Forum für die kritische Würdigung
Forum for critical appreciation
Forum pour une appréciation critique
Foro de apreciación critíca
Aktuelle Zeit: Do 23. Nov 2017, 22:59

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 15 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Mi 30. Mär 2011, 21:05 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
English translation for our curious english readers:
viewtopic.php?f=31&t=224&p=2622&sid=61d239df54e2a690d941b4ae63573406#p2622

Tafel 28 Nitrogenversorgung eines Kulturbodens durch Mineraldünger.

Bild

Die Vorteile einer Biologisierung chemischer Mineraldünger (halbschematisch dargestellt)

Dazu Foto von ausgestreutem NPK mit den weißen Strichen auf dem aufgepflügten Ackerboden.

Bild
http://docplayer.org/docs-images/58/41408510/images/23-0.png

Es ist sehr aufschlussreich, im Gegensatz zu dem natürlichen Ablauf sich den Vorgang der künstlichen Stickstoffdüngung auf seine Möglichkeiten hin anzusehen.

Da es sich hier nicht um Humusersatz handelt, sondern eben um eine Düngung, muss man ihn im Vergleich zu anderen Düngern prüfen und kann ihn jedenfalls in seinem jetzigen Gebrauchszustand nicht einem vollwertigen Humus gegenüberstellen. Da muss man als erstes sagen, dass er in dem chemisch rohen Zustand, in dem man ihm anwendet, auch nur einen Teil der Wirkungen haben kann, und zwar nur solche, welche durch das rein Stoffliche erreicht werden können. Um mehr zu leisten, müsste er nach der biologischen Seite hin verbessert werden. Das ist zwar niemals versucht worden, hätte aber durchaus keine besonderen Schwierigkeiten. Man hat nur nie daran gedacht, hauptsächlich deshalb, weil eben alle Kunstdünger aus einer Epoche stammen, in welcher Welt, Erde und Leben ein ausschließlich chemisches Problem waren. Immerhin weiß man durch die junge Humuswissenschaft heute schon genug über die Bodenbiologie, dass es an der Zeit wäre, sich mit diesem Problem zu beschäftigen.

Das bei einem intensiven Bodenverfall und einer mehr oder weniger völligen Ausplünderung der die Fruchtbarkeit bewirkenden Faktoren auch die mineralischen Werte verschwinden, ist selbstverständlich. In dem Maße, in dem sich die Erde einseitig "mineralisiert", d.h. in dem die organische Substanz verloren geht, verarmt der Boden auch an den unentbehrlichen Nährsalzen. Durch Versandung und Kristallisierung können sie nicht festgehalten werden. Da sie hochgradig hygrophil sind, werden sie mit dem abfließenden Wasser der Niederschläge, die ebenfalls nicht mehr gespeichert werden können, weggewaschen. Die Pflanzenwurzel enthält so gut wie nichts mehr davon. Denn die Mineraldünger bleiben leider oft nur so lange auf der Oberfläche des Ackers liegen, bis sie abgeweht oder abgespült werden. Pflügt der Landwirt sie ein, so versalzen sie die oberste Bodenzone, verkleben sie und legen die Kapillartätigkeit lahm. Ohne zu wissen, wie, hat der Bauer dann plötzlich in dieser obersten Bodenzone pH 9, mitunter sogar mehr. Diese jähe Alkalisierung verschwindet allerdings nach einiger Zeit, ist aber den Kulturgewächsen nicht gut bekömmlich. Aus Erfahrungsgründen vermeidet man sie denn auch - allerdings ohne sich über die internen Zusammenhänge im Klaren zu sein.

Nach unseren Erfahrungen von über 100 Jahren, dem Pro und Contra des Mineraldüngers kann man annehmen, dass es keine Überraschungen durch ihn mehr geben wird. Seine unleugbaren Vorteile bestehen in einer besseren Ernährung der Kulturpflanzen, in gesteigerten Ernten, oft auch in schnellerem Wachstum. Seine Nachteile bestehen darin, dass er sehr wenig lukrativ in der wirklichen Verwertung ist, weil zu viel durch Wind und Niederschläge verloren geht, ehe die Pflanzenwurzel davon Nutzen hat. Dazu kommt ein ungünstiger Einfluss auf die Bodenstruktur, die Kapillartätigkeit, die Wasser-, Lüftungs- und Nährgaswirtschaft. Wie jede einseitig entstandene Materie wirkt er sich hauptsächlich einseitig aus. Eine Bodenverbesserung durch ihn findet nicht statt, weil er sich in erster Linie chemisch , aber nicht biologisch entfaltet, während die fruchtbare Erde ein biologisch hervorgebrachtes Produkt vielfältiger Prozesse ist, die der Mensch nur nachahmen, aber nicht durch chemische Mittel ersetzen kann.

Infolgedessen fehlt der biologische Ersatz. Er fehlt bei allen nur gedüngten Böden, die jahrzehntelang landwirtschaftlich bearbeitet werden. Es wurde bereits an anderer Stelle gesagt, dass durch die Aberntung der Boden keine Möglichkeit besitzt, Humus nachzubilden, weil der Aufbau von organischer Substanz nicht einmal durch Düngung mit Abfallstoffen (die dem Boden eine große Arbeit auferlegen, zu welcher er meist gar nicht befähigt ist) durchgeführt werden kann. Der Humusschwund wird also auch durch die Mineraldünger nicht aufgehalten. Eine Zeitlang wird die Pflanze durch Nährsalze besser ernährt als es sonst sein könnte. Die Nährsalze machen sie quasi bis zu einem gewissen Grad unabhängig von Boden. Dann aber machen sich die Nachteile dieser Einseitigkeit geltend, und der Bodenverfall, der ja nicht ausgeschaltet, sondern nur für eine Weile verschleiert wurde, geht seinen Weg, der unter solchen Umständen ein gesetzmäßiger ist.

Diese Tatsachen beziehen sich nun ausschließlich darauf, das die Nährsalze in dem bisher üblichen chemisch rohen Zustand und nicht biologisch verbessert gegeben werden. Denn die Nachteile werden ja nicht von Nitrogen, Phosphorverbindungen und Kali hervorgerufen, sondern dass sie in einem unbiologischen Zustand angewendet werden, der die Schuld ist, dass sie keine Humuserneuerung herbeiführen können. Es muss dieser Zustand also geändert werden. Ich habe ein paar Jahre mit Laboratoriums- und Freilandversuchen mich diesem Problem gewidmet und mich davon überzeugt, dass es genügt, die Harmonie des Bodens, den Ausgleich zwischen der anorganischen und organischen Linie herzustellen. Eine bestimmte Auswahl von natürlich salzholden Mikroben, die in einem bestimmten Verhältnis und Zustand den Mineralsalzen beigemischt werden, schaffen hier wahre Wunder.

Wie auf Tafel 28 ersichtlich, entsteht auf diese Weise eine mikroskopische "Lebensdecke", die noch dazu den Vorteil hat, den ausgestreuten Kunstdünger kolloidal zu binden, so dass er nicht ohne weiteres größtenteils weggewaschen oder weggeweht werden kann. Die Verbesserung bedeutet einen Zuschuss von solchen Organismen, welche die oberste Bodenzone - die immer am meisten gefährdet ist - schützt und ihr edaphisches Leben regeneriert. Der Nutzeffekt des Mineraldüngers wird dadurch sehr wesentlich erhöht, ohne dass die Nachteile, als da sind Versalzung, Verklebung, Zerstörung der Bodenstruktur und Verarmung an organischer Substanz in Kraft treten können. Denn wenn die Salzkristalle nicht biologisch gebunden werden, so wird ein hoher Prozentsatz ins Grundwasser geschwemmt, entweder noch in Pulver- oder in bereits flüssiger Form. Biologisch dagegen verhindert der Kunstdünger die Entstehung von Mangelböden, für die man ihn gegenwärtig verantwortlich macht.

Superphosphat, Ammoniak-, Kalkstickstoffdünger und alle inzwischen ausprobierten Mischungen verhalten sich natürlich ähnlich. Auch die Kombinationen mit Spurenelementen, die schon seit einiger Zeit angepriesen werden. Es gibt ja überhaupt kaum einen Abfallstoff, er sei aus organischen oder anorganischen Prozessen herrührend, der nicht wenigstens schon versuchsweise mit Mineralsalzen kombiniert wurde. Leider geschah das sehr häufig von solchen Persönlichkeiten, denen die Gesetze der Humuswissenschaft völlig unbekannt sind. Da ich viele derartige "Spezialdünger" untersucht und ausprobiert habe, so kann ich mich an infernalisch stinkende Ammoniakmischungen, Phosphorpräparate, die in Wahrheit nur aus Koksasche bestanden, fein gemahlene Gipskristalle, Kombinationen von Eisenchlorid, Kali und mangelhaft gelöschtem Kalk u.ä. erinnern. In USA wurden, nachdem sich Antibiotika in der Medizin eingeführt hatten, "antibiotische Dünger" mehrfach mit großer Propaganda auf den Markt geworfen. "Hormondünger", bei deren chemischer Formel angegeben wurde, das sie Mineralsalze, Kalk, feingekohltes Sägemehl und alle vorhandenen Hormone enthielten, hatten einen unverhältnismäßig hohen Preis und sollten aus allen Topfpflanzen baumartige Riesenformen hervorrufen. Ich glaube, dass es nichts gibt, was nicht schon als "Wunderdünger" angepriesen worden wäre, ohne auch nur den Bruchteil dessen zu leisten, was versprochen wurde. Chemische Dünger sind "nomansland", auf dem jeder wildern zu können glaubt, und daher rührt es auch, dass man keine anderen Kenntnisse als gerade die alleroberflächlichsten für notwendig hält. Und dabei ist dieser ganze Komplex des Ersatzes von Nährsalzen viel zu wichtig, als dass man nicht daran denken sollte, ihn in Form eines biologisch wirksamen Mittels dem Boden zuzuführen.

Tafel 28 Biologisierung von Mineraldüngern ist möglich und vorteilhaft

Ausgiebige Versuche bewiesen, dass jede Art von Mineraldünger durch Hinzufügung von den entsprechenden lithobiontischen Biozönosen verbessert werden kann. Die Tafel zeigt, dass dann der aufgestreute nur chemische Dünger weder abgeweht noch abgewaschen wird. Er bildet durch die biologische Verbesserung eine kolloidale Lebensdecke, die der Bodenoberfläche erhalten bleibt, weil die Organismen zuletzt in die Bodenoberfläche einwandern und die Kristalle des Kunstdüngers binden. Durch diese vitalisierte Überleitung werden die Nährstoffe des Handelsdüngers weit besser ausgenützt.

Durch die zahlenmäßig optimale Beimischung mit Petrofil werden als Hauptgruppen folgende Organismen herangebracht:

Autochthone Microflora in allen ihren Formen, in einzelnen Symbiosen treten auf:

Lithobionten:

Chroococcum humicolum
Palmella miniata
Gloeocystis Schroeterii
Cloeococcus mucosus
Protococcus sp.
Nostoc sp. in freien Einzelzellen
Nostoc Linckia
Gloeocapsa muralis
Stigeoclonium flabelliferum
Kirchnerialla lunaris
Chroococcus sp.
Dasychococcus sp.
Stichococcus sp.
Schizoclamys gelatinosa
Oscillatoria in den lithobiontischen Formen

Von Diatomeen sind unterschiedliche Formen von Navicula sp., Nitzschia sp. und häufig Surirella sp. vertreten.

Cysten und Sporen lokal.

Sehr bald mischen sich die zunehmenden Bodenbakterien und Bodenpilze mit ein.

Die vitalisierte Streudecke von Mineraldünger hat pH 7, während der darunter liegende, stark ausgenützte Boden oft nur pH 5 hat.

-

Siehe detaillierte Diskussion der aufgeführten Mikroorganismen
viewtopic.php?f=31&t=224&sid=f530e314eabbb82867e7d60ec198ea5a#p2345

-

Text in zehnfingriger Handarbeit gespendet vom Rasenden Roland mit dem Gelben Blitz aus Offenburg
http://www.selbstversorgerforum.de/viewtopic.php?p=64751#p64751


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 28
BeitragVerfasst: Do 31. Mär 2011, 16:57 
Offline

Registriert: Mi 10. Nov 2010, 15:38
Beiträge: 98
Wohnort: BRD
wow!

genau das sagt Podolinski auch.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 28
BeitragVerfasst: Sa 9. Apr 2011, 19:23 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Hallo Hartwig,

schon gelesen ?

Tafel 28

viewtopic.php?p=1078&sid=9c7dd5f2682b2e2faa57e0bf24d971be#p1078

Biologisierung von Mineraldüngern ist möglich und vorteilhaft.

Ausgiebige Versuche bewiesen, dass jede Art von Mineraldünger durch
Hinzufügung von den entsprechenden lithobiontischen Biozönosen
verbessert werden kann. Die Tafel zeigt, dass dann der aufgestreute
nur chemische Dünger weder abgeweht noch abgewaschen wird. Er bildet
durch die biologische Verbesserung eine kolloidale Lebensdecke, die
der Bodenoberfläche erhalten bleibt, weil die Organismen zuletzt in
die Bodenoberfläche einwandern und die Kristalle des Kunstdüngers
binden. Durch diese vitalisierte Überleitung werden die Nährstoffe des
Handelsdüngers weit besser ausgenützt.

Durch die zahlenmäßig optimale Beimischung mit Petrofil werden als
Hauptgruppen folgende Organismen herangebracht:

(weiter siehe im Forum)

Also, ich finde es sehr interessant.

So schlecht ich auch immer die Mineraldüngung fand in meinem
laienhaften Verständnis, so skeptisch war ich immer gegen deren totale
Verdammung (1):

Warum hat der Mineraldünger trotzdem etwas bewirkt - trotz des
ausgelaugten, entlebendigten Bodens und des geringen Humusanteils ?

Warum fruchten die Äcker immer noch - auch nach 100 Jahren Mißhandlung
mit Pflug und NPK ?

Ich finde, auch in diesem Punkt erweist sich die Herangehensweise von
Annie France-Harrar bei der Aufklärung des
Ursache-Wirkungsverhältnisses als "fruchtbar": mit dem Mikroskop die
Lebensgemeinschaften und ihre Lebenswelten, die sie ernähren und
erhalten, zu erkunden.
Das ist in dieser tiefen und umfassenden Kenntnis auch heute noch
unerreicht - soweit dieses Urteil meine jetzigen minimalen Kenntnisse
der Gegenwartsliteratur sowie einiger Pioniere der ökologischen
Landwirtschaft zulassen.

Winfried

---

(1) Beispiel: Herwig Pommeresche
Eine schlüssige Begründung gegen NPK findet sich bei ihm nicht


Moin Winfried,

ja, das hat auch mein Interesse gefunden.

Zu bedenken ist, dass damals noch andere Düngemittel angewendet wurden, vor allem abgebaute Dünger wie Thomasphosphat, Guano (noch früher) und andere, die ich gar nicht mehr kenne. Die waren also noch mehr natürlichen Ursprungs mit einem breiteren Spektrum an Nebennährstoffen. Heute haben wir mehr chemisch reine Einzelnährstoffdünger. Also früher kam Dünger aus dem "Bergbau", heute auch viel aus dem Chemiereaktor, oder wird aus dem Berg über den Reaktor "aufbereitet" und "gereinigt".
Aber das kann ich nicht 100% belegen.

Interessant ist, dass die Empfehlung von SOBAC ist, trotz ihres tollen Düngers nicht ganz auf NPK, vor allem N zu verzichten, denn im Frühjahr ist der absolut unentbehrlich. Begründung: unter 8°C Bodentemperatur ist das Bodenleben zu inaktiv, um der Pflanze genug N bereitszustellen für eine hohe Ertragsbildung. Das lässt sich nachvollziehen und mit Annie in Einklang bringen, finde ich !?


Gruß,
Hartwig


Hallo Hartwig !

" .. unter 8°C Bodentemperatur ist das Bodenleben zu inaktiv, um der

Pflanze genug N bereitszustellen für eine hohe Ertragsbildung."

Leicht dahingesagt, scheinbar eingängig formuliert.

Hat mich schon viele Stunden Studium und viele Formulierungen gekostet.

Ist im Moment noch Stückwerk geblieben.


Aber ich brings mal auf eine kurze Gegenfrage: wenn das Bodenleben zu
inaktiv ist um genügend N für die Pflanzen bereit zu stellen - nimmt
es sich dann die Pflanze direkt ohne die Vermittlung von
Mikroorganismen ?
Kann sie das ???
Und wenn: wozu brauchen wir dann später noch die Mikros ??? Geht doch
auch ohne sie ..

Winfried


Moin Winfried,

es sind nur wenige Nährstoffe (insb. N) im Boden frei verfügbar,
das meiste ist organisch gebunden und so nicht pflanzenverfügbar,
muss also erst durch Mikros mineralisiert werden.
Evtl. kann die Pflanze einen Teil davon auch aktiv in der Rhizosphäre verfügbar machen,
das ist aber nur eine Vermutung von mir.

Das ist wohl so, das habe ich bei Annie auch so herausgelesen.
Über Details kann man streiten wie die 8°C und anderes.....

Auch stellt Annie nicht die Notwendigkeit / Vorzüglichkeit einer Mineraldüngung in Frage,
sondern nur das "wie" und möchte dazu eine biologische Komponente hinzufügen,
was nachvollziehbar ist.
Annie zum Mineraldünger: "Seine unleugbaren Vorteile bestehen in einer besseren Ernährung
der Kulturpflanze, in gesteigerten Ernten, oft auch in schnellerem Wachstum."

Also ich verstehe Annie so, dass in einem Humus-intakten Boden ein biologisch begleiteter
Mineraldünger absolut vorteilhaft und notwendig ist, um hohe Erntemengen zu erzielen,
was nunmal heute wie damals unumgänglich ist !?

Gruß,
Hartwig


Hallo Hartwig,

da kann man noch lange sinnieren und diskutieren.

Letztendlich kann uns nur die wissenschaftliche Untersuchung und die
Praxis Klarheit geben.

Auf jeden Fall empfiehlt Annie dem N das Petrofil (also die
mineralfressenden Lithobionten) hinterher zu werfen.

Und zwar auf einen Boden, der eine funktionierende Humusschicht enthält.

Ohne diese kann weder organischer nooch mineralischer Dünger seine
Wikung entfalten (pflantzenverfügbar gemacht werden).

Darüber hinaus ist zu bedenken, daß die Erzeugung und Applikation
mineralischen Düngers heutzutage viel Chemie und Energie in Form von
Erdöl und Atomkraft sowie technischen Aufwand erfordert mit globalen
ökologischen Kollateralschäden.


Über den gesundheitlichen und ernährungsphysiologischen Aspekt der
konventionellen Landwirtschaft (denn so nenne ich sie immer noch auch
wenn sie gemäß Annie betrieben wird) habe ich meine eigenen
Vorstellungen wie Du Dir denken kannst.

Beispiel, auf das auch Annie hinweist: der moderne Ackerbau verändert
auch die Pflanzen die angebaut werden.

Ob diese dann noch die menschliche Gesundheit so erhalten wie die
ursprünglichen darf bezweifelt werden (frag Deinen Krankenkassen- und
Pflegekostenbeitrag)


Ich stelle unsere kleine Konversation mal an die entsprechende Stelle
ins Forum - falls Du nicht laut "Halt" schreist.

Wünsche sonniges Wetter und fröhliche Direktsaat

Winfried


Ja, mach man.

Bin am Bohnen säen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 28
BeitragVerfasst: So 10. Apr 2011, 10:21 
Offline

Registriert: Mi 10. Nov 2010, 15:38
Beiträge: 98
Wohnort: BRD
Ohne diese kann weder organischer nooch mineralischer Dünger seine
Wirkung entfalten (pflantzenverfügbar gemacht werden).


nein, denn NO3 ist wasserloeslich und somit pflanzenverfuegbar.
das groesste problem der konv. Landwirtschaft ist die Austrocknung der Boden im Fruhjahr. denn ohne Wasser ist das NO3 Salz unloesbar!

Annie zum Mineraldünger: "Seine unleugbaren Vorteile bestehen in einer besseren Ernährung
der Kulturpflanze, in gesteigerten Ernten, oft auch in schnellerem Wachstum."

naja das ist nicht nur ein Irrtum sondern auch eine verschleiherung. NPK in Salz Form wirkt sich aufplusternd auf die Pflanzen und ihren Gewebe unter den Druck woelbt sich... auch auf den geschmack hat NPK Salz einen waessrige einfluss...
alles kann man in die erste Konferenz von Podolinski lesen.

der Gebrauch von NPK-Salz schwächt das Bodenleben spätestens nach 2 Jahre.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 28
BeitragVerfasst: So 10. Apr 2011, 11:09 
Offline

Registriert: Mi 10. Nov 2010, 15:38
Beiträge: 98
Wohnort: BRD
auch dies hinweis gefunden:

Viele Gewässer sind mit Nitrat belastet, vor allem durch die Landwirtschaft. Algen und Mikroorganismen sind wichtige biologische Filter, die den Schadstoff aus dem Wasser saugen können. Je vielfältiger ein Bach besiedelt ist, umso effektiver holt er das Nitrat aus dem Wasser heraus.

lesen oder hoeren auf http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1432480/


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 28
BeitragVerfasst: Mo 11. Apr 2011, 07:06 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Kohlenstoff, Kalk, Phosphor usw.

Hallo Bernhard,

haben die France's irgendwo eine größere Bemerkung wegen Kohlenstoff gemacht ?
(wegen Bio-Holzkohlen-Hype und Diskussion um CO2 verschwinden lassen u.ä.)
Ich kann mich nicht erinnern.

Wohl aber weisen sie auf Kalk und Phosphor (oder Schwefel?) u.ä. hin

Bestenfalls empfehlen sie etwas Kalk zum Kompost.

Und guter Humus speichert Wasser sowiewo und hat Poren unterschiedlichster Größe, nicht nur für die Bakterien sondern auch für andere Schleimer und Krabbler.

Winfried


Kohlenstoff wird in dem BIOS-Werk in einem anderen Zusammenhang von Raoul behandelt. Für den Edaponimpfziegel ist er ohne Bedeutung. Meines Erachtens wird von den Terra Preta-Leuten ein Hype darum gemacht, der nicht gerechtfertigt ist. Absolut nicht.
Das bestätigt sich auch in der neueren Literatur über die Bildung von Humus.

Ich habe mich von der Terra Preta-Literatur abgewendet, weil da ein goldenes Kalb angebetet wird, ohne wirklichen Hintergrund.

Viele Grüße
Bernhard


Hallo Bernhard,

nach meinem "unfachlichen" und vorerst nur theoretischen Eindruck auf Basis meiner mir bisher angelesenen Kenntnisse von den France's:

Der eigentliche Grund für die "Erfolge" der verschiedensten öko-/biologischen Ansätze:

jede dieser Maßnahmen geht mit einer Verminderung des mechanischen und chemischen Einsatzes sowie von Pestiziden und Herbiziden einher.

Stattdessen wird organische Masse zugeführt in welcher Form und Art auch immer (Mulchen, Kompost, Gründüngung, usw.)

Das bedeutet eine Gelegenheit zum naturgemäßen Aufbau von Humus - welche anderen "Mittelchen" sonst noch zugegeben und welche anderen Maßnahmen auch immer getroffen werden.
(Steiner Präparate, Effektive Mikroorganismen, Bio-Holzkohle, sonstige "Impfstoffe (Mykohorrizha, Bakterienpräparate, usw.)

Alle diese "Geheimmittel" sprechen eines an: daß dem natürlichen Prozeß der Humuswerdung etwas zu seinem ausgeglichenen Kreislauf fehlt. Manchmal stützen und ergänzen diese Präparate diesen Vorgang, manchmal eben nicht.

Aber allen diesen Maßnahmen ist eines gemeinsam: sie sind nicht in der Lage, die Fruchtbarkeit zu ERHALTEN oder DAUERHAFT zu steigern bzw. Humus zu erhalten und aufzubauen.

Sie können maximal nur zeitlich und örtlich begrenzte Erfolge liefern.

Winfried

Ich stelle unsere Bemerkungen mal zur Tafel 28 ein, damit mal ein bißchen diskutiert wird.
Wenn Du damit einverstanden bist ..


Natürlich bin ich einverstanden.

Viele Grüße
Bernhard


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 28
BeitragVerfasst: Mo 11. Apr 2011, 07:31 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Hallo dblondeau !

dblondeau hat geschrieben:
Ohne diese kann weder organischer noch mineralischer Dünger seine
Wirkung entfalten (pflanzenverfügbar gemacht werden).


nein, denn NO3 ist wasserloeslich und somit pflanzenverfuegbar.
Das groesste problem der konv. Landwirtschaft ist die Austrocknung der Boden im Fruhjahr. denn ohne Wasser ist das NO3 Salz unloesbar!

Ob "NO3 wasserloeslich und somit pflanzenverfuegbar ist" kann ich als "unausgebildeter Bodenwirt" nicht entscheiden, denn ich weiß es schlicht nicht. Ein Literaturhinweis, wo ein solcher Nachweis geführt und nicht nur behauptet wird, interessiert mich.

Der Einfluß des richtigen Feuchtigkeitsgrades auf das Bodenleben wird von den France's als noch bedeutender eingeschätzt als die Zugabe von "Düngemitteln", denn ohne Wasser enzystieren die Bodenlebewesen, wandern aus oder sterben. (Erinnerungszitat mangels vorhandener Literaturseite)

dblondeau hat geschrieben:
Annie zum Mineraldünger: "Seine unleugbaren Vorteile bestehen in einer besseren Ernährung
der Kulturpflanze, in gesteigerten Ernten, oft auch in schnellerem Wachstum."

naja das ist nicht nur ein Irrtum sondern auch eine Verschleiherung. NPK in Salz Form wirkt sich aufplusternd auf die Pflanzen und ihren Gewebe unter den Druck woelbt sich... auch auf den Geschmack hat NPK Salz einen waessrigen Einfluss...
alles kann man in die erste Konferenz von Podolinski lesen.

Der Gebrauch von NPK-Salz schwächt das Bodenleben spätestens nach 2 Jahre.

Wie Annie den Einfluß des Mineraldüngers auf Boden- uns Fruchtqualität einschätzt muß kritisch untersucht werden.

Es gibt da von ihr unterschiedliche Aussagen, die sowohl auf einen positiven als auch einen negativen Effekt hinweisen.

Der negative Einfluß der Düngung in der heutigen Art und Weise ist natürlich unbestreitbar.

Winfried


Nachtrag:
Wenn ich mich an den japanischen Salat am Fließband erinnere, der nur durch eine Nährlösung kultiviert wird, an die New Yorker Bio-Gemüse-Produktion auf einem solarbetriebenen Treibhausschiff mittels Wasser und Nährlösung und an die Tomaten aus Spanien, ebenfalls mit Nährlösung gefüttert, die nurmehr auf Mineralwolle als Stütze für die Wurzeln wachsen, da könnte es durchaus nahe liegen zu glauben, die Pflanzen könnten auch direkt durch ihre Wurzeln Mineralien aufnehmen.

Noch ein Nachtrag:
Von wegen, die von den Wurzel der Pflanze produzierten Säuren ätzen die Mineralien an und machen sie somit pflanzenverfügbar:
Ich habe mal etliche Jahre in einem kaputten Glasgewächshaus gearbeitet, wo immer wieder heruntergefallene Glasscheiben im Boden "verschwunden'" sind.
Nun habe ich bei Annie gelesen, die Lithobionten sind diejenigen, die auch Glas und ähnlich harte Materialien anätzen und in organische Materialien einbinden. Von ihr durchs Mikroskop beobachtet und nicht per chemischer Analyse nachgewiesen.

Diese Lebendbeobachtung der Tätigkeit der Mikroorganismen *) und ihrer Ergebnisse macht Raoul & Annie so einzigartig.
Ist eines meiner bisherigen Erkenntnisse aus dem Studium ihrer Literatur.

*) und zwar ein ganzes Leben lang, > 40 Jahre immer durchs Mikroskop geguckt.
Und zwar meistens in der freien Natur, keine Laborlebewesen.
Was da an Erlebnissen, Erkenntnissen und Erfahrungen zusammengekommen ist !
So lang dauert heute nicht mal mehr das berufliche Leben eines Wissenschaftlers ..


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 28
BeitragVerfasst: Di 12. Apr 2011, 09:19 
Offline

Registriert: Di 21. Dez 2010, 13:02
Beiträge: 51
Also dass Pflanzen sich von Nitrat (NO3) und Ammonium (NH4) als Stickstofform ernähren können ist in den letzten 150 Jahren wohl zur Genüge erforscht und bewiesen worden.
Damit sollten wir hier nicht unsere Zeit verschwenden.

Es geht um Humus und eine Humus-Ernährung der Pflanzen und des Bodens. Lasst uns das herausfinden und nicht streiten, ob Annie Kunstdünger gut oder schlecht fand. Das tut nichts zur Sache, das Ergebnis zählt.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 28
BeitragVerfasst: Di 12. Apr 2011, 11:58 
Offline

Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 598
Hartwig hat geschrieben:
...das Ergebnis zählt.


Wobei das Ergebnis genau der Punkt ist, um den sich eine Diskussion drehen wird.

Wenn ich eine Pflanze chemisch ernähre, kommt ein anderes Ergebnis heraus, als wenn ich sie mit Humus ernähre.

Rein optisch mögen beide Pflanzen gleich aussehen - eventuell sieht die mit Kunstdünger ernährte Pflanze sogar noch praller aus. Doch die mit Humus ernährte Pflanze wird höherwertige organische Verbindungen und Mineralien aufweisen. Diese fehlen der chemisch ernährten Pflanze.

Das liegt in der Natur des Aufbaus von höherwertigen organischen Verbindungen - da braucht es in unseren Breitengraden einfach mehr Zeit dazu (>2 Jahre). Der Boden darf bei dieser Arbeit nicht durch Bodenbearbeitung und Kunstdünger gestört werden. Denn die Wurzeln und vor allem die Pilzmycel werden dadurch zerstört und die Verteilung der Nährstoffe verhindert.

Die Inhaltsstoffe des Kunstdüngers gelangen ja nur zum einem geringen Prozentsatz in die Pflanzen - der Rest wird ins Grund- und Oberflächenwasser geschwemmt. Diese Schwemme verändert das gesamte Bodenmilieu und behindert dadurch den Humusaufbau.


Winfried hat geschrieben:
...Tomaten aus Spanien, die nurmehr auf Mineralwolle wachsen, da könnte es durchaus nahe liegen zu glauben, die Pflanzen könnten auch direkt durch ihre Wurzeln Mineralien aufnehmen.


Was aber ein Fehlschluß ist. Ich habe mich in diesem Punkt mal mit einem Biologen gestritten, der von Reinkulturen erzählte, wo also Pflanzenteile geklont werden und über Nährlösung wieder hochgepäppelt werden. Angeblich wären diese Pflanzen keimfrei. Das stellte sich aber nach hartnäckigen Nachfragen als eine Täuschung heraus. Denn die "keimfreien" Pflanzenteile sind ja auch von innen mit Mikroben besiedelt und die Nährlösung ist in Null-Komma-Nichts ganz schön lebendig. Von Keimfreiheit ist da nicht zu sprechen. Höchstens von anfänglicher Keimarmut, mehr nicht.

Pflanzen sind also alles andere als autotroph. Sie sind zwar in großen Teilen dazu fähig - aber um gesund zu bleiben und inhaltsreiche Früchte hervorzubringen, ist die Hilfe von Mikroben absolut notwendig.

Die Huminsäuren, Fettsäuren, Phenole und viele andere organische Makromoleküle spielen eine viel größere Rolle im Kreislauf des Lebens, als ihnen heute zugedacht wird.

Wenn ihr ein echtes Aha-Erlebnis haben wollt und des Englischen mächtig seid, dann lest mal das Buch:

Nutrition and Physical Degeneration von Weston Andrew Price, ISBN: 978-0879838164

Die Verbindung zum Boden und Humus ist augenfällig!

Viele Grüße
Bernhard


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 28
BeitragVerfasst: Di 12. Apr 2011, 14:10 
Offline

Registriert: Mi 10. Nov 2010, 15:38
Beiträge: 98
Wohnort: BRD
diese N-düngung Frage ist zentral!!!

NO3 Pflanzen sind blau-grün und
HUMUS Pflanzen sind dunkelgrün!

das hat Bockemühl in sein Buschbohnen-Versuch gezeigt.

Aufbaus von höherwertigen organischen Verbindungen - da braucht es in unseren Breitengraden einfach mehr Zeit dazu (>2 Jahre). Der Boden darf bei dieser Arbeit nicht durch Bodenbearbeitung und Kunstdünger gestört werden. Denn die Wurzeln und vor allem die Pilzmycel werden dadurch zerstört und die Verteilung der Nährstoffe verhindert. = ja klar, jede Bearbeitung des Bodens ist eine Zerstoerung des Bodenlebens!! aber mit den bio-dynamischen Präparat geht der mikrobiellen Aufbau schneller als sonst!

danke fur den Hinweis>
Nutrition and Physical Degeneration von Weston Andrew Price, ISBN: 978-0879838164
Die Verbindung zum Boden und Humus ist augenfällig!


aber gibt es das auf deutsch? oder franz.?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 28
BeitragVerfasst: Di 12. Apr 2011, 14:55 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Dr. Weston Price - Lost in Time .. wie die France's

http://de.wikipedia.org/wiki/Weston_Price
http://www.westonaprice.org/


Googlest Du nach:

Albert von Haller

Dr. Schnitzer

Weston Price


u.a Amazon Bücher


Albert von Haller
Gefährdete Menschheit: Ursache und Verhütung der Degeneration

Dr. Weston Price bereiste im Zuge seiner Forschungsarbeiten Jahrzehnte lang alle Naturvölker dieser Erde und konnte eindrucksvoll beweisen: Naturbelassene Nahrung hält gesund, moderne Industrienahrung (kaputt raffiniertes Lagerfutter) macht krank. Albert von Haller, Publizist und Schriftsteller hat die Erkenntnisse von Dr. Weston Price in seinem aufschlussreichen Buch „Gefährdete Menschheit“ zusammengefasst und auch mit vielen Bildern dokumentiert:

•Naturvölker, die ihrer Ur-Nahrung treu geblieben waren, konnten sich trotz mangelhafter Zahnpflege bester Zahngesundheit und allgemeiner Gesundheit erfreuen bis ins hohe Alter
•Seuchen aller Art gingen fast spurlos an diesen Naturvölkern vorbei oder trafen sie in weit geringerem Ausmaß als die von der Zivilisation durchsickerten Bevölkerungsschichten


Dr. Johann Georg Schnitzer

Zahnarzt und Gesundheit

Über die Entwicklung der biologischen Grundlagen und Aufgaben des zahnärztlichen Berufes in den nächsten Jahrzehnten

http://www.dr-schnitzer.de/zahnarzt-aufgaben.html

(Hat auch Weston Price gelesen und seinen Heimatort im Schwarzwald durch Ernährungsumstellung von Zahnkrankheiten befreit)


How and When to Be Your Own Doctor

by Dr. Isabelle A. Moser with Steve Solomon

Dr. Isabelle Moser, who spent 25 years conducting a clinical practice using holistic approaches, suggested in private conversations that what she termed the "constitution" of her older patients was typically much stronger than the constitution of her younger ones. Each generation got a poorer start than the one before it as each generation built the foundation of their health from foods produced on ever-more degraded soils grown ever-more "scientifically," and more and more consisting of processed, denatured fodder.

(Dieses Buch wartet noch auf seine Übersetzung .. z.B. in Deutsch)

http://www.soilandhealth.org/02/0201hyglibcat/020102moser/020102Moser00toc.html

Soil And Health Library

Health begins in the soil ..

http://www.soilandhealth.org/


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Sa 8. Nov 2014, 00:10 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Eine radikal rücksichtslose Revision ..

Tafel 28 Nitrogenversorgung eines Kulturbodens durch Mineraldünger.

"Biologisierung von Mineraldüngern ist möglich und vorteilhaft"

"Die Vorteile einer Biologisierung chemischer Mineraldünger (halbschematisch dargestellt)"

"Ausgiebige Versuche bewiesen, dass jede Art von Mineraldünger durch Hinzufügung von den entsprechenden lithobiontischen Biozönosen verbessert werden kann. Die Tafel zeigt, dass dann der aufgestreute nur chemische Dünger weder abgeweht noch abgewaschen wird. Er bildet durch die biologische Verbesserung eine kolloidale Lebensdecke, die der Bodenoberfläche erhalten bleibt, weil die Organismen zuletzt in die Bodenoberfläche einwandern und die Kristalle des Kunstdüngers binden. Durch diese vitalisierte Überleitung werden die Nährstoffe des Handelsdüngers weit besser ausgenützt."

"Durch die zahlenmäßig optimale Beimischung mit Petrofil werden als Hauptgruppen folgende Organismen herangebracht:

Autochthone Microflora in allen ihren Formen.

In einzelnen Symbiosen treten auf:

Lithobionten:

Chroococcum humicolum
Palmella miniata
Gloeocystis Schroeterii
Cloeococcus mucosus
Protococcus sp.
Nostoc sp. in freien Einzelzellen
Nostoc Linckia
Gloeocapsa muralis
Stigeoclonium flabelliferum
Kirchnerialla lunaris
Chroococcus sp.
Dasychococcus sp.
Stichococcus sp.
Schizoclamys gelatinosa
Oscillatoria in den lithobiontischen Formen

Von Diatomeen sind unterschiedliche Formen von Navicula sp., Nitzschia sp. und häufig Surirella sp. vertreten.

Cysten und Sporen lokal.

Die vitalisierte Streudecke von Mineraldünger hat pH 7,
während der darunter liegende, stark ausgenützte Boden oft nur pH 5 hat."

-

Liste der Mikroorganismen die zu den Lithobionten gehören

Alpha-sort, Gattung/Genus, (Name ggf. korrigiert auf heutigen Stand):

+( 1) Cloeococcus mucosus
+( 2) Chlorococcum (fälschlich Chroococcum humicolum) (siehe Link)
+( 3) Chroococcus sp.
-( 4) Dactylococcus ((fälschlich Dasychococcus) sp.
+( 5) Gloeocapsa muralis
+( 6) Gloeocystis Schroeterii
+( 7) Kirchneriella lunaris (Kirchneriella)
+( 8) Navicula sp.,
+( 9) Nitzschia sp.
+(10) Nostoc sp. in freien Einzelzellen, Nostoc Linckia
+(11) Oscillatoria in den "lithobiontischen Formen" (siehe unten))
+(12) Palmella miniata
+(13) Protococcus sp.
+(14) Stichococcus sp.
+(15) Stigeoclonium flabelliferum
+(16) Surirella sp.
+(17) Tetraspora (= Schizoclamys gelatinosa) (siehe weiter unten)

Nicht spezifiziert:

*(18) Bakterien (Sehr bald mischen sich die zunehmenden Bodenbakterien .. mit ein.)
*(19) Pilze (Sehr bald mischen sich die zunehmenden .. Bodenpilze mit ein.)
*(20) Autochthone Microflora in allen ihren Formen (Nannedaphon)
*(21) Dauerformen (Cysten und Sporen lokal.)

-

"lithobiontische Oscillatorien" = "Unterschied in der Kolloidalisierung"

Tafel 4 Die Umwandlung des Kalkes auf überronnenen Felsen in den sog. "Tintenstrichen"

"Ebenso ist bei der Tätigkeit der Lithobionten eine zuverlässige Zusammenarbeit notwendig. Obwohl wir keineswegs lückenlos den ganzen Vorgang der Mineralhuminifizierung kennen, kann man doch mit einiger Sicherheit sagen, daß die einfachsten und wenig empfindlichsten Formen, eben die grünen Kokken und die autochtone Mikroflora, mit der Besiedelung beginnen. Unbedingt produzieren sie die widerstandsfähigsten Kolloidmäntel, welche diese primitiven Kleinpflänzchen vor Temperatur-, Luftfeuchtigkeits- und Lichtexstremen schützen. Gegebenenfalls können sie ebenso gut in sehr viel wie einem Minimun an Wasser leben. Die meisten sind festsitzend und daran gewöhnt, in ungezählten Scharen nebeneinander zu existieren. Sie sind es, die dann eine Art von lebendem Nährboden schaffen, auf dem die höher organisierten Blaualgen, vor allem die große Familie der Oszillatorien und Nostociden, auch die häufigen Phomidiumarten, die sich später festsetzen. Diese zweite Gruppe ist viel anspruchsvoller, besonders in Hinsicht des Lichtgenusses. Sie assimilieren, wenn es sich nicht gerade um lila oder gelbgrüne Dämmerformen handelt, nur bei genügend Belichtung, brauchen auch, da ihre Kolloidproduktion nur verhältnismäßig schwach ist, Schutz gegen Hitze und Frost. Man sieht das an der kleinen Gesellschaft der Thermalalgen, die ausschließlich von Blaualgen, d.h. Oscillatorien gestellt wird. Der Aufenthalt im bis zu 85-grädigen sprudelnden Wasser kochender Geysire hat sie gezwungen, sich mit enorm dicken Kolloidhäuten zu wahren. Im Vergleich zu den ganz nahe verwandten lithobiontischen Oscillatorien fällt der Unterschied in der Kolloidalisierung sofort in die Augen."

"Alles ist durchsetzt von den sogennnten "Urkugeln", den grünen Kokken, die in allen ihren Spielarten vertreten sind: der längliche Stichococcus, die bräunlichen Dasychococcus, bläuliche Pleurococcus, Synechococcus minutus un Variationen des Chroococcus. Sie besitzen alle dieselben Funktionsfornm, die offenbar erst das Leben auf dem Stein und von dem Stein erlaubt. Ein dicker Kolloidmantel schützt die einzelnen, auch oft kleeblattartig zusammengefügten Chlorophyllzellen sowohl vor Erfrieren wie vor Austrocknen. Die Spanne von ca. 120 Grad C (60 Grad plus und 60 Grad minus) wird ohne Schädigung von diesen Zellen ertragen. Die Gel-Struktur speichert Wasser."

viewtopic.php?f=31&t=259

-

Lebens-/Organismen-Gruppen (-Gemeinschaften/-Gesellschaften nach den Francé) (siehe Link)

.( 1) Bakterien
+( 2) Algen
.( 3) Pilze
-( 4) Amöben
-( 5) Wimperntiere
.( 6) Flagellaten
-( 7) Rädertiere
-( 8) Nematoden
*( 9) Autochthone Microflora in allen ihren Formen (Nannedaphon)
*(10) Dauerformen (Cysten und Sporen lokal)

+ spezifiziert (beispielhaft, vikariierend; siehe weiter unten)
. nicht spezifizierte Lebensgruppe
* nicht spezifiziert
- nicht erwähnt

-

Systematische Einordnung der aufgelisteten Mikroorganismen in die Lebensgruppen (siehe Link)

(2) Algen

Blau-Algen:

Einzeln

Chroococcus sp. ( 3)
Bild
http://protist.i.hosei.ac.jp/pdb/images ... index.html
Unicells or colonies of 2, 4, 8 cells or many cells

fädig, (Kugeln)

Nostoc sp. (10)
Bild
http://protist.i.hosei.ac.jp/pdb/images ... toc_4.html
in freien Einzelzellen, fädig; Nostoc Linckia: Stickstoffbindung

Oscillatoria (11) (in den lithobiontischen Formen) ?
Bild
http://www.dr-ralf-wagner.de/Blaualgen.html

Grün-Algen:

Einzeln

Chlorococcum humicolum ( 2) (Chroococcum falscher Name!)
Bild
http://protist.i.hosei.ac.jp/pdb/images ... sp_6e.html

Stichococcus sp. (14)
Bild
http://protist.i.hosei.ac.jp/pdb/images ... index.html

Cloeococcus mucosus ( 1) (grün einzeln ?)
nur wenige Erwähnungen, keine Bilder
Cloeococcus Schroeteri (Chodat) Lemm. - Células esféricas
de 6.5-8 mmm. de diámetro. Individuos unicelulares que en número
de pocos hasta muchos viven reunidos en una vesícula gelatinosa,
incolora qe diferente tamaño cuya dimensión varía entre 50-500 mmm.

Cloeococcus Schroeter (Chodat) Lemm. - Sphärische Zellen
von 6,5-8 mmm. Durchmesser. Einzelpersonen in vielen einzelligen
von wenigen bis zu vielen zusammen leben in einer gallertartigen Vesikel,
QE farblos unterschiedlicher Größe, deren Größe im Bereich zwischen 50 bis 500 mmm.
http://revistas.unc.edu.ar/index.php/REUNC/article/viewFile/6533/7618

Tetraspora = Schizoclamys gelatinosa (17) (Tetrasporaceae).
(Chlorophyta: Schizoclamys gelatinosa = historischer Name?)
https://gsmpubl.files.wordpress.com/201 ... 998012.pdf
Bild
http://protist.i.hosei.ac.jp/pdb/images ... sp_08.html

Kolonien

Palmella miniata (12)
Bild
http://www.bernhard-lebeda.de/coppermin ... 23&pos=129

Bild
http://www.bernhard-lebeda.de/coppermin ... 23&pos=126

Kirchneriella lunaris ( 7)
Bild
http://protist.i.hosei.ac.jp/pdb/images ... index.html

Gloeocystis Schroeterii ( 6)
Bild
http://www.keweenawalgae.mtu.edu/galler ... ceans2.htm

Protococcus sp. (13) (indefinite clusters or simple filaments)
Bild
http://www.pleasanton.k12.ca.us/avhsweb ... occus.html

Gloeocapsa muralis ( 5) (Gleocapsa?)
Bild
http://bioinfo-presiuniv.edu.in/wbpbdiv ... _algae.php

fädig, verzweigt

Stigeoclonium flabelliferum (15)
Bild

Kiesel-Algen:

Navicula sp. ( 8)
Bild
http://protist.i.hosei.ac.jp/pdb/images ... p_12b.html

Nitzschia sp. ( 9)
Bild
http://www.plingfactory.de/Science/Atla ... aris1.html

Surirella sp. (16)
Bild
http://protist.i.hosei.ac.jp/PDB/Images ... era_3.html

-

Dasychococcus sp. ( 4)

"Dasychococcus" verzweifelt gesucht!

Da bleibt selbst Google, Bing usw. stumm sowohl bei der Textsuche als auch bei der Bildsuche.

Soviel ist klar: es ist eine winzige kokkale Grünalge.

Es ist ein "alter historischer" Name.

Ich hätte gern eine Beschreibung, Bild, Zeichnung oder Literaturhinweis.

Hier wird Dasychococcus erwähnt:

Tafel 4 Die Umwandlung des Kalkes auf überronnenen Felsen in den sog. "Tintenstrichen"

"Alles ist durchsetzt von den sogennnten "Urkugeln", den grünen Kokken, die in allen ihren Spielarten vertreten sind: der längliche Stichococcus, die bräunlichen Dasychococcus, bläuliche Pleurococcus, Synechococcus minutus un Variationen des Chroococcus. Sie besitzen alle dieselben Funktionsfornm, die offenbar erst das Leben auf dem Stein und von dem Stein erlaubt. Ein dicker Kolloidmantel schützt die einzelnen, auch oft kleeblattartig zusammengefügten Chlorophyllzellen sowohl vor Erfrieren wie vor Austrocknen. Die Spanne von ca. 120 Grad C (60 Grad plus und 60 Grad minus) wird ohne Schädigung von diesen Zellen ertragen. Die Gel-Struktur speichert Wasser."

http://www.stiftung-france.de/forum/vie ... f=31&t=259

Tafel 4

Bild

groß
https://lh5.googleusercontent.com/-DDyV84MK_ew/VB2oCfNGKQI/AAAAAAAAG4o/aiMkMYXpIIE/s2048/FAa135_04.jpg

-

Mögliche Aufklärung:

Ein Zeitsprung von 100 Jahren und einen Blick in den Wissenshintergrund von Annie Francé-Harrar:

Bild

Raul H.Francé, Das Leben der Pflanze, Band 3, Buchseite 231, pdf S. 271

Da/sy/cho/coccus
Dac/ty/lo/coccus

Dactylococcus ist auch eine winzige kugelige kokkale Grünalge.

Ich vermute, daß Dasychococcus eine fehlerhafte phonetische Transkrition ins Schriftliche aus dem gesprochenem Wort ist.

Annie Francé-Harrar hatte eine Sekretärin und eine Korrekturlesung des Manuskripts durch Annie-Francé-Harrar ist nicht gründlich genug erfolgt und solche Fehler tauchen mehrfach in ihrem "Handbuch des Bodenleben" und anderen Büchern und Dokumenten auf.
Außerdem wurde das Manuskript in Mexiko erstellt, was zusätzliche phonetische Verwirrungen hat ermöglichen können.

Hier hat man das Vergnügen 4 von 8 Bänden des "Das Leben der Pflanze" digitalisiert aber leider ohne OCR herunterzuladen, darunter den obigen Band 3

viewtopic.php?f=97&t=499

-

Dactylococcus

http://en.wikipedia.org/wiki/Dactylococcus

2 – Dactylococcus rhaphydioides;

Bild

1 - Chroococcus aeroginosus; 2 – Dactylococcus rhaphydioides; 3 – Merismopedia glauca;
4 – Microcystis aeroginosa; 5 – Gleocapsa turgida; 6 – Gomphosphaeria aponina;
7 – Chamaesiphon curvatus; 8 – Stigonema ocillatum; 9 – Nostoc pruniforme;
10 – Anabena hassalii; 11 – Aphanizomenon flos-aquae; 12 - Tolypotrix tenuis;
13 – Calothrix gipsophylla; 14 – Oscillatoria chalybea; 15 – Lyngbia confervoides.

http://studopedia.com.ua/1_10687_prokar ... irodi.html

Dactylococcus infusionum in Solorina

Alge Dactylococcus infusionum und Flechte Solorina nicht als Mikrofoto, sondern nur als Zeichnung dargestellt

Beispielhafte Vereinnahmung (Symbiose) einer Kugelalge durch einen Pilz

Bild: http://eb.tbicl.org/vol16/5/images/img579a.jpg

Dito "Dactylococcus infusionum in Solorina":

http://eb.tbicl.org/vol16/5/

Verwirrend:

"Dactylococcus infusionum" wird als "Kugel"-Alge charaktersiert und weiter oben sichelförmig gezeichnet.

Solorina is a genus of 10 species of lichenized fungi
http://en.wikipedia.org/wiki/Solorina

AlgaTerra
Information System on terrestrial and limnic Micro Algae
http://www.algaterra.org/ATDB/Names/NamesMain.cfm
Hier wird Dactylococcus ebenfalls, aber nur als Name, gelistet.

Leider, leider gibt es nur ein einziges Bild bzw. Zeichnung von Dactylococcus - zumindest öffentlich zugänglich im Internet.

-

Interpretation:

Algen finden finden überwiegend Erwähnung.
Hauptsächlich Grün-Algen, darunter haupsächlich die Mikro-Algen, nur eine fädige Art.
Kiesel-Algen die kleineren Formen.

Blau-Algen eine einzellige Art und zwei fädige Formen.

Bakterien und Pilze werden als später auftretende Formen genannt und nicht spezifiziert.
Flagellaten rechne ich auch dazu, obwohl nicht erwähnt.

Dauerformen der Lebensgruppen (nicht spezifiziert) sind ebenfalls vorhanden.

Autochtone Mikroflora (Nannedaphon Francé) als lokale, sehr kleine Formen die man lichtmikroskopisch nicht spezifizieren kann.

Amöben, Wimperntiere (einzellig); Rädertiere und Nematoden (mehrzellig) werden nicht erwähnt.

-

Die Umwandlung anorganischen Materials (Mineralien, Mineral-Dünger) in organische Stoffe wird also hauptsächlich von Algen, schwerpunktmäßig winzige Formen von Grün-Algen und Kiesel-Algen geleistet

Die anderen Lebensgruppen folgen, sobald sich genügend organische Stoffe, tote und lebendige Lebewesen, gebildet haben, da sich diese von jenen ernähren.

Die in der Liste benannten Mikroorganismen sind sicher keine zureichende und abgeschlossene Aufzählung.
Es ist eher eine beispielhafte Liste, die lokal weit variieren kann.
Von Leitformen kann man nur insofern sprechen, wenn es um die Betrachtung der Eigenschaften eines ganz bestimmten Bodens geht (hier: ausgenutzter Kultur-Boden), der je nach Standort in seiner Zusammensetzung wechseln kann.

Das sieht Annie Francé-Harrar wohl auch so und beschreibt es hier:

Tafel 4 Die Umwandlung des Kalkes auf überronnenen Felsen in den sog. "Tintenstrichen"

"ist die Bandbreite solcher Biozönosen sehr groß. Einzelne Lokalformen oder jahreszeitlich bedingte Änderungen können sich immer einschalten. Fast alle die Einzelorganismen haben vikarierende und konvergierende Arten, die sich gegenseitig jederzeit auswechseln können."

viewtopic.php?f=31&t=259

Vikarismus
http://de.wikipedia.org/wiki/Vikariismus

VIKARIIERENDE ARTEN
http://www.spektrum.de/lexikon/geographie/vikariierende-arten/8711

Ich denke, das gilt auch für die Beschreibung aller anderen 40 Böden wie ich dies schon bei der Interpretationder der Tafel 1 "Der ideale Boden" festgestellt habe.

Also, alles nicht so eng sehen, wie es z.B. die Anbieter von mikrobiellen Wundermitteln tun, die sich nur auf eine ganz bestimmte Art oder höchstens einige Arten versteifen, die angeblich für die "Revolution im Boden" sorgen sollen.


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 12. Nov 2014, 15:06 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Mit freundlicher Unterstützung von Podsol, Mikroskopie-Forum,
http://www.mikroskopie-forum.de/index.p ... #msg159893
konnte ich "vom Hölzgen zum Stöcksken" kommen,
also vom Dactylococcus mit mageren Infos im Netz
zum Keratococcus mit massig Bildern und Infos,
der auch in taxonomischen Datenbanken prominent gelistet wird.

Keratococcus bicaudatus (A.Braun ex Rabenhorst) J.B.Petersen

Type species
This is the type species (holotype) of the genus Keratococcus.

Basionym
Dactylococcus bicaudatus A.Braun ex Rabenhorst

Homotypic Synonym(s)
Cbicaudatus A.Braun ex Rabenhorst 1868
Ourococcus bicaudatus (A.Braun) Grobéty 1909

Heterotypic Synonym(s)
Dactylococcus bicaudatus var. exilis West & G.S.West
Dactylococcus bicaudata var. subramosus West & G.S.West
Keratococcus caudatus Pascher 1915

http://www.algaebase.org/search/species ... s_id=34661

Bild

Bild

Bild

Warum die Mikrobiologen wohl so mit Namen für ein und dieselbe Sache um sich schmeißen .. ???

Auf alle Fälle können sie die interessierten Laien schön frustrieren.

-

Basionym
http://de.wikipedia.org/wiki/Basionym

Synonym
http://de.wikipedia.org/wiki/Synonym

Homonym
http://de.wikipedia.org/wiki/Homonym

-


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 12. Nov 2014, 15:17 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Nun, da die Ahnenreihe der Namen aufgeklärt ist, frage ich mich, ob Bild und Name in Übereinstimmung zu bringen sind.

Hier die Zeichnungen, in denen die "berühmt berüchtigte" Alge in der begleitenden namentlichen Auflistung zur Zeichnung auftaucht:

Bild

Bild

Tafel 4

Bild

"die bräunlichen Dasychococcus"

Bild

Tafel 28

Bild

Bild

Eine eindeutige Aussage läßt sich schwerlich machen, wenn man zum Vergleich die Bilder aus heutiger Zeit nimmt (siehe oben).
Nicht nur die unterschiedlichen Formen, mal gebogen, mal runde Kugel, mal sichelförmig, mal oval mit lang ausgezogenen dünnen Spitzen.

Auch die Farbe, mal grün, mal braum, mal gelb, lassen die verwunderte Verwirrung bestehen bleiben.

Zur Farbe:

Tafel 4 Die Umwandlung des Kalkes auf überronnenen Felsen in den sog. "Tintenstrichen"

"Sie sind zwar alle grün, aber das Grün ist sehr different. Es ist auch nicht immer Chlorophyll, sonder Phaeophyll und gelbes Xanthophyll ist darunter. Die Oscillatorien haben alle Töne von Türkis. Die Nostoc-Ketten wechseln zwischen Aquamarin und Olivbraun. Hellrot ist die einzige Luftalge, die Veilchenalge, denn denn sie besitzt wirklich einen zarten Veilchenduft, die Trentepohlia sp., die niemals auf dem nassen Felsen selbst Platz findet. Sie legt ihre gläsernen Kugelgespinste über das Wirrsal, in dem sie sich von hellem Gelbgrün bis zur smaragdenen Vaucheria die ganze Grünpalette mischt. Algenschwärmer bohren sich durch enge Pässe. Weder sie schlanke, spitze Synedra ulna, eine der häufigsten Kieselalgen, noch die Hatzschia amphyoxis, die der Kalkwelt zugehörig ist und auf Silikatböden kaum gefunden wird, weichen aus. Verschiedene Palmellaformen liegen wie glänzende, durchsichtige Kissen, die nur einzelne grüne Chromatinzellen enthalten. Wenn man endlich zu der Felsoberfläche gelangt, ist sie tausendfältig zermorscht in locker aufeinander liegenden Körnchen und Kriställchen. Alles ist durchsetzt von den sogennnten "Urkugeln", den grünen Kokken, die in allen ihren Spielarten vertreten sind: der längliche Stichococcus, die bräunlichen Dasychococcus, bläuliche Pleurococcus, Synechococcus minutus un Variationen des Chroococcus. Sie besitzen alle dieselben Funktionsfornm, die offenbar erst das Leben auf dem Stein und von dem Stein erlaubt. Ein dicker Kolloidmantel schützt die einzelnen, auch oft kleeblattartig zusammengefügten Chlorophyllzellen sowohl vor Erfrieren wie vor Austrocknen. Die Spanne von ca. 120 Grad C (60 Grad plus und 60 Grad minus) wird ohne Schädugung von diesen Zellen ertragen. Die Gel-Struktur speichert Wasser. Die Zellteilung ist einfach. Die Kolonien vermehren sich friedlich. Später werden sie gerne von Podiriden, den dunklen Gletscherflöhen, gefressen, deren Darm sowie der von Dorylaimus sp. (das einige der wenigen oligosaproben Nematoden, die schon früh in gut entwickelten Lithobiontenkolonien auftauschen) von verschluckten Kokken grün schimmert."

viewtopic.php?f=31&t=259

-

Was an positiven Gewißheiten bleibt: gewisse Algen sorgen u.a. innerhalb einer lithobiontischen Lebensgemeinschaft für Nachschub an neuem Humus aus Mineralien - so die Aussagen der Francé.

Siehe auch: Annie Francé-Harrar; Leben wird aus dem Stein

viewtopic.php?f=95&t=343


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mi 25. Okt 2017, 07:36 
Offline

Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
For our curious english readers:

Picture 28 Nitrogen supply of a cultured soil by mineral fertilizer

Bild

The advantages of a biologization of chemical mineral fertilizers (semi-schematically illustrated)

Photo of the spread chemical NPK fertilizer with the white strokes on the plowed ground.

Bild
http://docplayer.org/docs-images/58/41408510/images/23-0.png

It is very revealing, in contrast to the natural course, to look at the process of artificial nitrogen fertilization and its possibilities.

Since it is here not a question of humus replacement, but a fertilization, it must be compared with other fertilizers, and it can not, in its current state of use, compare it with a full humus.
[A distiction has to be made: fertilizer = short term stimulation of plant - humus = long term storage/replacement of nutrients ]
One must first say that in the chemically raw state in which it is applied, it can have only a part of the effects, and only those which are produced by the purely chemical material can be achieved.
In order to do more, it would have to be improved according to the biological side.
This has never been attempted, but it would not have any particular difficulties.
One has never thought of it, chiefly because all the artifacts come from an epoch in which world, earth, and life were an exclusively chemical problem.
After all, today one knows by the young humus science already enough about the soil biology that it would be time to deal with this problem.

In the case of an intensive soil deterioration and a more or less complete plundering of the factors affecting the fertility, the mineral values(??)/advantages disappear, is self-evident.
To the extent that the earth is one-sidedly "mineralized", i.e. in which the organic substance is lost, the soil also impoverishes the indispensable nutritive salts.
They can not be retained by shipping and crystallization.
Since they are highly hygrophilic, they are washed away with the effluent from the precipitates, which can also no longer be stored.
The plant root contains almost nothing of it.
Unfortunately, the mineral fertilizers often remain on the surface of the field until they are blown or rinsed.
If the farmer plows them in, it silt (?) the top soil zone, glues it, and paralyze the capillary activity.
Without knowing how, the farmer then suddenly has in this top soil zone pH 9, sometimes even more.
This rapid alkalization, however, disappears after some time, but is not readily digestible to the cultivated plants.
For the sake of experience, they are also avoided - but without being aware of the internal contexts.

According to our experience of more than 100 years, the pros and cons of the mineral fertilizer, one can assume that there will be no surprises through it.
Its undeniable advantages consist in a better nutrition of the cultivated plants, in increased harvests, often also in rapid growth.
Its disadvantages are that it is very little lucrative in actual utilization, because too much is lost by wind and precipitation before the plant roots are of use.
This also has an unfavorable effect on soil structure, capillary activity, water-, ventilation- and nutrient gas economy.
Like any originated one-sided matter, it has a primarily one-sided effect.
A soil improvement by it does not take place, because it is primarily chemical, but not biologically developed, while the fertile earth is a biologically produced product of diverse processes, which man only imitate, but can not replace it with chemical agents.

As a result, the biological substitute is missing.
It is absent in all only (chemical) fertilized soils which are cultivated for a decade.
It has already been said elsewhere that the soil has no way of reproducing humus, because the organic substance can not be built up, even by fertilization with waste materials (which imposes a great labor on the soil, to which it is usually not capable of at all).
Humus loss is therefore not stopped by the mineral fertilizer.
For a time the plant is nourished better by nutrient salts than it could otherwise be.
The nutritive salts make them to a certain degree independent of the soil.
But then the disadvantages of this one-sidedness become obvious, and soil decay, which was not turned off, but was veiled only for a while, goes its way, which in such circumstances is a lawful one.

These facts now exclusively relate to the fact that the nutrient salts are given in the chemically crude state which has hitherto been customary and not biologically improved.
For the disadvantages are not caused by nitrogen, phosphorus compounds, and potash, but because are applied in an unbiological condition, which is the fault that they can not bring about a regeneration of humus.
This state must therefore be changed.
I have devoted myself to this problem for a few years, with laboratory and field tests, and I am convinced that it is sufficient to establish the harmony of the soil, the balance between the inorganic and the organic line.
A certain selection of naturally halophilous microbes, which are added to the mineral salts in a certain proportion and condition, create true miracles.

As can be seen in Table 28, this results in a microscopic "cover", which also has the advantage of colloidally bonding the spreaded artificial fertilizer, so that it can not be washed or blown away.
The improvement is a grant from such organisms, which protects the uppermost soil zone - which is always the most vulnerable - and regenerates its edaphic life.
The efficiency of the mineral fertilizer is thereby greatly increased without the disadvantages of salting, bonding, destruction of the soil structure and depletion of organic matter.
For if the salt crystals are not biologically bound, a high percentage is washed into the ground water, either in powder or in already liquid form.
Biologically, on the other hand, the artificial/mineral fertilizer prevents the emergence of deficient soils, for which it is at present responsible.

Superphosphate, ammonia, lime nitrogen fertilizer and all mixtures tried in the meantime behave similarly.
Also the combinations with trace elements, which have already been praised for some time.
There is scarcely any kind of waste which is derived from organic or inorganic processes, which has not at least been experimentally combined with mineral salts.
Unfortunately this was very often done by such personalities, who are completely ignorant of the laws of humus science.
Since I have examined and tried many such "special fertilizers", I am able to remember to deal with infernally stinking ammonia mixtures, phosphorous preparations, which really consist only of coke ash, finely ground gypsum crystals, combinations of iron chloride, potash and deficient lime.
In the United States, after antibiotics had been introduced into medicine, "antibiotic fertilizers" were repeatedly thrown into the market with great propaganda.
"Hormone fertilizers", whose chemical formula was that they contained mineral salts, lime, finely charred sawdust, and all the hormones present, had a disproportionate price and were to produce tree-like giant forms from all potted plants.
I believe there is nothing that would not have been praised as a "miracle fertilizer" without even making a fraction of what was promised.
Chemical fertilizers are "nomansland", where everyone believes they can be poaching, and therefore it is also because they do not consider any other knowledge as the most superficial.
And this whole complex of the replacement of nutrient salts is far too important for one not to think of feeding it into the soil in the form of a biologically active agent.

Picture 28 Biologization of mineral fertilizers is possible and advantageous

Extensive tests have shown that any type of mineral fertilizer can be improved by adding the corresponding lithobiontic biocenoses. The table shows that the spreaded chemical fertilizer is neither blown away nor washed away. Through the biological improvement, it forms a colloidal cover, which is retained on the ground surface because the organisms lastly migrate into the soil surface and bind the crystals of the artificial fertilizer. Through this vitalized transition, the nutrients of the commercial fertilizer are far better utilized.

Due to the optimal numerical distribution with the admixture of Petrofil
the following main groups of organisms are added:

Autochthone Microflora in all its forms; in individual symbioses occur:

Lithobionts:
Chroococcum humicolum
Palmella miniata
Gloeocystis Schroeterii
Cloeococcus mucosus
Protococcus sp.
Nostoc sp. in free solitary cells
Nostoc Linckia
Gloeocapsa muralis
Stigeoclonium flabelliferum
Kirchnerialla lunaris
Chroococcus sp.
Dasychococcus sp.
Stichococcus sp.
Schizoclamys gelatinosa
Oscillatoria in its lithobiontic forms
Diatoms in different forms: Navicula sp., Nitzschia sp. and frequently Surirella sp.
Local Cysts and Spores

Very soon increasingly soil bacteria and soil fungi intermingle.

[For the detailed verification and revision of the above mentioned microorganisms and their name, picture etc. see:
viewtopic.php?f=31&t=224&p=1078&sid=e29c473478ead7180858977546cff95e#p2345]

The vitalized cover of mineral fertilizer has pH 7,
while the underlying, heavily used soil often has only pH 5.

-

"Petrofil" = Lithobiont inoculum, developed by Annie Francé-Harra; see this forum.

-

Ask yourself: Can the "soil food web" with the missing algae contribute to this biological process?

Discover and depict the various forms of algae in the above picture!

Trust the EDAPHON and Sanctify the Algae !


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 15 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de