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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 09:13 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1208
Heute mal ein kleiner Vorgeschmack auf das, was euch im Handbuch des Bodenlebens erwartet.

Inhalt: Erkenntnistheoretische Überlegungen, didaktische Probleme der Darstellung und Lösungen

Klar ! Iss doch einfach. Logo ! - Na also ..

Aus: Originalmanuskript S. 6a, physikalisch S. 7. (kapito ?):


Unsichtbare Lebensgemeinschaften bilden unsichtbare Landschaften

(Originalüberschrift)


1.) Didaktisches Problem:

Die Darstellung und Beschreibung des Bodenlebens beinhaltet ein prinzipielles Problem.

Die Welt der (Boden)-Mikroorganismen und die Umwelt des Menschen unterscheidet sich durch enorm unterschiedliche Größenmaßstäbe.

Die sinnlichen Erfahrungsmöglichkeiten des Menschen sind angepaßt an die Größenverhältnisse in seiner (meist oberirdischen) Umwelt.

Für das Verständnis von Lebensgemeinschaften die sich außerhalb des Funktionsbereiches oder Auflösungsvermögens seiner Sinnesorgane bewegen fehlen ihm normalerweise die Möglichkeiten einer unmittelbaren Anschauung oder Erkenntnis.

2.) Didaktische Aufgabe:

Die unsichtbare Mikrowelt des Bodens so darzustellen und zu beschreiben, daß sie einerseits mit den Mitteln der menschlichen Sinne angemessen verständlich wird aber andererseits die wirklichen Zusammenhänge der mikroskopischen Welt so wenig wie möglich verfälscht werden.

3.) Didaktische Losung:

Die Beschaffenheit, das Verhalten und die Umwelt der Mikroorganismen so darstellen und beschreiben daß sie den Erfahrungen entsprechen die der Mensch in seiner "Lebensgemeinschaft" und "Landschaft" erfährt.

So gelingt es das Gewohnte (normal Große) auf das Ungewohnte (unsichtbar Kleine) zu übertragen.

4.) Praktische Realisierung

40 (Bild)-Tafeln von 40 unterschiedlichen (Boden)-"Lebensgemeinschaften" in ihrer (Boden)-"Landschaft" (Umwelt) mit Beschreibung.

"Diese 40 Taïeln, von denen jede die "Landschaft" einer tatsächlich bestehenden Lebensgemeinschaft darstellt, sind so ganz bewußt an die menschliche Konvention des "Sehens" angepaßt."

Auf diesen Tafeln hat Farbe, Gestalt, Größenverhältnisse und Lebenssphäre (= Umwelt = Landschaft ?) jeder einzelnen Mikrobe einen "dokumentarischen Wert".

Die Darstellung ist so ausgeführt "dass der Beschauer ohne weiteres einsieht, dass sie (1) nur in *dieser* Lebenssphäre {Boden-Umwelt} existieren können und dass alle ihre (1) Funktionen an sie restios angepasst sind."

{ (1) der Individuen, der Individuengemeinschaften - die auch aus dem Miteinander verschiedener Arten bestehen}

Das Leben einer Gemeinschaft von Mikrowesen in einer unsichtbaren Landschaft wird so für den Menschen lebendig verständlich

5.) Die Verflochtenheit der Lebensgesetze von Mikroorganismen mit denen von Pflanzen, Tieren und Menschen

Die Fruchtbarkeit der Erde und das Entstehen neuer Lebensräume vollzieht sich fast ausschließlich in einer im Durchschnitt nur 30 cm dicken Humusschicht und alle Lebewesen, ob Pflanzen, Tiere oder Menschen, sind in ihrem Lebensraum vielfach verwoben mit dem Lebensraum und den Lebensgesetzen der mikroskopisch kleinen Lebewesen, die in dieser Humusschicht leben.

Das Verständnis von Humus und Bodenleben, seine Darstellung und Beschreibung sind immer noch {im Jahre 1959 - 1970} Pionierleistungen Einzelner und noch nicht wissenschaftliche Selbstverständlichkeit und erst recht nicht haben sie in das Alltagsverständnis und in den verständigen alltäglichen Umgang mit dem Boden (Erde, Humus) Eingang gefunden.

Diese komplexen Verflechtungen und gegenseitigen Abhängigkeiten im Kleinen wie im Großen zu verstehen verlangt "nur" dieselbe Zugangsweise wie die unvollstellbar kleinen dimensionen von Atomphysik und den unvollstellbar großen Dimensionen des Kosmos.

6.) Ziel des Handbuchs

Das Handbuch des Bodenlebens in seiner didaktisch neuartigen Form ("Tafelwerk" = bildliche Darstellung und Beschreibung) soll zu neuem tiefern Verständnis der im (Humus)-Boden Lebensgemeinschaften verhelfen, die die Grundlage allen Lebens sind und die erst die Vielfalt der für uns sichbaren Lebensformen auf der Welt ermöglichen und erhalten.


Bitte um Interpretation:


"Diese 40 Taïeln, von denen jede die "Landschaft" einer tatsächlich bestehenden Lebensgemeinschaft {von Mikroorganismen} darstellt, sind so ganz bewußt an die menschliche Konvention des "Sehens" angepaßt."

? Was heißt das genau ?


Die 40 Tafeln mit den 40 verschiedenen Lebensgemeinschaften im Boden "..gewähren einen Blick in die Lebensgesetze eines Daseins , das zahllose Male das unsere kreuzt, im tiefsten plasmatisch beeinflusst und nicht aus ihm wegzudenken ist."

? "im tiefsten plasmatisch beeinflusst" ? - was heißt "plasmatisch beeinflußt" in diesem Fall ?

? Wer ist "ihm" im Satz ? - "das unsere" Dasein ? - also wir / uns Menschen ?


Dieser Text ist eine subjektive Interpretation der letzten Seite {6a} des Vorworts zum Handbuch des Bodenlebens ohne wissenschaftlich übliche Zitierkonventionen. (Gruß vom gutten Berg)

Ja, ja, ihr bekommt in nicht allzu ferner Zeit auch das Original zu lesen - das leidige Copyright und die individuellen Geheimniskrämereien eben ..

Inhaltsverzeichnis:
http://www.france-harrar.de/index.php/HandbuchBodenleben.html
Bild
groß

Die ersten zwei Seiten des Vorwortes

Bild
groß

Beispiel einer Bildtafel mit einer Lebensgemeinschaft

Bild
groß

Poster Dinkelsbühl

Bild
groß


L E I D E R habe ich noch nicht den dazugehörigen Text
Aber ich arbeite daran den besitzenden Personen ins Gewissen zu reden.
Auch ist die Bildqualität schlecht - aber die Originale sind ja jetzt entdeckt.

Und S O übezeugt man sich vom tobenden Leben im Boden

Bild


Euer Jäger der verlorenen im Staub von 50 Jahren dahindämmernden und itzo wiedergefundenen 40 papier'nen Tafeln nebst zugehörigem Text.


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 21:18 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 600
Schönes neues Forumslogo! Gefällt mir.

Viele Grüße

Bernhard


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Mi 23. Feb 2011, 21:45 
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Registriert: Mi 10. Nov 2010, 15:38
Beiträge: 99
Wohnort: BRD
fein! kann ich meine ungeduld zaehmen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Do 24. Feb 2011, 21:33 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1208
Leute, ich sitze hier und platze bald vor Wut.

Habe jetzt Textteile des Originalmanuskripts bekommen.

Jeder einzelne Satz ist wie ein Donnerschlag !

Nur ein Beispiel:

"Wir werden später an der mikrobiologischen Darstellung eines Weizenfeldes sehen, wie sehr sich ein Boden durch Bebaung (gemeint: landwirtschaftliche Bearbeitung) in allem verändert und welche große Rolle dann infolge von Düngung das charakterische Übermaß an Bakterien spielt."

Findet ihr sowas in Handbüchern der Bodenkunde der Herren Professoren ?

Der gummibehandschuhten, mit Mundschutz versehenen und mit wichtigem Gesicht im weißen Kittel herumlaufenden Laboranten ?

50 Jahre wurde dieser Text VON ALLEN DIE IHN KANNTEN UND BESESSEN HABEN aus Motiven die ich lieber nicht wissen und hier nicht öffentlich ansprechen will, der MENSCHEIT vorenthalten !

SOFORT nach Beginn der Öl-Traktor-Pflug-"Revolution" wurde von Annie France-Harrar auf deren negative Folgen für den Humus hingewiesen - in ALLEN EINZELHEITEN, mit namentlicher Nennung jeder einzelnen Mikrobe und ihres traurigen Schicksals.

Ihr könnt sicher sein, von Sätzen wie dem obigen gibt es HUNDERTE, die auf die falsche Bodenbehandlung aber auch auf die richtige Pflege Humus hinweisen.

Echt, ich bin ja nur froh, daß die, die nix gelesen, nix kapiert und alles "untergepflügt" haben, auch alles selbst "auslöffeln" mußten, was sie gesät haben.

Bin ja nur ein kleiner Elektromaschinenbauer und Inschinör der Kommunikationstechnik und noch so einiges aber wie hier mit der Bodenwissenschaft umgegangen wurde ist selbst mir ehemaligem Technikfreak unbegreiflich und ein SKANDAL von HISTORISCHEM AUSMAß !

Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Fr 25. Feb 2011, 08:24 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1208
Jetzt mach ich mal nen .


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Fr 25. Feb 2011, 22:33 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 600
Winfried hat geschrieben:
Findet ihr sowas in Handbüchern der Bodenkunde der Herren Professoren ?


Ja. (!)

Ein führender Wissenschaftler der Firma Bayer sagte zu mir in einer Diskussion über Pflanzenschutzmittel, daß das Umpflügen eines Feldes eine größere ökologische Katastrophe ist, als die Pestizide.

Du kannst also davon ausgehen, daß zumindest einige mit vollem Bewußtsein die Schäden verursachen. Ich denke, daß die meisten so handeln, weil sie Profit daraus ziehen und keinen anderen Weg gehen wollen.

Viele Grüße,
Bernhard


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Mo 28. Feb 2011, 16:53 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1208
Wiener !

Stürmt sofort los zur Universität für Bodenkultur

http://www.boku.ac.at

Universitätsbibliothek und Universitätsarchiv

http://www.boku.ac.at/kataloge.html

und holt euch das Manuskript

Francé-Harrar, Annie; Handbuch des Bodenlebens, 1959, 169 Bl., 40 Taf.

http://permalink.obvsg.at/bok/AC06427952

Dann habt ihr etwas, was ich gerne hätte, aber nicht habe und nach dem ich seit 1,5 Jahren suche, auch gefunden habe, mir aber niemand geben wollte.

Scannt es und macht Texterkennung wenn ihr könnt.

Und schickt es mir zur Veröffentlichung auf France-Harrar.de.

Werdet der erste Guerilla-Publisher !


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Do 3. Mär 2011, 08:30 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1208
Halali !

Es ist vollbracht !

Nach einer fast zwei Jahre währenden weltweiten Fandung wurde von der internationalen Taskforce AFH das Versteck des Handbuch des Bodenlebens aufgespürt und in die sichere Obhut der Freunde von France&Harrar gebracht.
Es wird hiermit aus dem Dunkel der Schubladen gegen alle Widerstände der privat Besitzenden an das Licht der Öffentlichkeit gebracht und dem wahren Besitzer übergeben: der Menschheit.

Danke an die beteiligten Jagtgenossen.

"Der dritte Mann" in Wien hats gescannt.

(Anton Karas - Der dritte Mann
http://www.youtube.com/watch?v=lZZHq2JSnnE
Das hätte sich nicht einmal Hitchcock ausdenken können.)

Aber die Jagt ist noch nicht zuende.

Zum Text gehören 40 Farbzeichnungen und Fotos.

Wo die Farbzeichnungen sind ist bekannt.

Nach den Fotos muß noch gefahndet werden.

Stay tuned.


Download aus der Daten-Wolke:

https://cid-dd06621d65a076d2.skydrive.live.com/redir.aspx?resid=DD06621D65A076D2!106&authkey=zl64t8P3Y84%24

Auf den Ordner "Handbuch des Bodenlebens" klicken
Dann erscheint die Datei "Handbuch"
Rechts daneben die Auswahl "Herunterladen"
Draufklicken.

Beschwert euch bei MS wenns nicht geht - es ist ein Elend dieses User-Interface ..
Klickt mal rum und sagt Bescheid obs geht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Do 3. Mär 2011, 11:58 
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Registriert: Mo 2. Aug 2010, 13:20
Beiträge: 22
Danke für die Arbeit!


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Do 3. Mär 2011, 21:49 
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Registriert: Mi 10. Nov 2010, 15:38
Beiträge: 99
Wohnort: BRD
link geht leider nicht...


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Fr 4. Mär 2011, 08:45 
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Registriert: Mo 2. Aug 2010, 20:59
Beiträge: 71
hallo!

Bei mir hat der download geklappt - danke fürs Einstellen!!

liebe Grüße!


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Fr 4. Mär 2011, 09:47 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1208
ina maka hat geschrieben:
hallo!

Bei mir hat der download geklappt - danke fürs Einstellen!!

liebe Grüße!

Ah, ein stiller Genießer - auf frischer Tat ertappt !

Das rettet mir den Tag, daß es endlich mal geklappt hat.

Winfried


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Fr 4. Mär 2011, 13:59 
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Registriert: Mi 10. Nov 2010, 15:38
Beiträge: 99
Wohnort: BRD
heute hat es geklappt
DANKE


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Fr 4. Mär 2011, 17:44 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1208
Handbuch des Bodenlebens

Systematisches (= Nachwort) S. 160 - 169.


Meine Zusammenfassung daraus zum Thema:

Bodenleben: seine Beobachtung, seine Zusammensetzung; Humus: Herkunft, Auf- und Abbau


(1) Darstellung des Bodenlebens

Das Handbuch des Bodenlebens enthält 40 Tafeln (= Bilder vom Bodenleben) mit 40 verschiedenen spezialisierten Lebensgemeinschaften in ihrem Auf- und Abbau.

Es besteht die außerordentliche Schwierigkeit, die so sehr verschiedenen Lebensräume und unterschiedlichen Organismen "auf einen größenmässigen Nenner zu bringen", d.h. die Größenunterschiede der Mikroorganismen, organischen und anorganischen Bestandteile ihres Lebensraums im Bereich von 50 - 500 Mikrometern für das menschliche Auge so darzustellen, daß sowohl das kleinste Detail als auch der Blick auf den gesamten Lebensraum möglich ist.

Man muß sie so gut sehen können, daß sie auch wiedererkannt werden können.

"Man muß daher einen gewissen Durchschnitt benutzen, der aber dann nicht der realen Wirklichkeit entsprechen kann"
(ist für mich noch interpretationsbedürftig)


(2) Beobachtung des Bodenlebens und der Humusbildung

Das Edaphon kann man mit 600facher Vergrößerung schon recht gut beobachten.

Ein Elektronenmikroskop mit 20.000 - 1000.000facher Vergrößerung liefert ein detaillierteres Bild.

Für die biologische Bodenbeurteilung oder eine edaphologische Bestandsaufnahme genügt aber eine mittlere Vergrößerung. (? wie groß?)

Mit dieser Vergrößerung kann man dann auch die jeweilige Lebensgemeinschaft beurteilen.

Die ersten Analysen des Bodenlebens haben zum Ziel, herauszufinden, ob es sich um eine AUF-bauende oder eine AB-bauende Biozönose handelt. (Das muß noch genauer interpretiert werden)

Dabei muß man die stets fluktuierend ab- oder zuwandernden Organismen und Organismengruppen genau beobachten.

Dies ermöglicht die Vorgänge der Humusbildung zu erkennen. (Ja, WORAN erkennt man die denn ?)

Tests mit Mikroorganismen aus Laboratoriumszüchtungen sind für das natürliche Bodenleben nicht zu gebrauchen.
(Weiteres dazu im Originaltext)


(3) Systematik des Bodenlebens

Das Bodenleben ist die zahlemäßig umfangreichste und bedeutendste Formation unter allen Lebewesen, welche sowohl Einzeller als auch Vielzeller umfaßt.

Es bewirkt alle Arten der Umbildung von Gasen, Flüssigkeiten, Kolloiden und festen Materialien die auf in und über der Erdoberfläche auftauchen


Einteilung:

1.) Lithobionten

Bewirken den stetigen Zustrom von neu umgewandelter anorganischer Substanz. unter Verwendung von Licht, Gas, Wasser und Mineralien wandelt es die Erosion und Sedimentation in organische Substanz um.

2.) Edaphon

Die Lebensgemeinschaft des Edaphon baut aus der abgelaufenen Verrottung, Vergärung und Verwesung Humus auf und schafft damit eine Lebenszone für Pflanzen, Tiere uhd Menschen.

(Die Lithobionten gehören aber doch auch zum Edaphon - oder nicht ?)

3.) Polysaprobe Abbauer

Diese Gemeinschaft im Bodenleben zerlegt Totes aus millionenatomigen Großmolekülen zu wenigatomigen Bausteinen neuen Lebens, produziert Gase und Flüssigkeiten und "befreit die Erde von giftigen Resten" (was auch immer die sein mögen). Ihre Tätigkeit ist eine "Allsanierung" des unvermeidlichen körperlichen "All"zerfalls.

(zu klären: polysaprob lt. Lexikon = Bezeichnung für stark verschmutzte Gewässer)

(Die Polysaprobe Abbauer gehören aber doch auch zum Edaphon - oder nicht ?)

4.) Plankton

Die Lebensgemeinschaft des Plankton vollzieht die Reinigung der süssen und salzigen Gewässer, klärt und durchlüftet sie.

Zwischen Plankton und Edaphon kann man keine scharfe Grenze ziehen, denn die Verlandungsflora enthält dieselben Grundformen von Bakterien, Protozoen, Rhizopoden und Mikropilzen wie das in der Erde hausende Bodenleben.


(4) Erdgeschichtliche Historie des Humus

Der Humus ist vergänglicher als man früher glaubte.

Humus ist nur eine vorübergehende Erscheinung in der erdgeschichtlichen Entwicklung.

Es gibt auch erdgeschichtliche Dauerzustände ohne Humus.

Humusentstehung und Humuserhaltung ist nur dann möglich, wenn diese Prozesse in einen Kreislauf der umzusetzenden Stoffe einmünden.

Der vom Menschen vorgefundene Humusschatz stammt noch aus dem Tertiär (25-2,5 Mio Jahre).
http://de.wikipedia.org/wiki/Terti%C3%A4r_(Geologie)

Der steigende Humusverfall der letzten Jahrhunderte ist so einschneidend geworden, daß unsere Generation endlich anfängt über die Ursachen nachzudenken.

Humus entsteht durch die Laubwälder - aber zuerst muß der Humus entstehen, damit darauf dann die Laubwälder wachsen können.


(5) Die Zukunft der Fruchtbarkeit der Erde

Annie France-Harrar ist der Meinung, daß es möglich ist, "menschengemachten" Humus herzustellen.

Das Hauptpotential für "menschengemachten" Humus sieht sie in der Humifizierung der bisher ungenutzten organischen Abfälle.

Mit "menschengemachtem" Humus und einer humuserhaltenden oder humusaufbauenden Wirtschaftsweise ist es möglich, die Fruchtbarkeit der bestehenden Anbauflächen zu erhalten oder zu erhöhen.

Mit "menschengemachten" Humus ist es auch möglich, bisher unfruchtbare Böden für den Nahrungsmittelanbau nachhaltig zu nutzen.

Für die langfristige Erhaltung solcher für den Nahrungsmittelanbau neu gewonnenen Böden ist eine Bewaldung der entsprechenden Gebiete unabdingbar, da nur der Laubwald die Erhaltung und Ausweitung und den Kreislauf des Humus ermöglicht.


Und so sehen wir betroffen
Den Vorhang zu und alle Fragen offen ..


---
Reich-Ranicki beendete die Sendung jeweils mit dem Brecht-Zitat: „Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“, eine Abwandlung von „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“ (aus: Der gute Mensch von Sezuan).


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 Betreff des Beitrags: Re: Handbuch des Bodenlebens
BeitragVerfasst: Sa 5. Mär 2011, 06:22 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 600
Winfried, warum sind alle Fragen offen? Es wird in den obigen Zitaten alles gesagt.

Lithobionten leben auf Steinen, sind aber ABbauend. Polysaprobe Bodenlebewesen sind ABbauend, vor allem zerteilen sie die organischen Molekülverbindungen in kleinste Stücke.

Bei der Humusbildung werden die organischen Stoffe in große Stücke zeregt = Makromoleküle und dann von einigen AUFbauenden Lebewesen weiterverarbeitet zu neuen organischen Verbindungen, insbesondere Huminsäuren und andere hoherwertige Verbindungen. Im Prinzip geht es um Fett (-säuren). Ein Boden ohne Humus ist ein Boden ohne Fett. Und wenn der Boden nur von Zucker lebt, dann ist das genauso schädlich, wie wenn ein Mensch von Zucker alleine lebt. Der Körper/ Boden zehrt sich auf, weil er die essentiellen Stoffe im Körper abbaut, wenn sie über die Nahrung nicht verfügbar sind.

Viele Grüße
Bernhard


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