raoul H. Francé beschreibt die Garten- und Ackerböden als Böden, die sich ständig in einem halbfaulen - mesosaproben - Zustand befinden und gehalten werden, was ursächlich für die Krankheiten ist, die unsere Kulturpflanzen befallen. Die Ruderalpflanzen - allgemein auch Böschungskraut oder Unkraut genannt - sind Kulturfolger, weil es Pflanzen sind, die in der Fäulnis leben können, ohne zu erkranken. Und die teilweise sogar von der Fäulnis leben. Viele der Kleinlebewesen werden sogar in die Pflanze aufgenommen - die Tiere, die sich von solchen mit Mikrobien besiedelten Pflanzen ernähren, erkranken aufgrund dieser mikrobiellen Dauerbelastung auch leichter.

Wie können wir als Menschen dieses Problem lösen?

Indem wir darauf achten, daß der Fäulnisprozeß verkürzt wird und der Aufbauprozeß danach sauber beginnt.

Neben der natürlichen punktuellen Aufbringung von wenigem Material, was die wohl geeigneteste Methode ist!, gibt es auch die Möglichkeit, die unnatürlichen Mengen zu verarbeiten.

Als erstes ist es wichtig, daß das zu humifizierende Material gründlich vermischt wird und möglichst nicht einseitig ist. Außerdem sollte es zumindest zum Teil grob gestaltet sein, weil die Oberflächen Lebensraum bedeuten und auch für die Durchlüftung geeignet sind.

Dann werden Haufen aufgeschichtet, die einen zwei Meter Durchmesser haben und zwei Meter hoch sind, wobei die obere Spitze auf 30 cm gekappt wird. So entsteht ein Haufen, der innen die thermophilen Abbauer und außen die Aufbauer beherbergt, in einem ausgewogenen Verhältnis. Der Haufen darf nicht mit Erde bedeckt werden.

Die Phase der Fäulnis wird durchschritten, wobei die Temperaturen innen im Haufen auf bis zu 75°C ansteigen. Danach fällt die Temperatur auf konstante 15°C (etwa) - die Halbfäulnisphase beginnt. Das dauert je nach Witterungslage zwei bis vier Wochen. Der Haufen wird dann umgesetzt und dann erneut ruhen gelassen. Wenn auch diese Phase beendet ist, steht man vor einem Haufen Rohhumus.

Humus-Rohstoff.

In der Natur würden nun durch Luftbewegung, durch Staub und so weiter immer mehr Aufbauer auf dem Haufen landen. Als Spore, Zyste oder Samen. Viele der Kleinlebewesen können sich enzystieren und damit einkapseln - sie werden dann fortgespült und weggeweht zu neuen Einsatzorten.

Die Besiedelung dauert unter natürlichen Umständen jedenfalls seine Zeit. Für die von den Menschen gebildeten Maßstäbe der Verarbeitungsmenge ist diese Zeitdauer zu lang (Fließband).

Daher ist eine Beimpfung mit den richtigen Bodenorganismen in Zystenform oder als "Frischimpferde" nicht nur ratsam, sondern schlicht notwendig, um diese Mengen zu verarbeiten.

Die Zusammensetzung der einzelnen Aufbauergruppen ist dabei sehr wichtig, weil diese Gruppen Hand in Hand arbeiten. Die Zusammensetzung ist auch bekannt durch angestellte Recherchen und dem Nachlaß von Francé und Francé-Harrar.

Was uns noch fehlt, ist eine detaillierte Arbeitsanleitung zur Herstellung dieses Impfhumus.

Doch es ist nur eine Frage des Fleiß, diese zu erarbeiten.

Dann können auch diese unnatürlichen Mengen an hoffentlich ordnungsgemäß ausgefaulten Humusrohstoffen, schnell und sauber zu Humus verarbeitet werden - was ein Segen für den Boden, für die darauf wachsenden Pflanzen, für die Tierwelt, den Menschen, für die Geologie und damit dem Klima wäre.


Es lohnt sich die Bücher Francé's wirklich zu studieren und nicht nur querzulesen. Also immer wieder hervorzuziehen, die Begriffe nachzuarbeiten, nachzuvollziehen.


Fazit:

Organischer Tod
Fäulnis
Halbfäulnis
Faulende
Rohhumus
Halbhumus
Humus
Aufbau in höheres Leben, Pflanzen

Die beteiligten Organismen variieren zwar über den ganzen Erdteilen, die Abläufe sind stets dieselben und einige der beteiligten Organismen sind überall auf der Welt vorhanden.

Viele Grüße
Bernhard


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mo 20. Sep 2010, 18:43 
Offline

Registriert: Mo 2. Aug 2010, 22:34
Beiträge: 35
Wohnort: Italien für einige Monate, dann bin ich nicht online, komme aber wieder
@kyosan, danke, SO hab ich das noch nicht gesehen ;)

Gathe, gathe, --- reger Wurm
paragathe, --- Wurm rettet sich vor Überflutung

parasamghate --- Sonnen- (gedörrter Regen) Wurm
bodhi svaha --- bodhi svaha

_________________
L Ä C H L E


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Fr 24. Sep 2010, 11:39 
Offline

Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 600
Es handelt sich tatsächlich um eine jahrtausendealte falsche Landnutzung. Ich habe lange und tief die Geschichte der Bodenwirtschaft unter die Lupe genommen.

Es ist zwar sicher richtig, daß die vergangenen Jahrzehnte mit der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft mehr Schaden anrichten als zuvor - doch eines sage ich Dir: Die Dreifelderwirtschaft und die einjährige Brache sind weder nachhaltig, noch gut für den Boden!

Das führe ich gern aus.

Ein Boden braucht nach den Erkenntnissen von Dr. Rusch etwa sieben Jahre, um sich von einer konventionellen ackerbaulichen Bewirtschaftung zu erholen. Jede Brache, die kürzer angelegt ist, wird den Humusschwund und damit den Schwund der Bodenfruchtbarkeit nicht aufhalten. Es sei denn, die Prozesse im Boden werden gesteuert und begünstigt - und dadurch beschleunigt.

Organisches Material, das auf den Boden fällt, wird in folgenden Prozessen dem Lebenskreislauf wieder zugeführt:

0) Organische Lebensreste
1) Abbauprozesse
1.1) Heiße Fäulnis (anaerob)/Fäulnis
1.2) Warme Fäulnis (Aerob)/Halbfäulnis

2) Aufbauprozesse
2.1) Bildung von Rohhumus
2.2) Besiedelung durch edaphische Organismen, Humifizierung

3) Humusbildung
3.1) Edaphishe Organismen sterben
3.2) organische Makromoleküle werden durch Mikroorganismen an Minerale und Vielfachzuckerresten (Cellulose, Chitin, Lignin) verklebt.
3.3) Humus (kolloid)

Die Landwirtschaft der letzten Jahrtausende läßt die Fäulnisprozesse im Boden nicht genügend abschließen, sondern erhält den Boden in einem halbfaulen Zustand (mesosaprob). Der halbfaule Zustand erschließt sich jedem Mikrobiologen anhand der Bewohner dieser Ackerböden - das sind alles Fäulnisbewohner. Das gilt auch für viele der sogenannten Unkräuter. Es gibt Pflanzen, die von der Fäulnis leben können und entsprechend für einen halbfaulen Boden ausgerüstet sind. Das trifft auf die meisten Ruderalpflanzen zu. Diese Pflanzen nehmen die Fäulnismikroben sogar in die Pflanze auf. Diese Aufnahme passiert auch bei den Kulturpflanzen, die aber keine fäulnisliebenden Pflanzen sind. Und daher an der Fäulnis erkranken, wobei es sich zumeist um Bakterien- oder Pilzerkrankungen handelt.


"Zuführung von tierischen und auch menschlichen Dung"

In der Natur werden solche Stoffe nur punktuell auf den Boden aufgebracht, so daß diese Stoffe genauso punktuell faulten und abgebaut werden konnten. Die abbauenden Fäulnisprozesse waren immer geringer, als die aufbauenden Prozesse. Durch die großflächige Gabe von tierischen Mist (was auch der Menschendung ist), überwiegen die abbauenden Prozesse übermäßig.

Wie ich schon beschrieben habe: Es handelt sich um einen Kreislauf der organischen Stoffe. Sie werden wie an einer Reihe von Fließbändern abgearbeitet und wiederverwertet. Da gibt es das Fließband, das abbaut. Da gibt es das Fließband, das aufbaut. Wenn das Fließband A (abbauend) schneller läuft, als das Fließband B (aufbauend) nachkommt, entsteht ein Stau. Dieser Stau äußert sich in einer Ansammlung von Stoffen, die wie jede größere Ansammlung von Stoffen sich schädlich auf die Lebensprozesse auswirken. Außerdem besteht die Gefahr, daß wenn die Weiterverarbeitung stockt, diese Stoffe ausgeschwemmt oder ausgegast werden und nicht mehr für den Aufbau zur Verfügung stehen.

Ein Kreislauf bedingt also fein abgestimmte und ausgewogene Prozesse und zeitlich abgestimmte Abläufe.

Das ist bei der Ausbringung von Mist nicht der Fall, vor allem, wenn dieser auch noch untergegraben wird und dann im Boden anaerob ohne Sauerstoff abgebaut werden muß.

Woher stammen dann die "Düngeerfolge", die "Düngewirkung" von Mist? Jeder Praktiker weiß, daß die Kulturfrüchte groß und fett werden, wenn der Boden mit Mist "gedüngt" wird.

Das ist recht einfach zu erklären. Wie schon beschrieben, erzeugen die Mikroorganismen sowohl Wachstums- als auch Hemmstoffe. Die abbauenden Mikroben erzeugen vor allem Wachstumsstoffe - die eigentlich für das Wachstum der aufbauenden Mikroben gedacht sind. Da diese aber aufgrund der nicht eintretenden aufbauenden Phase im Boden gesättigt vorliegen, gehen sie in die Pflanze über und verschaffen ihr Superwachstum.

Das Resultat ist großes Gemüse. Leider hat das einen Nachteil: Das Gemüse enthält kaum für das Leben wichtige Stoffe, wie Spurenelemente und Vitamine.

Warum?

Das ist einfach zu beantworten, bei Kenntnis der Mikrobiologie. Die aufbauenden Mikroben sind es, die diese Spurenelemente und Vitamine, Aminosäuren, Fettsäuren etc. erzeugen. Wenn aber die Prozesse im Boden nicht aufbauend sind, sondern abbauend - dann fehlen diese Stoffe.

So findet sich in den Berichten der Untersuchungen über den Nährwert in vergleichenden Studien über unsere Lebensmittel auch, daß der Gehalt an wesentlichen Nahrungsbestandteilen mit jedem Jahrzehnt, das ins Land geht, weiter und weiter abnimmt - ja sogar dramatisch abnimmt. Um den Gehalt eines Liters Milch von einer naturnahen Heuwiese mit konventioneller Milch (Silagefütterung) zu ersetzen, müßtest Du 30 Liter davon trinken. Ähnliches gilt für Obst und Gemüse.

Hier liegt die Begründung in der (bodenbiologisch) falschen Bodenbewirtschaftung.

Im übrigen läuft auch so ein Bienenbrot alle diese Stadien durch, die in einem Boden stattfinden.

Der eingelagerte Pollen wird erst durch Pilze durchwachsen, welche den Fäulnisprozeß darstellen. Sie produzieren Wachstumsstoffe für die Milchsäurebakterien, die den aufbauenden Prozeß darstellen und vor allem das Vitamin K erzeugen, daß im rohen Pollen nicht existiert. Die Laktobakterien sind es auch, die anschließend Hemmstoffe ausschütten, vor allem Milchsäure, die dann andere Bakterien von der Besiedlung des Bienenbrotes abhalten und somit für die Bienen zur Nahrung konservieren.

Stell' Dir vor, daß die Imker diese Prozesse nur bis zu dem Punkt der Fäulnis, also der Durchpilzung zulassen würden - das ist das, was die Landwirte, Gärtner und anderen Landnutzer mit dem Boden veranstalten.

Dies ist unbedingt zu reformieren und den heutigen bodenbiologischen Kenntnissen anzupassen.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Sa 13. Nov 2010, 11:44 
Offline

Registriert: Mi 10. Nov 2010, 15:38
Beiträge: 98
Wohnort: BRD
ja!
gibt es aber eine Moglichkeit einen richtigen Kompost zu machen, bis zu kolloidale Form des Humus?
Kennt ihr die Darstellung von Podolinsky?
kompost in drei Phasen:
I. 6-8 Wochen Pilzphase.
II. 6-8 Wochen bakterieller Abbau.
III. 6-8 Wochen kolloidaler Aufbau mit Regenwurm.

Etwa diese Methode habe ich erfolgreich praktiziert.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Sa 13. Nov 2010, 18:07 
Offline

Registriert: Mo 2. Aug 2010, 20:59
Beiträge: 71
hallo!

dblondeau hat geschrieben:
III. 6-8 Wochen kolloidaler Aufbau mit Regenwurm.


Wie funkrioniert diese Phase so in etwa (ich mein, "in der Praxis")?
Einfach die Regenwürmer machen lassen?

liebe Grüße!


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Di 16. Nov 2010, 22:26 
Offline

Registriert: Mi 10. Nov 2010, 15:38
Beiträge: 98
Wohnort: BRD
die Regenwürmer und die anderen vielen tieren und mikroorganismen wohnen unter den Komposthaufen und bearbeiten dies unermüdlich offenbar.
eine Regel ist: immer den kompost am selben Platz!

habe ein Papier bearbeitet: 10 Punkte fur ein Kompost.

oder nachlesen bei Alwin Seifert.

Steiner nennt die Regenwurmer in sein Landw. Kurs: diese goldigen Tieren und groessten helfer des Bauens...
und die sind es sicherlich / in der Tat.

ungefähr das gleiche sagt auch Sir Albert Howard in sein landw. Testament.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 17. Nov 2010, 11:06 
Offline

Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 600
Und was sagt Hans-Peter Rusch in seinem Buch "Bodenfruchtbarkeit: Eine Studie biologischen Denkens" zu den Regenwürmern?

;)

Zuviel ist immer .... zuviel.

Bernhard


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 17. Nov 2010, 12:28 
Offline

Registriert: Fr 25. Dez 2009, 11:48
Beiträge: 47
Was ist ein ZUVIEL an Regenwürmern? WIE könnte das passieren und WIE existieren?

Gruß, Kyosan


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Di 23. Nov 2010, 15:33 
Offline

Registriert: Mi 10. Nov 2010, 15:38
Beiträge: 98
Wohnort: BRD
angesicht der Armut an Regenwürmer im Acker europaweit , kann man nicht von zuviel regenwürmer sprechen. es reguliert sich von selbst.

Josef Braun hat 300 pro qm , tendenz steigend.
durchschnitt der Landwirtschaft (sowohl bio wie konvi) ist 17 pro qm tendenz absteigend!


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 24. Nov 2010, 12:01 
Offline

Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 600
kyosan hat geschrieben:
Was ist ein ZUVIEL an Regenwürmern? WIE könnte das passieren und WIE existieren?


Ganz einfach, wenn der Boden fault, kommen die Fäulnislebewesen. Dazu gehören im gewissen Maße die Würmer. Zu viele Würmer bedeuten immer, daß der Boden nicht zu Ruhe kommen kann und eine hohe mikrobielle Aktivität aufweist, meist der Zersetzer. Wenn aber Zersetzer im Boden sind, bekommt das den Wurzeln der Pflanzen nicht gut. Weswegen die Würmer anno dunnemals auch als Wurzelschädlinge verfolgt wurden - obwohl die überreiche Anwendung von Mist wohl die Ursache der Wurzelprobleme war, und nicht die Würmer.

Zu schnell ist mensch über das Maß hinausgeschossen.

Nähere Ausführungen dazu bei Hans-Peter Rusch.

Viele Grüße
Bernhard


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 24. Nov 2010, 15:19 
Offline

Registriert: Fr 25. Dez 2009, 11:48
Beiträge: 47
Ich bin jetzt, ehrlich gesagt, zu faul um mich durch den Rusch zu buddeln. Erstens ist Wurm nicht gleich Wurm, und dann.... Sollten zuviel REGENwürmer in einer Scholle sein, dann wandern sie entweder ab in Nachbaregionen oder sie reduzieren ihre Fortpflanzungsproduktion. In für sie schädlicher, eventueller Faulmasse halten sich die Schlingel nicht auf, wage ich mal zu behaupten.

Gruß, Kyosan


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 24. Nov 2010, 20:56 
Offline

Registriert: Mo 2. Aug 2010, 20:59
Beiträge: 71
hallo!

Und schlimmstenfalls sind die Regenwürmer dann "Zeigerpflanzen" so wie die Brennessel
- sie zeigen an, dass der Boden noch nicht fertig ist - aber "schädlich" ?
wieso??

Dass mit den Unkräutern finde ich spannend!! Das ist ja ein toller Bodentest - sind die Pflanzen dieser Liste auf wiki also Zeigerpflanzen für einen unfertigen Boden?

An welchen (Wild-)Pflanzen kann man erkennen, dass der Boden fertig ist?
Nur daran, dass Kulturpflanzen gut gedeihen?
Gräser??
An den fehlenden Schnecken auch, oder? ;)

liebe Grüße!


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 24. Nov 2010, 21:19 
Offline

Registriert: Mi 10. Nov 2010, 15:38
Beiträge: 98
Wohnort: BRD
heute sind die Regenwürmer im landw. Acker vom aussterben bedroht!

bester Anzeiger ist Vogelmiere.
auch aufwerter planze ist Taubnessel.
Bei Gemuese ist Spinat ein guter Garezeiger.

Regenwürmer zeigen dass der Boden humos ist, hinter jeder Regenwurm sind abertausende Bakterien und Mikroorganismen die zeigen dass der Boden lebt.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 34 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de