Forum für die kritische Würdigung
Forum for critical appreciation
Forum pour une appréciation critique
Foro de apreciación critíca
Aktuelle Zeit: Do 23. Nov 2017, 23:04

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Di 19. Apr 2011, 19:08 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Tafel 7 Wie und wodurch kommt die Fruchtbarkeit der Nilüberschwemmung ?

Bild

Dazu Photo des Nils in der Hochflut mit dem Spiegel überfluteter Gebiete aus dem Delta

Ägyten ist das ideale Beispiel eines Landes, das seit mehr als 7000 Jahren von seiner Überschwemmung lebt. Es ist bustäblich das "Kind des Nils", dieses Land Chem, das darum das Land der schwarzen Erde heißt. Aber man darf vermuten, daß dieser unermeßliche Schatz an schwarzer Erde ausschließlich durch die periodischen Überschwemmungen des Nils entstanden ist. Ohne diesen gewaltigen Strom, einen der größten und längsten Ströme der Erde, wäre Ägyten ein Teil der lybischen Wüste. Wahrscheinlich hätte es kaum Oasen, dafür aber Sandstürme. Und der Samum würde Barchane und wandernde Sandhügel aufhäufen und vor sich herschieben, die alles verschütten, wie das in den asiatischen Wüsten geschieht.

Anstatt dessen quert ein 6400 km langer Strom Ober- und Unterägypten. Geegen den Oktober zu, wenn der Wasserspiegel seinen Höhepunkt erreicht hat und die tief schokoladenbraune Flut allmählich zum Stehen kommt, besitzt der Nil das uznerhöärt ausgedehnte Einzugagebiet von 2,9 qkm. Das ist genug, um ganz Ägypten zu nbefruchten.

Geografisch sind die Zusammenhänge heute voll geklärt. Der "Weiße Nil" (Kagera-Sobat) vereinigt sich bei Chartum mit dem "Blauen Nil", der ihm seine enorme Wassermasse mitbringt. Die eigenliche Überschwemmung, die heute, allerdings nicht zum Nutzen der natürlichen Bodenbereicherung, durch mehrere Staudämme wesentlich eingeschränkt ist, rührt von der abessinischewn Regenzeit her, ebenso wie die rötlichbraune Farbe des Flutwassers von den abessinischen Lateritböden. Durch die künstlichen Verbauungen wird jedoch jetzt ein Teil der segensreichen Wirkungen aufgehoben, weil man die Sedimentation zurückhält. Die beginnende Bodenverarmung ist daran zu erkennen, daß die kostbaren Baumwollböden gegenwärtig stark mit Mineraldünger beschickt werden. In historischer Zeit nur bei Schlammdüngung wäre das sicher unnötig gewesen. Auch für die überaus anspruchsvolle Baumwolle.

Aber die Nilüberschwemmung ist auch in anderer Hinsicht ein Sonderfall unter den irdischen Überschwemmungen.

Da die abessinischen Regenwälder nur sehr gering besiedelt sind, bringt der Strom auch in seinem Unterlauf verhältnismäßig wenig menschlichen und gar keinen industriellen Abfall mit. Es fehlt die polysaprobe Quote, trotzdem Ägypten ein reich besiedeltes Land ist und es früher vielleicht noch mehr war.

Es gibt kaum einen Strom - außer vielleicht dem cyprischen Peiresias - der ebenfalls eine alljährliche Überschwemmung mit weitgedehnter Befruchtung besitzt, dessen Wasser derart verschwenderisch von sauerstoffperlen durchsetzt ist wie die Hochflut des Nils. (Auf der Tafel 7 sieht man sie überall das Wasser durchziehen.) In einem Glas ist die Farbe der Flut hellgelb, moussierend wie Sekt, und kaum ein anderes Wasser ist von so ausgesprochenem Wohlgeschmack.

Die starke Strömung der Hochflut verhindert zunächst bis zu einem gewissen Grad die Sedimentation. Wahrscheinlich trat sie seinerzeit, als sie sich ungehemmt über das ganze Land ergoß, erst ein, als die Bewegung des Wassers zum Stehen kam. Bis dahin treiben zahllose mineralische Konkremente zusammen mit den einst darauf lebenden Lithobionten rasch dahin. Die unendlich vielen Erosionssplitterchen sind kaum abgeschliffen. Aber trotz der mangelnden Korrosion sind die allermeisten von autochtoner Mikroflora, von Blaualgenkokken und nicht selten von sehr zarten, aber fruchtenden Actinomyceshyphen besiedelt. Auch farblose oder schwach fluoreszierende, in Kolloide gebettete Kolonien von Bakterien hängen wie langgezogene Säckchen an irgendeiner Spitze.

Frei treibende Chroococcum, Isocystis, Chlorella, Gloeocapsa, Microcystis, Nostoc, jede Art von Urkugeln und alle möglichen Palmellaformen bestreiten denn lebenden Bestand. Massenhaft sind die Cysten mitgerissener Amöben, die roten Eier von Bdelloiden (viele Rädertiere haben karminrote Eier) und eingekapselte Protozoen. Oszillatoria tenuis, ein überall verbreiteter Ubiquist, zieht in langen Fäden mit. Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom Plankton bis zum Humus. Von Diatomeen sind hauptsächlich nur kleine Navicula und Eunotia vorhanden. Micropilze gibt es faßt garnicht. Nur auf solche Sporen stößt man, die durch eingelagerte Öltropfen gut schwimmfähig sind. Die Geißler treiben zumeist nur als grüne Zysten dahin, allenfalls findet man eine besondere Art des großen Cystococcus sp. Aber alles zusammen ist der Reichtum an Mikroleben ungeheuer groß.

Ich setze, um eine anschauliche Vorstellung davon zu vermitteln, die Zahlen unserer eigenen Untersuchungen hierher.

1 ccm frisch abgesetzten Nilschlammes nahe bei dem Dorf Bedraschein gegenüber den Ruinen von Memphis enthielt:

2 000 Protozoen und Amöben, größtenteils encystiert
75 000 unterschiedliche Formen von autochtoner Mikroflora, ein- und mehrzelligen Blaualgen
2 000 000 Pilzsporen, abgerissene Hyphen, Actinomyces Eier und meist unbekannte Zysten
150 000 000 wenig unterschiedene Bakterien, Stäbchen- und Kokkenformen

Algen und Mikroalgen überwogen bei weitem. Das macht die unwahrscheinliche Regenerationskraft dieses Überschwämmungsphänomen verständlich. Die bodenbildenden Mächte inmitten einer reinen Wüste müssen, als der Mensch noch nicht an sie rührte, unvostellbar groß gewesen sein. Zweifellos sicd sie die letzten Reste eines einst reichen Weide- und Flußgebietes, daß sich hier und drüben in der Wüste Et Ti befand und das seit vielleicht seit 10 000 Jahren von Flugsand verschüttet ist. Das Ägypten der Pharaonen war letzter Zeuge einer Urzeit und ihrer üppigen Paradiese. Was aus ihm wird, wenn der Mnesch weiterhin als wenig einsichtiger Störenfried in seine Gesetze eingreift, kann man nicht sagen.

Sehr aufschlußreich ist es, gegen diese biologisdche Analyse die chemische zu stellen.

Der abessinische Urgesteinssockel liefert selbstverständlich überwiegend Silikate, die zusammen 50 - 70 % betragen. Sehr viel Eisenverbindungen (über 11%) werden durch sehr wenig Kalkverbindungen (nur 4,5%) natürlich nicht ausgeglichen. Auch Magnesia kommt kaum auf 4%. Kali, Mangan, Kohlernsäure, Schwefelsäure und Phosphorsäure erreichen nur zwischen 1 und 2 &. Und nachweisbarer Stickstoff ist überhaupt nur in Spuren vorhanden.

Überlegt man sich nun, was der Nilschlamm seit Jahrtausenden leistet, welche Fruchtbarkeit er hervorbringt, welche Kultur sich auf seinem Reichtum aufbaute, so ist das ein Beweis dafür, daß es in erster Linie beim Boden auf das Bodenleben und seine durch nichts zu kompensierende Leistung ankommt. Daß in einem reinen Wüstenklima, in dem es kaum Regen gibt, durch Überschwemmung und nachfolgende Verlandung eine nicht nur ganz außergewöhnliche, sonder auch dauernde Fruchtbarkeit geschaffen werden kann, die praktisch auch ohne Düngung - denn aus Kamel- und Eselsmnist wird Brennmaterial geknetet - auszukommen vermag.

Dieses eine Beispiel des Nils müßte also genügen, daß die Menscheit endlich begreift, was das Phänomen der Erosion direkt und im übertragenen Sinn für sie bedeutet.

Tafel 7 Die Nilüberschwemmung befruchtet Ägypten

Organische und anorganische Anreicherung durch die steigende und wochenlang in den Boden einsickernde Nilflut.

Während der Flutperiode ist das Nilwasser im Glas hellgelb und moussiert wie Sekt, da sein Reichtum an assimilierenden Mikroalgen es mit zahllosen Sauerstoffperlen durchsetzt. Es ist ausgesprochen wohlschmeckend. Während des Höhepunktes wird ein hell- bis dunkelschokoladenbrauner Schlamm abgelagert, der nach dem Eintrocknen die neue, fruchtbare Bodenzone bildet. An Mineralien sind ein Sammelsurium von kristallischen Fluß- und Feldspaten, Basalten, Glimmern und Silikatpartikeln verschiedener Größe und verschiedenem Aussehen da. Immer finden sich Splitter von Citrin, Rosenquarz und Toppas: Die Auswahl dieser Bodenmineralien rührt von Abessinien und der Auswaschung des Nils her.

Organismen stark wechselnd in ihrem Bestand, ohne die Eingriffe des Menschen von ungeheurem Reichtum.

Blaualgen sind teilweise dominant
Oscillatorien in verschiedenen Formen
Oscillatoriasporen
Gloecoccus mucosus
Chroococcus infusiorum, durch den Wasserdruck oft in einzelne Zellen aufgelöst

Isocystis infusionum
Ulothrix zonata, auch häufige Keimzellen
Nostoczellen, oft noch in Zoogloeen
Phormidium fragile
Microcystis flos aquae

Andere Algen:

Ulothrix zonata mit und ohne Gameten
Microspora amoena und verschiedene Formen
Micromonospora sp.
Protosyphon botrycides

Urkugeln (*)
fast sämtlich Kieselalgen vereinzelt alle lokalen Formen, vor allem Navicula sp.
Amöben: Microamoeba var. radiosa sp., sonst sehr häufig in Zystenform, vereinzelt Vahlkampfia froschi
Rotatorien: immer wieder rote Eier
Flagellaten: viele Schwärmer und Gameten
Ciliaten: als Zysten


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 7
BeitragVerfasst: Mi 24. Aug 2011, 12:34 
Offline

Registriert: Di 8. Feb 2011, 17:41
Beiträge: 4
Wohnort: Kairo
Hallo, ich bin über Google in diesem Forum geladen. Das ist wirklich sehr interessant. Darf ich fragen, aus welchem Buch diese Texte stammen?

Winfried hat geschrieben:
S. 46- 48, pdf 67 - 72

Tafel 7

Wie und wodurch kommt die Fruchtbarkeit der Nilüberschwemmung ?

Dazu Photo des Nils in der Hochflut mit dem Spiegel überfluteter Gebiete aus dem Delta

Ägyten ist das ideale Beispiel eines Landes, das seit mehr als 7000 Jahren von seiner Überschwemmung lebt. Es ist bustäblich das "Kind des Nils", dieses Land Chem, das darum das Land der schwarzen Erde heißt. Aber man darf vermuten, daß dieser unermeßliche Schatz an schwarzer Erde ausschließlich durch die periodischen Überschwemmungen des Nils entstanden ist. Ohne diesen gewaltigen Strom, einen der größten und längsten Ströme der Erde, wäre Ägypten ein Teil der lybischen Wüste. Wahrscheinlich hätte es kaum Oasen, dafür aber Sandstürme. Und der Samum würde Barchane und wandernde Sandhügel aufhäufen und vor sich herschieben, die alles verschütten, wie das in den asiatischen Wüsten geschieht.

Anstatt dessen quert ein 6400 km langer Strom Ober- und Unterägypten. Geegen den Oktober zu, wenn der Wasserspiegel seinen Höhepunkt erreicht hat und die tief schokoladenbraune Flut allmählich zum Stehen kommt, besitzt der Nil das uznerhöärt ausgedehnte Einzugagebiet von 2,9 qkm. Das ist genug, um ganz Ägypten zu nbefruchten.

Geografisch sind die Zusammenhänge heute voll geklärt. Der "Weiße Nil" (Kagera-Sobat) vereinigt sich bei Chartum mit dem "Blauen Nil", der ihm seine enorme Wassermasse mitbringt. Die eigenliche Überschwemmung, die heute, allerdings nicht zum Nutzen der natürlichen Bodenbereicherung, durch mehrere Staudämme wesentlich eingeschränkt ist, rührt von der abessinischewn Regenzeit her, ebenso wie die rötlichbraune Farbe des Flutwassers von den abessinischen Lateritböden. Durch die künstlichen Verbauungen wird jedoch jetzt ein Teil der segensreichen Wirkungen aufgehoben, weil man die Sedimentation zurückhält. Die beginnende Bodenverarmung ist daran zu erkennen, daß die kostbaren Baumwollböden gegenwärtig stark mit Mineraldünger beschickt werden. In historischer Zeit nur bei Schlammdüngung wäre das sicher unnötig gewesen. Auch für die überaus anspruchsvolle Baumwolle.

Aber die Nilüberschwemmung ist auch in anderer Hinsicht ein Sonderfall unter den irdischen Überschwemmungen.

Da die abessinischen Regenwälder nur sehr gering besiedelt sind, bringt der Strom auch in seinem Unterlauf verhältnismäßig wenig menschlichen und gar keinen industriellen Abfall mit. Es fehlt die polysaprobe Quote, trotzdem Ägypten ein reich besiedeltes Land ist und es früher vielleicht noch mehr war.

Es gibt kaum einen Strom - außer vielleicht dem cyprischen Peiresias - der ebenfalls eine alljährliche Überschwemmung mit weitgedehnter Befruchtung besitzt, dessen Wasser derart verschwenderisch von sauerstoffperlen durchsetzt ist wie die Hochflut des Nils. (Auf der Tafel 7 sieht man sie überall das Wasser durchziehen.) In einem Glas ist die Farbe der Flut hellgelb, moussierend wie Sekt, und kaum ein anderes Wasser ist von so ausgesprochenem Wohlgeschmack.

Die starke Strömung der Hochflut verhindert zunächst bis zu einem gewissen Grad die Sedimentation. Wahrscheinlich trat sie seinerzeit, als sie sich ungehemmt über das ganze Land ergoß, erst ein, als die Bewegung des Wassers zum Stehen kam. Bis dahin treiben zahllose mineralische Konkremente zusammen mit den einst darauf lebenden Lithobionten rasch dahin. Die unendlich vielen Erosionssplitterchen sind kaum abgeschliffen. Aber trotz der mangelnden Korrosion sind die allermeisten von autochtoner Mikroflora, von Blaualgenkokken und nicht selten von sehr zarten, aber fruchtenden Actinomyceshyphen besiedelt. Auch farblose oder schwach fluoreszierende, in Kolloide gebettete Kolonien von Bakterien hängen wie langgezogene Säckchen an irgendeiner Spitze.

Frei treibende Chroococcum, Isocystis, Chlorella, Gloeocapsa, Microcystis, Nostoc, jede Art von Urkugeln und alle möglichen Palmellaformen bestreiten denn lebenden Bestand. Massenhaft sind die Cysten mitgerissener Amöben, die roten Eier von Bdelloiden (viele Rädertiere haben karminrote Eier) und eingekapselte Protozoen. Oszillatoria tenuis, ein überall verbreiteter Ubiquist, zieht in langen Fäden mit. Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom Plankton bis zum Humus. Von Diatomeen sind hauptsächlich nur kleine Navicula und Eunotia vorhanden. Micropilze gibt es faßt garnicht. Nur auf solche Sporen stößt man, die durch eingelagerte Öltropfen gut schwimmfähig sind. Die Geißler treiben zumeist nur als grüne Zysten dahin, allenfalls findet man eine besondere Art des großen Cystococcus sp. Aber alles zusammen ist der Reichtum an Mikroleben ungeheuer groß.

Ich setze, um eine anschauliche Vorstellung davon zu vermitteln, die Zahlen unserer eigenen Untersuchungen hierher.

1 ccm frisch abgesetzten Nilschlammes nahe bei dem Dorf Bedraschein gegenüber den Ruinen von Memphis enthielt:

2 000 Protozoen und Amöben, größtenteils encystiert
75 000 unterschiedliche Formen von autochtoner Mikroflora, ein- und mehrzelligen Blaualgen
2 000 000 Pilzsporen, abgerissene Hyphen, Actinomyces Eier und meist unbekannte Zysten
150 000 000 wenig unterschiedene Bakterien, Stäbchen- und Kokkenformen

Algen und Mikroalgen überwogen bei weitem. Das macht die unwahrscheinliche Regenerationskraft dieses Überschwämmungsphänomen verständlich. Die bodenbildenden Mächte inmitten einer reinen Wüste müssen, als der Mensch noch nicht an sie rührte, unvostellbar groß gewesen sein. Zweifellos sicd sie die letzten Reste eines einst reichen Weide- und Flußgebietes, daß sich hier und drüben in der Wüste Et Ti befand und das seit vielleicht seit 10 000 Jahren von Flugsand verschüttet ist. Das Ägypten der Pharaonen war letzter Zeuge einer Urzeit und ihrer üppigen Paradiese. Was aus ihm wird, wenn der Mnesch weiterhin als wenig einsichtiger Störenfried in seine Gesetze eingreift, kann man nicht sagen.

Sehr aufschlußreich ist es, gegen diese biologisdche Analyse die chemische zu stellen.


Der abessinische Urgesteinssockel liefert selbstverständlich überwiegend Silikate, die zusammen 50 - 70 % betragen. Sehr viel Eisenverbindungen (über 11%) werden durch sehr wenig Kalkverbindungen (nur 4,5%) natürlich nicht ausgeglichen. Auch Magnesia kommt kaum auf 4%. Kali, Mangan, Kohlernsäure, Schwefelsäure und Phosphorsäure erreichen nur zwischen 1 und 2 &. Und nachweisbarer Stickstoff ist überhaupt nur in Spuren vorhanden.

Überlegt man sich nun, was der Nilschlamm seit Jahrtausenden leistet, welche Fruchtbarkeit er hervorbringt, welche Kultur sich auf seinem Reichtum aufbaute, so ist das ein Beweis dafür, daß es in erster Linie beim Boden auf das Bodenleben und seine durch nichts zu kompensierende Leistung ankommt. Daß in einem reinen Wüstenklima, in dem es kaum Regen gibt, durch Überschwemmung und nachfolgende Verlandung eine nicht nur ganz außergewöhnliche, sonder auch dauernde Fruchtbarkeit geschaffen werden kann, die praktisch auch ohne Düngung - denn aus Kamel- und Eselsmnist wird Brennmaterial geknetet - auszukommen vermag.

Dieses eine Beispiel des Nils müßte also genügen, daß die Menscheit endlich begreift, was das Phänomen der Erosion direkt und im übertragenen Sinn für sie bedeutet.

Tafel 7

Die Nilüberschwemmung befruchtet Ägypten

Organische und anorganische Anreicherung durch die steigende und wochenlang in den Boden einsickernde Nilflut.

Während der Flutperiode ist das Nilwasser im Glas hellgelb und moussiert wie Sekt, da sein Reichtum an assimilierenden Mikroalgen es mit zahllosen Sauerstoffperlen durchsetzt. Es ist ausgesprochen wohlschmeckend. Während des Höhepunktes wird ein hell- bis dunkelschokoladenbrauner Schlamm abgelagert, der nach dem Eintrocknen die neue, fruchtbare Bodenzone bildet. An Mineralien sind ein Sammelsurium von kristallischen Fluß- und Feldspaten, Basalten, Glimmern und Silikatpartikeln verschiedener Größe und verschiedenem Aussehen da. Immer finden sich Splitter von Citrin, Rosenquarz und Toppas: Die Auswahl dieser Bodenmineralien rührt von Abessinien und der Auswaschung des Nils her.

Organismen stark wechselnd in ihrem Bestand, ohne die Eingriffe des Menschen von ungeheurem Reichtum.

Blaualgen sind teilweise dominant
Oscillatorien in verschiedenen Formen
Oscillatoriasporen
Gloecoccus mucosus
Chroococcus infusiorum, durch den Wasserdruck oft in einzelne Zellen aufgelöst

Isocystis infusionum
Ulothrix zonata, auch häufige Keimzellen
Nostoczellen, oft noch in Zoogloeen
Phormidium fragile
Microcystis flos aquae

Andere Algen:

Ulothrix zonata mit und ohne Gameten
Microspora amoena und verschiedene Formen
Micromonospora sp.
Protosyphon botrycides

Urkugeln fast sämtlich
Kieselalgen vereinzelt alle lokalen Formen, vor allem Navicula sp.
Amöben: Microamoeba var. radiosa sp., sonst sehr häufig in Zystenform, vereinzelt Vahlkampfia froschi
Rotatorien: immer wieder rote Eier
Flagellaten: viele Schwärmer und Gameten
Ciliaten: als Zysten


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 7
BeitragVerfasst: Do 25. Aug 2011, 06:52 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Annie France-Harrar; Handbuch des Bodenlebens, 1959

Alles über den Inhalt und das Schicksal des Buches hier:

viewforum.php?f=31

http://www.france-harrar.de/index.php/H ... leben.html

Tafeln
viewtopic.php?f=31&t=262

Nilschlamm
Bild

Guckst Du Bild gaaanz groß im Mikroskop von Annie

Lauter "Edelsteine" im Nilschlamm !

War auch mal ganz früher am Assuan-Staudamm.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de