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BeitragVerfasst: Mo 11. Jun 2012, 18:34 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1184
Bei meinen Internetreisen bin ich auf dieses Buch gestoßen, das auch eine Besprechung von Annie Francé-Harrar, Die Letzte Chance für eine Zukunft ohne Not, enthält:

Frühe Umwelt-Warner - Rufer in der Wüste? : ein Beitrag zur Umweltgeschichte

Prof. Dr.-Ing. Franz-Josef Dreyhaupt

Inhalt

Ludwig Klages, Mensch und Erde (1913)
Richard Katz, Drei Gesichter Luzifers (1934)
Paul B. Sears, Deserts on the March (1935)
Anton Metternich, Die Wüste droht (1947)
Fairfield Osborn, Our Plundered Planet (1948)
William Vogt, Road to Survival (1948)
Annie Francé-Harrar, Die Letzte Chance für eine Zukunft ohne Not (1950)
Erich Hornsmann, ... sonst Untergang (1951)
Edward Hyams, Soil and civilization (1952)
Reinhard Demoll, Ketten für Prometheus (1954)
Ernst Haas, Des Menschen Thron wankt (1955)
Günther Schwab, Der Tanz mit dem Teufel (1958)
Bodo Manstein, Im Würgegriff des Fortschritts (1961)
Rachel Carson, Silent Spring (1962).

Er zählt auch
Annie Francé-Harrar, Die Letzte Chance für eine Zukunft ohne Not (1950)
zu den frühen Umweltwarnern.

Ex-Landrat Dr. Anton Metternich : Ein früher Prophet der Klima-Katastrophe

Von F.A. HEINEN, 04.10.07

Der Ex-Landrat Dr. Anton Metternich kritisierte bereits vor 60 Jahren den Raubbau an der Natur. In seinem Buch „Die Wüste droht“ nimmt er die Vorhersagen des „Club of Rome“ vorweg.

Dr. Anton Metternich
In seinem Buch „Die Wüste droht“ nimmt der frühere Auslandskorrespondent die Vorhersagen des „Club of Rome“ vorweg.
Euskirchen-Wüschheim - Dr. Anton Metternich war ein ganz früher Umwelt-Warner, der bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert zutreffend die globalen Umweltprobleme beschrieb, die heute in aller Munde sind. Einer neuen Untersuchung des in Feusdorf lebenden Professors Dr.-Ing. Franz Joseph Dreyhaupt zufolge gehört der 1890 in Wüschheim als Sohn einer Landwirtsfamilie geborene Metternich zu den Vordenkern der Umweltbewegung. Sein 1947 erschienenes einziges Werk mit dem Titel „Die Wüste droht“ wäre wohl zur Bibel der Ökologiebewegung geworden - wenn es denn damals eine solche gegeben hätte.

Metternich war seiner Zeit weit voraus, er dachte bereits in Kategorien, die erst sehr viel später beispielsweise durch den „Club of Rome“ einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht wurden.

Kaum jemand kennt heute noch in Euskirchen seinen Namen. In den Geschichtsbüchern liest man den knappen Hinweis darauf, dass Dr. Anton Metternich am 7. April 1945 von den US-Truppen als erster Nachkriegslandrat im damaligen Kreis Euskirchen eingesetzt wurde. Ende Oktober wurde er abgelöst, um ein Jahr später erneut bis zum 8. November 1948 zum Landrat zu avancieren. Metternich verstarb am 27. September 1949.

Anton Metternich hatte 1919 in Berlin zum „Dr. phil.“ promoviert und wandte sich in den frühen 20er Jahren dem Journalismus zu. Ab 1930 arbeitete er für die „Kölnische Zeitung“ als Auslandskorrespondent. Ausgedehnte Studienreisen führten ihn durch fast alle europäischen Länder und nach Nordafrika, wobei sein Hauptaugenmerk agrarkundlichen Fragen galt. Dabei sammelte er die Erkenntnisse, die er später in seinem Buch veröffentlichte. „Die Wüste droht“ wurde ab 1947 insgesamt 10 000 mal verkauft.

Archivarischer Wert

Die Folgen der Publikation hielten sich aber sehr in Grenzen, wie Professor Dreyhaupt in seiner Untersuchung konstatiert: „Das gescheiteste Buch zur falschen Zeit hat höchstens archivarischen Wert.“ Dabei beinhaltete „der Metternich“ schon all das, was heute die globalen Umweltschützer umtreibt. Die Kapitel sind beispielsweise übertitelt mit „Das Gesetz der Wüste“, „Der Kampf um die Wassernutzung“, „Bodenvernichtung durch Erosion“, „Moderne Raubfischerei - Wann stirbt der letzte Wal?“ oder auch „Wieviel Menschen kann die Erde ernähren?“

Als Metternich im Herbst 1944 in Wüschheim das Vorwort zu seinem Werk schrieb, baute er unter dem Eindruck des fernen Donners der Schlacht im Hürtgenwald auch eine klare Fortschritts-Kritik ein: „Auf allen Gebieten im menschlichen Bereich rast der Fortschritt neuen, unbekannten, unheimlichen Zielen zu. (...) Ein Taumel der Überheblichkeit schlug das Menschengeschlecht in seinen Bann und machte es blind für alle natürlichen Maßstäbe. (...) Das technische Ingenium baut neue Welten und zerschlägt sie dann wieder in blutigen Vernichtungskriegen. Diese furchtbare Tragik lastet auf dem Schicksal einer Welt, die in des Herrgotts Werkstatt einbrach und hier das Geheimnis gigantischer Kräfte entwendete, um es in eigener Regie zu nutzen und - zu missbrauchen.“

Akute Gefahren

Das Metternich-Buch beschränkte sich auf das Wesentliche, „nämlich das Verhältnis des Menschen zur Erde, von der er seine Nahrung und seinen sonstigen Lebensbedarf erwartet, weil sie allein diese geben kann. (...) Das Stadium akutester Gefahren ist erreicht.“

Das Hauptaugenmerk richtete Metternich also auf Boden und Wasser. Weltweiten Raubbau am Wald prangerte er ebenso an wie die damit verbundene Folge der Verwüstung ganzer Kontinente. Konkret machte er das am Beispiel des Tschad-Sees deutlich, der von ehemals 200 000 Quadratkilometern Wasserfläche damals bereits auf ein Viertel geschrumpft war. Wie um Metternich nachträglich zu stützen, hat die Geschichte ihm auf beeindruckende Weise Recht gegeben. Heute hat der Tschad-See weniger als 1000 Quadratkilometer Fläche.

Ähnlich prophetisch zeigen sich auch die Kapitel zur sich abzeichnenden weltweiten Wasserknappheit. In „Der Kampf um die Wassernutzung“ beschreibt Metternich genau das, was Friedensforscher heute vor Kriegen um Trinkwasser warnen lässt. Auch die Kapitel zur Überfischung der Weltmeere sind heute aktueller denn je.

Abschließend würdigt Professor Dreyhaupt das Metternich-Werk mit folgenden Worten: „Ich kenne international kein Buch aus dieser Zeit, das als Warnung vor den Gefahren der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen auf unserem Planeten Erde zeitlich und inhaltlich Vorrang vor „Dem Metternich“ haben könnte.“ Der Euskirchener, so der Autor weiter, „hat mit seinem 1947 erschienenen und die damaligen Umweltprobleme in voller Breite erfassenden Buch 'Die Wüste droht' den Ruhm des ersten frühen Umwelt-Warners verdient.“

http://www.ksta.de/html/artikel/1190968609527.shtml


Wie der Himmel über der Ruhr wieder blau wurde

http://www.erika-fehse.de/content/kritiken/k_himmel.php


Prof. Dr.-Ing. Franz-Josef Dreyhaupt, Ministerialdirigent a.D. im Düsseldorfer Sozialministerium
Geboren: 15. Februar 1925 Düren. 1943-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft; 1946-1948 Maurergeselle; 1948-1952 Studium (1953 Dipl.-Hauptprüfung; 1971 Dr.-Ing.); 1953-1956 Vorbereitungsdienst als Gewerbereferendar (1956 Gewerbeassessor); 1956-1959 bei den Staatlichen Gewerbeaufsichtsämtern Köln und Bonn, 1958 Regierungsgewerberat; 1959 Referent im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, 1961 Oberregierungs- und -gewerberat; 1964-1965 Leiter des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Köln, 1964 Regierungsgewerbedirektor; 1965-1973 Gruppenleiter (Umweltschutz, Immissionsschutz, genehmigungsbedürftige Anlagen) im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, 1965 Minsterialrat, 1966 Ltd. Ministerialrat; 1973 Ministerialdirigent (Abteilungsleiter) im Ministerium für Arbeit, Gesundheit u. Soziales NRW; Honorarprofessor an der Univ. Kaiserslautern.



Habe mit ihm telefoniert.
Sein Buch ist nicht wirklich gedruckt und veröffentlicht worden.
Es ist aber in der Deutschen Nationalbibliothek, in der Library of Congress, USA und in der Openlibrary.org zu finden.

Wir dürfen es zum Download anbieten und ggf. als Book-On-Demand bereithalten.

Mir ist noch keiner begegnet, der 88 Jahre alt ist und PC und das Internet so virtuos handhabt.

Letztendlich geht es ihm darum, Dr. Anton Metternich als ersten, vergessenen, unterschätzten Umweltwarner mit dem breitesten behandelten Spektrum zu rehabilitieren.


Download
https://onedrive.live.com/redir?resid=897D3450AE92472F!362&authkey=!AL2dwXG446kiBaI&ithint=folder%2c.pdf


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BeitragVerfasst: Di 12. Jun 2012, 05:02 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 598
Ich erinnere mich einen altgriechischen Text aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt zu haben, der vor der Entwaldung rund um Athen und der damit verbundenen Erosion warnt. Ich meine, es war Plinius, der das diskutierte.

"Umweltwarner" gab es also schon sehr früh.

Gruß
Bernhard


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