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 Betreff des Beitrags: Das Sinnesleben der Pflanzen 1905
BeitragVerfasst: Mi 9. Okt 2013, 12:41 
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Das Sinnesleben der Pflanzen 1905

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Englische Ausgabe : Germs of Mind in Plants

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Französische Ausgabe: Les sens de la plante

http://stiftung-france.de/forum/viewtopic.php?f=66&t=497&sid=8a9fcee096f9e9d316fb111930a29ecd


Rudolf Steiner über "Das Sinnesleben der Pflanzen" 1906

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Sinnesleben der Pflanzen
BeitragVerfasst: Do 10. Okt 2013, 12:30 
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Auf Wunsch eines ungenannten Bekannten:

Peter Tompkins; "Das geheime Leben der Pflanzen" 1974

Francé-Bücher auf die sich Tompkins bezieht

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Ausschnitte aus dem Buch online lesen:
http://emrism.agni-age.net/german/wis/Tompkins-Bird.htm

The Secret Life of Plants
Ausschnitte aus dem Buch online lesen:
http://www.amazon.de/Secret-Life-Plants-Peter-Tompkins/dp/0060915870/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1381403759&sr=8-1&keywords=Peter+Tompkins+the+secret+life

Auszug S. 8f

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schockierte der Wiener Biologe und Schriftsteller Raoul Francé die Naturwissenschaftler seiner Zeit, indem er erklärte, Pflanzen würden sich ebenso frei, leicht und graziös bewegen wie die geschicktesten Menschen oder Tiere, und wir würden das nur deshalb nicht bemerken, weil Pflanzen sich so sehr viel langsamer bewegten als Mensch und Tier.
Die Wurzeln der Pflanzen, sagte Francé, graben sich forschend durch das Erdreich, Knospen und Zweige schwingen in vollendeten Kreisen, Blätter und Blüten beugen und schütteln sich abwechselnd, die Ranken drehen sich suchen und strecken ihre Geisterarme aus, um ihre Umgebung abzutasten. Wir halten sie nur deshalb für bewegungs- und gefühllos, weil wir uns nicht die Zeit nehmen, sie zu beobachten.
Poeten und Philosophen wie Goethe und Rudolf Steiner, die sich die Mühe nahmen, Pflanzen zu beobachten, entdeckten, dass sie in entgegengesetzte Richtungen wachsen, teils in den Boden, wie von der Schwerkraft angezogen, teils in die Luft, als würden sie von einer Art „Leichtkraft“ oder Gegenschwerkraft emporgezogen.
Wurmartige Würzelchen, in denen Darwin fast so etwas wie ein primitives Gehirn sah, graben ihre dünnen weißen Fäden unablässig in die Tiefe, verweben und verankern sich kräftig im Boden und entziehen ihm dabei Wasser und Nährstoffe. Die Schwerkraft teilt sich den Wachstumszonen der Wurzelspitzen durch leicht bewegliche Stärkekörner in den Zellen der Wurzelhaube mit.
Wenn die Erde trocken ist, suchen sich die Wurzeln feuchteren Boden. Sie finden ihren Weg in vergrabene Wasserrohre oder strecken sich, wie im Falle der violetten Luzerne (Medicago sativa), zwölf Meter tief und entwickeln eine derartige Kraft, dass sie sogar Beton durchbohren können.
Bisher hat noch niemand die Wurzeln eines Baumes gezählt. Aber die Untersuchung einer einzelnen Roggenpflanze hat eine Summe von über 13 Millionen Würzelchen ergeben – mit einer Gesamtlänge von 600 Kilometern. An jedem Würzelchen dieser Roggenpflanze wachsen feine Wurzelhärchen – schätzungsweise etwa 14 Milliarden -, was aneinandergereiht einer Länge von ungefähr 10600 Kilometern entsprechen würden, also etwa der Entfernung von Pol zu Pol.
Weil die besonders zum Bohren dienenden Zellen der Wurzelspitzen durch die ständige Reibung im steinigen Erdreich bald zerstört sind, werden sie schnellstens durch neue ersetzt. Erreichen sie aber irgendeine Nahrungsquelle, sterben sie ab, und es wahcsen dafür Zellen nach, die dazu bestimmt sind, Mineralsalze aufzulösen und die so entstandenen Lösungen aufzunehmen. Diese Grundnahrung wird von Zelle zu Zelle durch die Pflanze nach oben weitergeleitet. Jede Zelle ist eine Einheit von Protoplasma – eine mehr oder weniger dünnflüssige Masse, die als Grundsubstanz der physischen Lebens gilt.
Die Wurzel pumpt das Wasser und die durch dieses „Universallösungsmittel“ gelösten Stoffe in die Blätter, auf denen die Feuchtigkeit verdunstet und wieder zur Erde zurückfällt, um von neuem als Mittler in diesen Lebenskreislauf einzutreten. Die Blätter einer gewöhnlichen Sonnenblume verdunsten am Tag bis zu einem Liter Wasser und eine einzige Birke mit etwa 200.000 Blättern kann pro Tag bis zu siebzig Liter Wasser aufnehmen und durch Verdunstung an der Blattoberfläche als kühlende Feuchtigkeit wieder abgeben.
Jede Pflanze bewegt sich, sagte Francé, denn jedes Wachstum bedeutet Bewegung. Die Pflanzen sind dauernd damit beschäftigt, sich zu beugen, zu drehen und zu schütteln. Er beschrieb, wie sich an einem Sommertag Tausende polypenartiger Arme an eine friedlichen Laube emporranken, um für ihre schweren, rasch wachsenden Stengel einen Halt zu finden. Sobald die Ranke, die in siebenundsechzig Minuten eine volle Kreisbewegung ausführt, irgendeinen Stützpunkt gefunden hat, schlingt sie sich innerhalb von zwanzig Sekunden um das betreffende Objekt. Schon nach einer Stunde „sitzt“ sie so fest, dass es schwierig ist, sie wieder abzulösen. Dann beginnt sie, sich korkenzieherartig emporzuwinden und zieht so den Hauptstengel zu sich hoch.
Eine Kletterpflanze, die eine Stange braucht, bewegt sich auf die nächstbeste Stütze zu. Versetzt man diese Stütze, so ändert die Pflanze ihre Richtung innerhalb weniger Stunden dementsprechend. Kann sie den Pfahl „sehen“, oder ihn auf eine andere, noch unbekannte Weise wahrnehmen? Denn selbst wenn sie ihn – durch bestimmte Abschirmungen daran gehindert – nicht „sehen“ kann, wächst sie unbeirrt auf die verborgene Stütze zu und meidet die Richtungen, in denen sie auf keinerlei Halt treffen würde.
Pflanzen sind fähig, meinte Francé, Absichten zu haben: Sie können sich nach etwas ausstrecken, sich ihren Weg und ihr Ziel selber aussuchen.
Der Sonnentau packt die Fliege mit unfehlbarer Genauigkeit, indem er seine Fangarme in Richtung Beute bewegt. Einige parasitäre Pflanzen „wittern“ selbst die leiseste Spur der Geruchs ihrer Wirtspflanze und überwinden alle Hindernisse, um zu ihrem Opfer zu gelangen.
Pflanzen scheinen zu wissen, welche Ameisen ihnen ihren Nektar stehlen wollen. Sie schließen ihre Blüten, wenn diese Tiere in der Nähe sind, und öffnen sie nur, wenn auf ihren Stengeln genügend Tau liegt, um die Ameisen am Hinaufklettern zu kindern. Ein mexikanischer Strauch, Acacia cornigera, bietet in hohlen Stacheln bestimmten Ameisen Unterschlupf und Nahrung – vielleicht als Gegenleistung für einen gewissen Schutz vor anderem Getier.
Ist es Zufall, dass manche Pflanzen so wachsen, dass sie den Insekten, von denen sie bestäubt werden, „gefallen“? Sie locken diese Insekten durch besondere Farben und Dürfe, belohnen sie mit ihrem begehrten Nektar und haben eine außerordentliche Technik und Mechanik des Blütenbaus entwickelt, sodass sie eine Biene in einem Kanal festhalten können, und sie erst wieder durch eine Falltüre entlassen, wenn die Bestäubung vollzogen ist.
Ist es wirklich nur ein glückliches Zusammentreffen, dass zum Beispiel die Orchidee Trichoceros parviflorus mit ihren Blütenblättern das Weibchen einer bestimmten Fliegenart so täuschen nachahmt, dass das Männchen versucht, mit der Blüte zu kopulieren und sie dabei bestäubt? Ist es bloßer Zufall, dass Nachtblüher weiße Blüten haben und dadurch Schwärmer und andere Nachtfalter anlocken, dass sie in der Dämmerung stärker durften, dass eine Stechwindenart, Smilax herbacea, die in Gegenden wächst, wo es ungewöhnlich viele Fliegen gibt, nach faulendem Fleisch stinkt, während Blumen, die sich auf Windbestäubung eingerichtet haben, keine Anstrengung darauf verschwenden, schön, duftend oder anziehend auf Insekten zu wirken, sondern ziemlich unauffällig bleiben?
Um sich zu schützen, haben die Pflanzen Dornen oder einen bitteren Geschmack, oder sie scheiden klebrige Sekrete aus, die unerwünschte Insekten festhalten und töten. Die ängstliche Mimosa pudica besitzt einen Mechanismus, der sofort reagiert, wenn ein Käfer, eine Ameise oder eine Raube zu ihren zarten Blättern hinaufkriechen will: Sobald der Eindringlich einen Blattstiel berührt, sinkt dieser plötzlich herab, die Blätter falten sich zusammen, und der Angreifer wird entweder von der unerwarteten Bewegung aus dem Gleichgewicht gebracht und fällt vom Stengel, oder er zieht sich fluchtartig zurück.
Einige Pflanzen, die an ihren sumpfigen Standorten zu wenig Stickstoff finden, verschaffen ihn sich, indem sie Lebewesen verspeisen. Es gibt über fünfhundert verschiedene fleischfressende Pflanzen, die – wenn sie es kriegen – jede Art Fleisch vom Insekt bis zum Rindsfilet konsumieren. Um ihre Beute zu erwischen, wenden sie unendlich listenreiche Methoden an: Tentakeln mit klebrigen Ausscheidungen, tellereisen- und trichterförmige Fallen etc. Die Tentakeln der fleischfressenden Pflanzen sind gleichzeitig Mäuler und Mägen auf Stengeln, die ihre Beute packen, fressen und vollständig verdauen, sodass nur noch das Skelett, der Chitinpanzer, übrigbleibt.
Der insektenfressende Sonnentau (Drosera) reagiert nicht weiter auf Steinchen, Metallstücken oder andere Fremdkörper, die man auf seine Fangblätter legt, merkt aber rasch, dass ein Stückchen Fleisch etwas Essbares ist. Darwin fand andererseits heraus, dass man den Sonnentau schon mit einem Fadenstückchen von weniger al einem Millionstel Gramm Gewicht reizen kann. Eine Ranke, die nach den Würzelchen das empfindlichste Organ einer Pflanze darstellt, krümmt sich schon, wenn ein Stück Seidenfaden von nur 0,00025 Gramm über sie gelegt wird.
Raffiniertheit und Einfallsreichtum der pflanzlichen Konstruktionsformen übersteigen bei weitem die Phantasie unserer Ingenieure. Bauten von Menschenhand erreichen niemals die Biegsamkeit und Zähigkeit der langen Rohre, die es den Bäumen möglich machen, den fürchterlichen Stürmen zu trotzen. Pflanzenzellen wachsen zu langen Würsten oder flachen Bändern, die so fest zusammenhalten, dass sie beinahe unzerreißbare Schnüre bilden. Das Dickenwachstum der Bäume nimmt mathematisch genau im richtigen Verhältnis zur Höhe und zum Gewicht des Baumes zu.
Der australische Riesen-Eukalyptus kann seine Krone auf einem schlanken Stamm bis zu hundertfünfzig Meter über den Boden erheben – höher als die Cheopspyramide. Einige Walnussgewächse tragen bis zu hunderttausend Nüsse. Der Virginia-Knöterich (Polygonum Virginiana) schlingt seine Früchte zu Seemannsknoten, die während des Trocknens einer solchen Spannung unterworfen werden, dass sie beim Aufschnappen die Samen möglichst weit von der Mutterpflanze wegschleudern, wo sie dann herabfallen und keimen.
Pflanzen haben sogar einen Sinn für Himmelsrichtungen und für zukünftige Ereignisse. Grenzwächter und Jäger entdeckten in der Prärien des Mississippi-Tales die Kompasspflanze (Silphium lacinatum), deren Blätter genau in die vier Himmelsrichtungen zeigen. Arbus precatorius, eine indische Krautpflanze, ist derart empfindlich gegenüber allen elektrischen und magnetischen Einflüssen, dass sie als Wetterpflanze verwendet wird. Botaniker, die als erste mit ihr im Londoner botanischen Garten „Kew Gardens“ eyperimentierten, fanden, dass sie ein guter „Wetterprophet“ für Zyklonen, Hurrikans, Tornados, Erdbeben und Vulkanausbrüche ist.
Alpenblumen sind so auf die Jahreszeiten „programmiert“, dass sie genau wissen, wann der Frühling kommt, und sich ihren Weg durch die Altschneeflecken bahnen. Dabei entwickeln sie Eigenwärme, mit deren Hilfe sie den Schnee wegschmelzen.
Pflanzen, die so sicher, so verschiedenartig und so unmittelbar auf ihre Umwelt reagieren, müssen, so meinte Francé, irgendein Verbindungsorgan zu dieser Umwelt haben, irgendetwas, das unseren Sinnen vergleichbar oder gar überlegen ist. Francé betonte, dass Pflanzen dauernd Ereignisse und Erscheinungen beobachten und aufzeichnen, von denen der Mensch keine blasse Ahnung hat.
Während man Pflanzen gemeinhin als gefühllose Automaten betrachtet, hat man nun herausgefunden, dass sie fähig sind, Töne zu unterscheiden, die das Menschenohr nicht hören kann, und Wellenlängen farbigen Lichts, wie Infrarot und Ultraviolett, wahrzunehmen, die für das Menschenauge unsichtbar sind. Besonders empfindlich reagieren sie auf Röntgenstrahlen und die Hochfrequenzstrahlung des Fernsehens.
Das ganze Pflanzenreich, sagte Francé, lebt in Abhängigkeit von den Bewegungen der Erde, des Mondes und der Planeten unseres Sonnensystems, und eines Tages wird man nachweisen können, dass es auch von den Sternen und anderen kosmischen Körpern beeinflusst wird.
Da die äußere Gestalt einer Pflanze nach jeder teilweisen Verstümmelung wiederhergestellt wird, nahm Francé an, dass irgendeine bewusste Wesenheit die ganze Pflanze überwacht, eine Intelligenz sie führt – sei es von außen oder von innen her.
Schon vor über einem halben Jahrhundert hätte Francé, nach dessen Vorstellung Pflanzen alle Eigenschaften von Lebewesen besitzen, und auch „äußerst heftige Reaktionen bei Misshandlungen und Dankbarkeit für Wohltaten“ äußern, ein Geheimes Leben der Pflanzen schreiben können, aber was von ihm schon in Druck erschienen war, wurde entweder von der etablierten Wissenschaft nicht beachtet oder als Aberglaube abgetan. Am meisten schockierte die wissenschaftliche Welt seine Theorie, dass die Bewusstheit der Pflanzen ihren Ursprung in einer feinstofflichen Welt kosmischer Wesen haben könnte, die schon lange vor Christi Geburt von Hindu-Weisen als devas bezeichnet wurden, und die von hellsichtigen Kelten und anderen Sensitiven der frühen Zeit in Form von Feen, Elfen, Gnomen, Sylphen und ähnlichen Kreaturen unmittelbar gesehen und erlebt wurden. Seine Idee wurde von den Fachleuten als kindisch bzw. hoffnungslos romantisch betrachtet.
Es hat der aufsehenerregenden Entdeckungen mehrerer Wissenschaftler in den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts bedurft, um die Pflanzenwelt plötzlich wieder in den Blickpunkt weltweiter Aufmerksamkeit zu rücken. Beweismittel stützen nun das poetische und philosophische Bild von den Pflanzen als lebenden, atmenden, agierenden und reagierenden Lebewesen.


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