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BeitragVerfasst: So 6. Mär 2011, 18:50 
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II. Der ideale Boden

Tafel 1 Der ideale Boden. Unberührt vom Menschen. -> The Ideal Soil. Untouched by Man

Bild

Gib es überhaupt einen idealen Boden ?
Hat es ihn je gegeben ?
Liegt es im Bereich des Menschen, ihn, falls es ihn nicht mehr gibt, wieder herzustellen ?

Das sind drei schwerwiegende Fragen, auf denen sich die Nutznießung aufbaut. Sie sind im Jahr 1962 genau dieselben geblieben, als sie im Jahr 700 v. Chr. waren. Nur verstand man damals etwas ganz anderes darunter, als man heute damit meint. Aber das liegt nicht am Boden, sondern nur am Menschen, der den Boden bebaut.

§1

Die Humuswissenschhaft ist noch sehr jung, sie ist kaum ein halbes Jahrhundert alt. Ich habe in anderen Büchern mehrfach erzählt, wie sie in das Bewußtsein des Protozoenforschers R. H. France trat, der im Jahre 1906 noch in einer zivilisatorischen Epoche lebte, in der durch Pasteur die Menschheit überall Bakterien, gewissermaßen als ein Gespensterheer unabwendbarer Vergiftung, sah. Nur im Boden nicht, weil sich die Wissenschaft, außer in der chermischen Nachfolge Liebigs, niemals um den Boden kümmerte.

Infolgedessen wußte man vom Naturhumus garnichts.

Man wußte nicht einmal etwas von Erosion, zum mindesten nichts von ihren Ursachen und Folgen. Fruchtbare Erde war etwas Selbstverständliches, es gab ja genug fruchtbare Erde. Wenn schon nicht mehr in den alten Kulturländern, dann in den Kolonien. In jedem Staat wurde die einflußreiche Partei der Agrarier von der Regierung gestützt und erhielt Zuwendungen durch Zölle und Steuernachlässe, wenn ein schlechtes Jahr die Ernte verringert hatte. Land-, d.h. Grossgrundbesitzer zu sein, war eine lukrative Beschäftigung. Es bestand nicht die geringste Ursache, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, daß ein fruchtbarer Boden einmal entstanden war und wie er entstanden war. Er war da. Das genügte.

Heute zweifelt man nicht mehr daran, daß immer eine der großen Erdkatastrophen vorausgehen muß, damit wieder das Humuskapital unseres Planeten sich erneuert. Wahrscheinlich würde es ohne den Menschen länger aushalten, aber in den vergangenen Erdepochen sorgten auch schon ausgestorbene Riesentiere dafür, daß eine unvorstellbar üppige Pflanzenwelt derart vernichtet wurde, daß auf die Trias der Saurier eine lange, teilweise Wüstenzeit der Kreide nachfolgte. Natürlich nicht in allen Kontinenten, aber jedenfalls in Europa und Teilen Asiens und Nordafrikas.

Das darauf folgende Tertiär bescherte uns ein gewaltiges neues Humuskapital, als die Alpen aufgefaltet wurden und riesige Einbrüche und Überschwemmungen ganze Landstriche unter Wasser setzten. Einen recht erheblichen Teil dieses Schatzes bauen wir heute noch als Braunkohle ab. Aber glücklicherweise verfiel nicht alles der Inkohlung, so wie auch nicht alles durch die Eiszeiten zerstört wurde. Sicher erhielt sich anden Rändern des weit vorrückenden Inlandeises noch sehr Ansehnliches an Urwäldern, nur wechselten die Gewächse sich von tropischen zu kalt gemäßigen aus. Um den Äquator herum, wo es warm blieb, aber grünten auch weiterhin die Urwälder mit ihrem Bestand an Riesensäugern - letzte Paradiese der Pflanze, aber auch letzte Paradiese der Humusbildung, Humusverwertung und Neuentstehung.

Im Tertiär ist der Mensch - ein Frühmensch übrigens - noch sehr unwichtig.
Und der Acker ist noch lange nicht geboren.
Man muß annehmen, daß es keine kopfstarken Sippen gab. Die Umwelt war ungeheuerlich groß, sicher auch ungeheuer schrecklich. Der Frühmensch hatte genug damit zu tun, überhaupt am Leben zu bleiben, nicht minder in den äquatorialen Tertiärwäldern, als in den eiszeitlichen Randgebieten Europas.

Vor dem Ackerbauer kommt der wandernde Nomade mit seiner Herde. Vor dem wandernden Nomaden kommt der Jäger. Er lebte schon in einer geschichtslosen Zeit, aus der nur wenig übrig geblieben ist. Er kennt nur Tierfang, Beute, die Feuerstelle, die Familie und - vielleicht - schon die Sippe. Er rührt noch nicht an die Erde. Das wird erst anders bei dem umherziehenden Viehzüchter, der um vieles später und nur dort erscheint, wo die Jagt nicht mehr ergiebig genug ist, wo die Sippen zu kopfstark, wo die Urwälder verlassen werden und man in weiten, offenen Ebenen siedelt. Riesige Tierherden ziehen mit den Familien, die noch immer vom Tier leben, aber jetzt schon mehr von seiner Milch und den Jungen, möglicherweise bereits mit einer Zukost von Samen und Beeren.

Galeriewälder säumen die Ströme und Flüsse. Zweifellos brechen Überschwemmungen ein, zweifellos legen Dürren ihren fahlen Mantel verdorrter Gräser über weite Gebiete. Man zieht weiter. Nicht selten geschieht es, daß man, wenn man eines Tages zurückkehrt, nur kurze Stachelgräser entdeckt oder Inseln von nacktem Sand. Man geht nicht mehr dahin, wo viele Generationen einst weideten und ein zufriedenes Dasein führten. Man machte sich nicht viel Gedandeken darüber. Es gibt noch Platz genug. Schließlich werden die Tiere auch anderswo satt. Jedenfalls kehrt man nicht mehr in den Urwald zurück, in dem Rinder und Schafe viel zu sehr gefährdet sind.

Aber dort, wo lange die weidenden Herden gingen, ist die Erde verändert. Sie wird nie wieder das, was sie einmal war: ein idealer Boden.

2

In Europa gibt es seit langem keinen idealen Boden mehr.
Es genügt nicht einmal, irgend einen beliebigen Urwald aufzusuchen, denn auch die Urwälder sind nicht überall dieselben. Die gewaltige Pflanzenmasse, die in ihnen aufwuchert, unterliegt einem raschen Verfall. Es gibt zwar keinen Herbst in unserem Sinn, aber man könnte auch sagen, daß es ununterbrochen alle vier Jahreszeiten gibt. In gewissen Urwäldern um den Golf von Mexiko herum, in Tabasco z.B., regnet es ständig. Ständig scheint eine glühende Sonne. Ständig fällt irgendwo Laub. Ständig begrünen sich Bäume oder beginnen zu blühen. Die Umsetzung alles Toten oder Abgeworfenen geht rasend schnell. Wenn aber Felsgrund weniger als einen halben Meter unter den Wurzeln liegt, dann wird der so rasch gewonnene Humus ebenso rasch verbraucht. Aufgezehrt von den Riesenbäumen und allem, was - aber nicht immer - dazwischen wächst. Eine Legende, die vermutlich nur auf einige Punkte der Erde zutrifft, die so wie die indische Tiefebene eine weite, offene Wanne fruchtbarer Erde sind, ist es, daß der Humus metertief aufgehäuft liegt. Ich kenne Urwälder auf Südseeinseln, deren Humuszone nicht einmal einen viertel Meter beträgt, weil unter ihnen abgetragene Gebirge anstehen, die erst allmählich in Boden umgewandelt werden.

Hier kann sich kein idealer Boden bilden.
Hier war auch nie einer. Denn hier regiert die Formation der Lithobionten, von denen noch ausführlich die Rede sein wird.

Es herrschen noch immer viele falsche oder doch unrichtige Begriffe über die fruchtbare Erde. Aber in der gesamten Literatur kann man so gut wie nichts über die ideale Erde, über das Optimum der Erde erfahren. Es ist so, als ob es sie überhaupt nicht gäbe, als ob der Begriff "Vollkommenheit" auf den Boden nicht angewendet werden könne.
Warum ?
Vielleicht ist es so wie mit der Medizin. Seit Jahrhunderten, Jahrtausenden beschreibt man den kranken Menschen, demonstriert ihn in Kollegs und durch anatomische Sezierung. Vom gesunden Menschen ist kaum je die Rede. Er ist uninteressant, denn er muß nicht geheilt werden. Genau besehen, hat man sogar nicht einmal immer eine ganz genaue Vorstellung davon, worin die absolute Gesundheit überhaupt besteht.

Überträgt man dieses Beispiel auf den Boden, so wird es noch überzeugender dadurch, weil es dort, wo der Landwirt herrscht, keinen gesunden, vor allem keinen idealen Boden mehr gibt. Vom harmonischen Standtpunkt aus gesehen, haben wir es seit langem nur mit Mangelböden zu tun. Die kennen wir sehr gut, wenn auch nicht vom biologischen Standpunkt aus.

Ich muß annehmen, daß ich zu den verhältnismäßig wenigen Menschen gehöre, die wirklich noch ideale Böden gesehen und untersucht haben. R. H. France kannte in seinem reichen Leben nur ein einziges Beispiel, den berühmten Eibenwald bei Paterzell in Bayern. Den gibt es aber seit langem nicht mehr. Und was die verschiedenen Naturschutzgebiete anlangt, so werden sie allesamt noch ein paar Jahrhunderte brauchen, bis die verhängnisvolle Spur des Menschen aus ihnen ausgetilgt sein wird. Und ob ihnen eine so lange Zeit gegönnt ist, um wiederum echte Natur zu werden - wer kann das sagen ?

Der ideale Boden, von dem ich hier sprechen möchte, liegt weit ab von der Zivilisation. Übereinstimmend behaupten alle Berichte, daß er niemals bebaut wurde. Denn auf diesem Gebiet haust eine Handvoll aussterbender Familien der Lakandonen, die keine Indianer, sondern die letzten echten Nachkommen der alten Mayavölker sind, die einst nach Hunderttausenden zählten. Die Reservation befindet sich im südlichsten Mexiko, zwischen der Grenze des Staates Chiapas und Guatemala. Der Urwald dort ist unerschlossen und wurde erst vor ein paar Jahren durch private Forscher kartografisch aufgenommen und kontrolliert.

Sein Zentrum bildet die sagenhafte "Laguna Azul", ein ausgedehnter See, in welchem nach verbürgten Berichten die Spanier die letzten 5000 Mayas, Männer, Frauen und Kinder, vernichteten und ertränkten. Seither ist der Ort verflucht und sogar die Träger weigern sich, dorthin zu gehen.

Einstmals aber muß die Einsamkeit hier reich besiedelt gewesen sein. Eingesponnen in Lianengewirre ragen leere, aufgerichtete Steintore, weiße Götterbilder und Relikte von verfallenen Tempeln. Mondsteine versinken im schwarzen Humus. Aber seit 400 Jahren stand die Zeit hier still, und der Mensch war gewissermaßen ausgetilgt aus dieser Welt der Vergangenheit. Ungestört fließt das Schicksal des Urwaldes weiter wie ein Strom, an den niemand rührt. Der schwarze Humus häuft sich zu dicken Bänken - ein sicheres Zeichen, daß die Zeit hier nach Urwäldern, aber nicht nach Menschen oder Tieren gemessen wird.

Von hier stammen die Proben des idealen Bodens.


Tafel 1 (Bild + Foto 1 Urwaldes am Rio Usumacinto (vorhanden))

Der ideale Boden.

Dazu Foto des Urwaldes am Rio Usumacinto, von dessen Ufern die Originalproben entnommen wurden.

Dieses Bild, sowie alle folgenden, entspricht sowohl farbig, wie als Bestandsaufnahme den exakten Beobachtungen, die in meinen Protokollheften festgehalten sind. Doch war es der oft sehr bedeutenden Größenunterschiede innerhalb einer Biozönose wegen völlig unmöglich, alle Organismen in derselben Vergrößerung zu zeichnen. Dasselbe gilt auch für die dazugehörige Umwelt. Im Durchschnitt gab ich mir die Mühe, wenn irgend möglich, die Lebensgemeinschaften auf einen gemeinsamen Nenner zwischen Vergrößerung 250 und 600 zu bringen. Genaue Hinweise sind jeweils bei der Liste der dargestellten Mikroben angegeben.

Die Angabe von R.H. France über das ideale Ausgleichsverhältnis im Boden lautet:

65% organische Substanz
20% Edaphon
15% mineralischer Zuschuß

Daß es soetwas gibt, wird von jedem heutigen Bodenforscher bestritten. Tatsache ist, daß unsere Landwirtschaft in Europa schon seit ca. 500 Jahren, in anderen Kontinenten seit 50 - 100 Jahren, nicht mehr mit solchen Zahlen rechnen kann. Die Waage hat sich tief zu ungunsten der organischen Substanz gesenkt. 2% organische Substanz - die aber durchaus nicht die Qualität von Humus hat - gelten auf bebauten Böden gegenwärtig schon als annehmbar, 20% als exorbitant.

Selbstverständlich kann man mittels eines Kolorimeters oder durch Anwendung von Chemikalien feststellen, mit wieviel organischer Substanz man in einem Boden rechnen kann. Das Resultat ist zwar nicht immer ganz zuverlässig, weil der Inhalt an Bodenlösungen sehr verschieden ist und die erhaltenen Zahlen dadurch verändert werden. Mikrologisch aber braucht man nur eine Bodenprobe zu betrachten. Dann sieht man sofort, wie es mit der Besiedlung der mineralischen Splitter steht. Dieses Schätzungsbild, zu dem freilich eine langjährige Erfahrung gehört, läßt sich dann durch Auszählen mittels einer Zählkammer ergänzen.

Betrachten wir uns also die Tafel 1.

Im ganzen Bild ist nicht ein einziger unbewachsener Mineralsplitter zu sehen. Alle sind von feinen Gespinsten grüner Miniaturalgen umsponnen. Das heißt, daß bereits eine Lebensschicht auf ihnen entstanden ist. Auch verraten alle die abgerundeten Mineralkanten, daß die kristallinischen Ecken und Spitzen bereits abgetragen wurden, d.h., es hat sich schon aus ihnen organisches Leben gebildet. Man spricht hier von "Korrosion", und der Grad der Korrosion ist geradezu ein biologischer Test dafür, ob man von einer natürlichen Humifizierung bei einem Boden reden kann oder nicht. Die Bodenstruktur hängt hierbei von der Tätigkeit einer der wichtigsten edaphischen Gruppen, den Lithobionten, ab, welche die ständige Umwandlung von Bodenmineralien in Prodetritus, Dedritus und Humus durchführen. Später wird über diese Hälfte der Humusentstehung in Wort uund Bild noch genaue Auskunft gegeben. Vorläufig wollen wir als erstes überhaupt das Besondere dieser einmaligen Bodenstruktur nach seinem Wert und seiner Bedeutung zu erkennen trachten.

Auffällig ist die Weite der dargestellten Bodenkapillare. Da es sich nicht um Sandboden mit den berüchtigt großen Kapillaren handelt, muß man daraus schließen, daß die Bodenbelichtung und die Belüftung in ausgezeichnetem Zustand ist. Das erkennt man auch aus der Benützung dieses "Inlandkanales", der geradezu eine Straße für schwimmende Grünalgen - in diesem Fall ein smaragtgrünes Gonium - ist. Die wunderbare Lockerung eines Naturhumus erlaubt, daß die assimilierenden Algen und grünen Flagellaten und Monaden durch die reichlich vorhandenen Bodenkapillaren viel tiefer in den Boden eindringen, als das sonst der Fall ist. Auf einem auch nur mäßig verdichteten Kulturboden überschreiten sie die oberste Zone selten unter 3 cm. Im idealen Boden aber dringen sie zuweilen bis unter 10 cm nach unten, sauerstoff- unnd wahrscheinlich auch Vitamine spendend und die Bodenlösung mit ständig ausgeschiednen Aminen anreichernd.

Gleichzeitig ist durch diese optimale Kapillarbildung den festsitzenden grünen Fadenalgen - hier ist es Cladophora glomerata - die Möglichkeit zu intensivem Wachstum geboten. Auch sie sind hochgradig licht- und luftbedürftig, auch sie gehören zu den humusaufbauenden Bodenbewohnern. Das gleiche gilt für die Kolonien der edaphischen Blaualgen - hier Chroococcus infusionum - und eine lange Ankistrodesmus-Alge. Alle benützen sie die Passage der Kapillare, die mit reinem Wasser angefüllt ist und keinerlei Faulstoffe enthält. Diese ganze Welt ist oligosaprob, denn wie es eine natürliche Wasserreinigung gibt, so gibt es auch eine Bodenreinigung auf biologischer Grundlage. Und ein ologosaprober Boden braucht durchaus nicht organismenarm zu sein. Die Überschwemmung mit Bakterien und aufspaltenden Keimen, an die wir gewöhnt sind, beweisen, daß sich in einem solchen Medium eine Menge Fäulnisprozesse vollziehen, die noch nicht abgelaufen sind. Wir werden später an der mikrobiologischen Darstellung eines Weizenfeldes sehen, wie sehr sich ein Boden durch Bebauung in allem verändert und welche große Rolle dann infolge von Düngung das charakteristische Übermaß der Bakterien spielt.

In einem idealen Boden ist dieses Stadium im großen ganzen überwunden, obgleich unablässig solche Umsetzungen kurzfristig im kleinen stattfinden. Daß sich das so verhält, kann man daraus erkennen, daß innerhalb der Biozönose sich vier größere beschalte Amöben - Rhizipoden - zeigen. Die eine längliche hellbraune ist eine große Diffluga, wahrscheinlich irgend eine Variation der häufigen Diffluga tuberculata. Die bläuliche rechts darüber gehört zu einer sonst unbekannten Spezies. Die runde Centropyxis sp. ist wenig stabil in ihrem Gehäuse und wechselt auch oft die Größe. Der gestachelte Geococcus sp. ist eine Tropenform, die es in Europa nicht gibt. Wie alle Rhizopopoden ist auch er ein Alles- und Vielfresser, nicht sehr beweglich, aber der einzige ohne strukturierte Schale, glatt und silbrig glänzend wie ein Metallplättchen. Man trifft ihn viel öfter als alle anderen Rhizopoden, so daß er für einen Test in Bezug auf Bodenversäuerung oder auch Versalzung niemals in Frage kommt.

Einzellige Blaualgen nhaben sich als grüne Kokken auf frischgebildetem Detritus niedergelassen. Die Bodenbakterien bilden hie und da kleine Kolonien, von den Mikropilzen des Bodens gibt es den Ubiquisten Cladosporium und Actinomyceshyphen. Bei beiden hat man es mit sehr unempfindlichen Arten zu tun, die Strahlenpilze unterscheiden sich äußerlich überhaupt nicht. Bei den Cladosporien, unter denen es ein paar gefährliche Parasiten gibt, kann man beobachten, daß sie je nach dem pH die Farbe wechseln. Unter den salzholden finden sich tief amethystfarbene, im Moderlaub sind sie meist von rötlichem Hellbraun. Bisher hat man 48 Arten unterschieden, die indes alle mehr oder weniger alle lokal sind.

Von der Sauerstoffausscheidung der beiden Cladophorafäden profitieren sowohl Bodenbakterien als auch das winzige Nannedaphon, das sich auf ihnen festsetzt. Man könnte hier von mikrologischen Epiphyten sprechen, denn die Erscheinung von "Übermikroben" ist allgemein. Zu den meisten Einzellern und stets zu den assimilierenden Boden- und Planktonalgen zählt eine ganze Gesellschaft von Oxygenschmarotzern, die teils in, teils auf ihnen Platz genommen haben. Es scheint, daß alle diese Spaltpilze und Kleinstformen nicht imstande sind, sich selber nicht genügend Sauerstoff zu verschaffen und darum als Begleiter von Organismen leben, die ständig welchen produzieren. Im Boden und im Wasser gibt es zahllose solcher kleiner Symbiosen, die in die großen Biozönosen allerorts mit eingeschaltet sind. Gewiss ist der "Kampf ums Dasein" in der Mikrowelt barbarisch und unbarmherzig. Aber eigentlich beginnt er erst bei den Protozoen, bei den tierfangenden Pilzen, bei den Rädertieren. Das sind Räuber und berufsmaßige Mörder an allem, dessen sie habhaft werden können. Die Lebensstufen darunter sind nicht angriffslustig. Als Aufspalter und Nutznießer von fremdem Plasma werden sie nur bösartig, wenn sie in einen lebenden Körper geraten, der nicht geeignet ist, als Wirtsorganismus zu dienen. So lange sie Lebensreste zerlegen und Bausteine für neues Leben aus ihnen schaffen, und so lange sie die flüchtigen Stoffe und Gase aus solchen Umwandlungen binden und festhalten, sind sie von unvorstellbarer Nützlichkeit. Dort, wo sie in die Humusformation an richtiger Stelle und in richtiger Menge eingeordnet sind, kann man sie nicht entbehren.

Worauf bei diesem idealen Boden ganz besonders zu achten ist, das ist eben der bereits vollzogene Ausgleich. Wir haben es in unserer Zeit und in allen unseren Lebensräumen ausschließlich mit Böden zu tun, die vor langem einmal auch einen solchen Ausgleich besaßen oder aber, die sich in Richtung eines solchen Ausgleichs zu entwickeln trachten. Bei allen irdischen komplexen Systemen - und die fruchtbare Erde ist vielleicht das wichtigste, das wir kennen - besteht ein deutliches Bestreben zu Dauerformen. Chaotische oder in stürmischen Änderungen befindliche Systeme bilden jedoch weder eine Ganzheit, noch besitzen sie Stabilität. Das Bodenleben ist dort, wo bereits eine gesunde Humusbildung Platz gegriffen hat, funktionell ausgeglichen, und das zeigt sich im Verhältnis der 11 Organismengruppen untereinander. Das ist auch eine Ursache, warum man nicht beliebig Knöllchenbakterien oder andere Stickstoff sammelnde Bakterien wie Azotobakter chroococcum u. ä. in astronomischen Zahlen einem Boden einverleiben kann. Immer wird man die Enttäuschung erleben, daß Laboratoriumsgut in kurzer Zeit spurlos verschwindet. Die Spekulation auf ganz besonders gute Ernten wird zum eklatanten Mißerfolg, so wie ich ihn zahllose Male bei meinen Klienten, die das nicht glaubten, konstatiert habe. Maximum und Minimum bedeuten im Bodenleben gleicherweise eine Störung, die tunlichst bald ausgemerzt wird. Der ideale Boden stellt ein Optimum dar. Dieses Optimum gewährleistet durch ständig sich vollziehende Ausgleiche eine bestmögliche Existenz.

Das geht von den Spaltpilzen und der autochtonen Mikroflora bis zu den Regenwürmern, die nicht nur Erde, sondern hauptsächlich Edaphon verdauen, bis zu den Weidetieren, die eine bestimmte Anzahl von Pflanzen fressen und bis zu dem Mann, der die Weidetiere verzehrt und seinerseits eine gewisse Anzahl von Gewächsen domestiziert, aus denen er die andere Hälfte seiner Nahrung bestreitet. Der ideale Boden ist die Basis eines gewaltigen Ausgleiches, der ohne diese Basis nicht möglich ist.

Ich sage das hier so dezidiert, angesichts des Bildes vom idealen Boden, den es in keinem Kulturland der Welt mehr gibt. Wir sehen daraus die Aufgabe, um deren Lösung wir nicht herumkommen werden: diesen idealen Boden zu schaffen. Wer dieses Buch mit der dazugehörigen Einsicht gelesen hat, weiß, daß es möglich ist.

Während dort, wo der Mensch den Boden auf irgend eine Weise abändert - ob er es absichtlich will oder nicht - niemals das richtige Verhhältnis des Edaphons vorhanden ist, weil fast immer gewisse anspruchsvolle Protozoen ausgestorben sind, findet man hier alle vertreten. Die Rädertiere haben ein rotes Ei asbgelagert. Auch von einer Nematode steckt ein ovales Ei bläulich durchscheinend in der Bildmitte im Detritus. Die Wimpertierchen /Ciliaten/ sind durch eine hyaline Aspidisca sp. vertreten, die mit ihren starren Zirren halb kriechend schwimmt. Von den Rhizopoden war bereits die Rede. Eine unbeschalte Amöba limax weidet ganz links oben pflanzliche Reste ab. Von den Blaualgen gibt es eine ganze Auswahl, darunter eine zarte Schizochlamys sp. und verschiedene einzelne und zu Platten verbundene Kokken. Auch die Grünalgen sind als Kokken und als Fadenalgen /Clodophora/ in die Kapillare eingedrungen. Auch eine kleeblattartige Chlamydomonaszyste hat sich an deren Rand festgeheftet. Winzige Kragenmonaden sitzen auf der Grünalge, einer der zahllos variierenden Bodos pendelt in der Nähe als Flagellat. Kieselalgen /Diatomazeen/ gibt es in reichlicher Auswahl. Es sind alles Erd- und Verlandungsformen, eigentlich alle bemerkenswert groß. Die Bodenpilze wurden schon erwähnt. Es fehlt nicht an Zysten und Sporen. Überall dazwischen hat sich mit grünen oder farblosen Einzelzellen die autochtone Mikroflora vielförmig niedergelassen, oft in Gesellschaft von meist stäbchenförmigen Bodenbakterien. Man sieht eine Adventivwurzel, die gegen die Kapillare zustrebt und Zooglöen jener winzigsten symbiotischen Algen an den Wurzelspitzen trägt, die mit ihr in Gemeinschaft leben und sie mit Wasser und wahrscheinlich auch vitaminen versorgen.
In allen Proben herrscht gleichmäßig pH 7.

Die Färbung der organischen Substanz, die den Grund dieses Humus bildet, ist teilweise gegen die dunklen Töne aufgehellt. Hier bildete sich feinster Sedimentschlamm, der von früheren Überschwemmungen des Rio Usumacinto herrührt, in den Humus um, aber die Phase der ersten Auflösung ist schon vorüber. Was einmal Erosion war, ist schon um einen Sektor weiter in dem großen Rad, das ständig Leben in Nichtleben, Nichtleben in Leben auswechselt. Es gibt keine stofflichen Verluste, denn es gibt keine willkürlichen Störungen der durcheinanderkreuzenden Abläufe. Phosphor wird freigemacht und geht sofort in andere Organismen über. Kali wird von allen den grünen Einzellern zur Förderung der Assimilation aufgenommen oder in Lösung an Wurzeln weitergegeben. Der Stickstoffkreislauf bewegt sich rastlos weiter. Kalk und Silizium aus den Bodenmineralien hat in den zahlreichen Lithobionten die notwendigen Auflöser gefunden, die beides als Infusion verwerten oder in Kristallen absetzen. Alle Spurenelemente sind in ihren unvorstellbar geringen Maßen schon im Dedritus feststellbar. Nirgens gibt es Depots von Bodennährsalzen, aber überall hat das Bodenleben schon die erste Aufschließung besorgt. Sie gehen alle als Infusion in die Pflanze in Gestalt einer ersten organischen Passage ein.

Selbstverständlich geschieht es immer wieder, daß von außen Faulstoffe oder Faulorganismen herangebracht werden. Aber hier setzen die ewigen Kräfte des Ausgleiches ein. Jedes Übermaß wird beseitigt, sei es durch auftretenden Nahrungsmangel, sei es durch Feinde, sei es durch plötzlich verschlechterte Lebensbedingungen. Wenn Diatomeen während ihres natürlichen Maximums in dicken Watten die Kapillaren verstopfen, so zeigen sich mit einmal Scharen von Ciliaten und Rotatorien, die gewaltig unter ihnen aufräumen. Die Ciliaten selber verschwinden, sie wandern ab, wenn das Schlaraffenland leergegessen ist. Die toten Diatomeenschalen am Grund bevölkern sich mit Lithobionten, welche die glatten Glaswände aufrauhen, ausdünnen und endlich völlig zersetzen. Alles wird von allen nutzbar gemacht.

Aber zu diesem Zweck ist es notwendig, daß auch alle vorhanden sind, nicht nur einzelne Gruppen, die sich dann disharmonisch vermehren und dadurch die Störung vergrößern.

Tafel 1

Bild
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Der ideale Boden

Unberührter Waldboden zwischen Guatemala und Mexiko.
Reservation der Lakadonen.
Er enthält nur bereits korrodierte und biologisch umgewandelte Mineralsplitter und sehr viel organische Substanz. Der Humus ist dunkel bis hellbraun, feucht und von Leben erfüllt. Die weit offenen Kapillaren werden von den Organismen als Passagen benutzt. Außerordentlicher Reichtum sowohl an Individuen als an Arten, Die edaphisdche Stufe ist überwiegend ologosaprob. Dominante von Mikroalgen. Die Bakterien treten stark zurück.

In großen und chlorophyllreichen Exemplaren vertreten;

Blau- und Grünalgen:
Cladophora glomerata, 6 - 8 Nostocarten, sehr viel Nostoc musciforme
Chroococcum humicolum. Ankistrodesmus falcatus var.

Von Rhizopoden:
Geococcus longispina. Thecamöbe vesiculata.
unbekannte Formen von beschalten Bodenamöben.
Großes Rotatorienei.
Gonium sp., das in den Kapillarien wirbelt.
Ulotrix zonata und sp.

Von Blaualgen:
Gloeotrichia echinulata.
Qscillatoria aller bmesoaproben und oligosaproben Arten.
Phormidium sp., teilweise sehr dünnfädige, unbekannte Formen.

Von Kieselalgen
überragend viele Formen von Synedra, Diatoma, Nitschia und Eunotia, ebenso Pinnularia und Navicula, teils riesig, teils in winzigen Nestern.

Von Ciliaten
auffällig viele Aspidisca lynceus.

Flagellaten
sind durch vielerlei Arten von Bodo sp. vertreten.
Zahllose Gameten und Zysten mit und ohne Öltropfen.

Kolonien von Silikatbakterien
Amylobakter, Mengen von Kokkenformen,
die sich mit autochtoner Mikroflora mischen und scheinbar symbiotisch zusammenleben.
Azotobacter sp. auf und neben Grünalgen.
An Wurzelhaaren kleine Bakterienzooglöen.
Die Kleinformen fast alle noch unbestimmt.
Das Bodenleben überaus reich.
pH 7 - 8

...

Das ist die Lehre des idealen Bodens.
Man kann sie befolgen.
Man kann sie auch nicht befolgen.
Bisher hat sie der Mensch nicht befolgt.
Ich will hoffen, hauptsächlich darum, weil niemand sie ihm mitteilte und weil er die Stimme des Unsichtbaren weder hörte noch verstand.
Von nun an ist es möglich, sie zu hören und zu verstehen.
Sie richtig anzuwenden, wird freilich viel schwerer sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 01
BeitragVerfasst: Fr 18. Mär 2011, 21:18 
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Hier kann man sich aus dem Originalmanuskript Teile der Tafel 01 ansehen:

Klick

Wahrscheinlich geschrieben in Mexiko.

Das ganze Originalmanuskript wird später mal als Faksimile veröffentlicht, um es mit dem neu publizierten Buch zu vergleichen.

Betrachtet es mit Ehrfurcht

- daß es überhaupt noch existiert
- daß wir es bekommen haben
- daß wir es veröffentlichen können

und weil wir damit an den Erkenntnissen eines ganzen wissenschaftlichen Lebens über das Bodenleben partizipieren können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 01
BeitragVerfasst: Mi 13. Apr 2011, 12:08 
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So, oben wurde nun nach dem Original-Text auch die Original-Bildtafel eingefügt.

Wer von diesem Bild nicht angerührt ist und merkt, wie tief sie mit ihrem Herzen bei der Sache war ..

Wie sie sich in den unsichtbaren Landschaften der unsichtbaren Lebensgemeinschaften auskannte, heißt: wie umfangreich ihre Kenntnis von dem Leben unter unseren Füßen war, daß sie so ein lebendiges Bild der Mikroorganismen malen konnte.

Ab jetzt beiße ich mir lieber auf die Lippen.

Die anderen Bildtafeln sukzessive demnächst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 01
BeitragVerfasst: Do 21. Apr 2011, 14:16 
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Das wär mal was wenn man es könnte und verstehen würde:

Ein Vergleich der Untersuchung eines unberührten Urwaldbodens mittels phylogenetisch orientierter DNA-Fragment-Analyse durch moderne Labor-Molekular-Genetiker mit der mikroskopischen Beobachtung der Mikroorganismen in der freien Natur in einem "idealen Boden" (vom Menschen unberührt) durch Annie France-Harrar aus dem jeweils gleichen Kontinent Südamerika.

Von Annie bekommen wir ein Auqarell-Portrait der wuselnden lebenden Mikroorganisnmen in ihrer typischen Landschaft, von den menschlichen DNA-Sequenzern ein quer liegendes Baumdiagramm der DNA-Fragmente mit kryptischen Bezeichnungen.

KIM, J. S.; SPAROVEK, G.; LONGO, R. M.; MELO, W. J. de; CROWLEY, D. (2007):
Bacterial diversity of terra preta and pristine forest soil from the Western Amazon. (pdf)

In: Soil Biology and Biochemistry 39, 684-690. URL [Accessed: 11.05.2010]

The paper describes the bacterial diversity and community structures of a pristine forest soil and an anthropogenic terra preta from the Western Amazonian forest using molecular methods to identify the predominant phylogenetic groups. The survey provides a detailed analysis of the composition and structure of bacterial communities in terra preta anthrosols.

Auf:
http://www.sswm.info/category/implementation-tools/water-use/hardware/toilet-systems/terra-preta-toilet
(In diesem Umfeld sind mir einige Leute persönlich bekannt)


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 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 01
BeitragVerfasst: Sa 3. Sep 2011, 07:29 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1208
Mal eine schnell hingeworfene Verdachtshypothese

Einer der Ziele meiner zukünftigen Arbeit ist die Erstellung einer Datenbasis für die bei den France's erwähnten Mikroorganismen mit den dazugehörigen Informationen über ihre Eigenschaften sowie Zeichnungen, Fotos und Videos von den France's als auch neuesten Datums.

Als Test dient das erste Kapitel von Handbuch des Bodenlebens": "Der ideale Boden"

Als Laie starte ich ja bei Null.

Weiß weder wie großen kleinen Unsichtbaren Aussehen, wie groß sie sind, was sie so treiben und wozu sie gut oder "schlecht" sind.

Also, da stelle ich mich mal ganz dumm - ach ne, brauch ich ja nicht, bins ja, und frage:
Wat issene Dampfmaschin - äh, ne cladophora glomerata ?

Gelobt sei das Internet, denn sonst sonst hätte ich mächtig zu wirbeln um an Informationen zu kommen.

Also, erster Eindruck aus der endlosen Trefferliste:

Generationen von Wissenschaftlern haben diese Alge nach "Strich und Faden" (he he im wahrsten Sinne des Wortes) untersucht.

Die erste Recherche ergießt eine wahre Sintflut an Forschungsarbeiten und Einzelfakten über meinen kleinen Bildschirm (Netbook 10 Zoll).

(Also suchen und lesen müßt ihr schon selbst, werde nichts vor- oder wiederkäuen, sondern nur meine eigenmächtigen Schlußfolgerungen hier vorstellen. Hab keine wissenschaftliche Endloszeit sondern möchte Resultate produzieren)


cladophora glomerata

- wiki: Genus: Cladophora
http://en.wikipedia.org/wiki/Cladophora

- The ecology of the nuisance macroalga, Cladophora glomerata, and its resurgence in Lake Ontario
http://uwspace.uwaterloo.ca/handle/10012/3592

+ endlose Liste weiterer Fundstellen seit 1800 ..

Was mach ich armer unwissender Mensch mit diesen Fakten ?

Sofern ich niemand anders / Fachmensch überzeugen kann, mir diese Faktenfülle einzudampfen auf den zugrundeliegenden Kern, muß ich mir die Arbeit eigener Gedanken machen.

Ich gehe vor nach Methode von Annie France-Harrar, wie sie im "Handbuch des Bodenlebens" beschrieben ist (Habe darüber im Forum darüber berichtet - selber suchen):

Für Dummies wie ich heißt das simpel:

Untersuche den "idealen Boden", vom Menschen unberührt, wie er sich seit Jahrmillionen gebildet und erhalten hat.

Dort wird man eine Lebensgemeinschaft von Mikroorganismen vorfinden, in denen jedes seinen Platz und seine Aufgabe hat.

Nur in diesem Boden kann diese Alge ihre "wahre" Aufgabe - "natürlich" im Durchschnitt der Zeit und der Böden) und mit welchen anderen Mikroorganismen sie sich vergesellschaftet.

Auch wird man hier die "richtigen" quantitativen Verhältnisse (Herr Professor sagt Abundanz http://de.wikipedia.org/wiki/Abundanz_(%C3%96kologie) der Mikroorganismen zueinander finden und somit auch den "natürlichen" quantitativen Anteil der cladophora glomerata.

Im Verlauf der Zeit (Jahrmillionen!) hat sich ein "ausgeglichenes" Verhältnis kooperativer und konkurrierender Mikrorganismen hergestellt.

Ich sage das nicht ohne Grund, denn im ersten "Suchlauf" begegnet man der Alge als wucherndes Teufelszeug und kann sich garnicht vorstellen, was die in unserer menschlichen Welt zu suchen hat, außer Ärger zu machen.


Nu, und so sieht sie heutzutage aus:

Bild

Hier gibts noch mehr von der Sorte Grünalgen
http://www.dr-ralf-wagner.de/Gruenalgen.html

Also vermute ich mal laienhaft, daß im gemalten Bild von Annie dies die grüne Fadenalge ist (1)

Bild
groß

So stelle ich mir vor, auch in weiterer Folge die im Bild dargestellten Mikroorganismen zu identifizieren.

(Warum Annie diese Zuordnung von Name und Zeichnung nicht gemacht hat und warum sie die Mikroorganismen nicht fotografiert oder nach Foto gezeichnet sondern "gemalt" hat, ist noch mal ein anderes Thema -> siehe meine Bemerkungen "Didaktik" im Forum. Ja, das müßt ihr schon selbst suchen. Werde euch nicht alles vorkauen. Ach so, ihr habts schon gelesen. Na, dann ist ja gut.)

Jetzt zu den harten Fakten:

Cladophora glomerata (Linnaeus) Kützing 1843: 266

http://www.algaebase.org/search/species/detail/?species_id=1393

Original publication: Kützing, F.T. (1843). Phycologia generalis oder Anatomie, Physiologie und Systemkunde der Tange... Mit 80 farbig gedruckten Tafeln, gezeichnet und gravirt vom Verfasser. pp. [part 1]: [i]-xxxii, [1]-142, [part 2:] 143-458, 1, err.], pls 1-80. Leipzig: F.A. Brockhaus.

http://www.algaebase.org/pdf/562DD08C0277e1997EvsJw844CEA/Phycologia_generalis.pdf

Video: Cladophora, blanket weed http://www.youtube.com/watch?v=geJ29H8cbUA

This filamentous green alga often grows in abundance in fresh waters which have been polluted by nutrients and sediments but it can also occur in marine environments. It can form floating mats in association with other algal species in shallow still water.

Warum der ganze Aufwand ?

Wir kennen und benennen ja auch alles was AUF der Wiese (und anderswo) herumläuft und wissen über deren Lebensgewohnheiten Bescheid und können daher gezielt Einfluß nehmen.

Das ist ebenso erforderlich für alles was UNTER der Wiese herumkrabbelt, kriecht, schwimmt und schleimt.

Man kann natürlich auch einfach einen Sack Stickstoff (Gülle, Mist ..) auf die Fläche schmeißen und hoffen, daß es allen Beteiligten schmeckt und recht ist und am Ende das herauskommt was wir uns wünschen.


Was wohl die Nr. (2) sein mag ?

Wird fortgesetzt .. (Von jedem der daran Interesse hat)


Meine Berater:

Bild

Bild

Andere "Fachleute" haben sich noch nicht aktiv dazugesellt.



So, muß jetzt abdüsen zum Oberrhein, schwimmen gehen, dh. treiben lassen mit dem Strom. Soll ja heute noch mal heiß werden.
Eventuelle Fehler im Text korrigiere ich später.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 01
BeitragVerfasst: Mo 5. Sep 2011, 08:57 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1208
Also die Nr. (2) muß eine Radiolare (Kieselalge) sein.

Durch einen zufälligen Zufall (Karl Valentin) bin ich auf dieses Bild gestoßen.

Bild

Nur, wie könnte sie heißen ? Also auf lateinisch.

"Radiolaria are amoeboid protists belonging to the phylum Sarcodina."

Na prima.

"At right is a scanning electron micrograph showing a radiolarian in the foreground with a diatom behind it.

(The original photo of specimens obtained from the Scripps Institute was taken at 1280X.)"

Jetzt wissen wie Bescheid - aber immer noch nicht den Namen.


http://en.wikipedia.org/wiki/Radiolarian

http://www.radiolaria.org/

http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlentierchen

http://de.wikipedia.org/wiki/Kieselalgen


Wer auch immer jetzt durchblickt ..


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 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 01
BeitragVerfasst: Mo 5. Sep 2011, 13:55 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
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Ich verweise mal auf das kleine Heftchen "Wege zur Natur". Das findest Du hier: viewtopic.php?f=38&t=44

Winfried hat geschrieben:
Ach so, ihr habts schon gelesen. Na, dann ist ja gut.)


Darin abgebildet sind in originalen Handzeichnungen von Raoul die eine oder andere Mikrobe des Süßwassers und des Bodens.

Auf der Abbildung 8 auf Seite 12 findest Du einer deiner Nummer 2 sehr ähnlichen Gestalt. Glücklicherweise sind diese Tierchen in "Wege zur Natur" sogar mit Namen versehen. Und so findet sich dort der Verweis auf "Nebela".

Siehe auch: http://www.google.de/search?q=nebela&um=1&ie=UTF-8&tbm=isch&source=og&sa=N&hl=de&tab=wi&biw=1280&bih=629

In dem Heftchen findest Du auch den Rest vom Fest. ;)

Winfried hat geschrieben:
Ja, das müßt ihr schon selbst suchen. Werde euch nicht alles vorkauen.


Gruß
Bernhard


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 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 01
BeitragVerfasst: Mo 5. Sep 2011, 14:37 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
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Hier habe ich mal Nummern verteilt. Jeder nur ein Kreuz...

Bild

Die (23) erkenne ich sofort als Tabellaria.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 01
BeitragVerfasst: Mo 5. Sep 2011, 15:09 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 600
(1) Grünalge. => Wege zur Natur S. 35, Abb. 29
(2) Nebela. => Wege zur Natur S. 12, Abb. 8 // oder Difflugia // jedenfalls eine Schalenamöbe
(3)
(4) Bakterien?
(5) Camplyodiscus. => Wege zur Natur S. 19, Abb. 15
(6)
(7)
(8) Glockentierchen/Vorticella/Craspedomonaden => "Der Organismus der Craspedomonaden" (1897, R.H.Francé)
(9)
(10) Amoeba limax / Amöbe => Wege zur Natur S. 4, Abb. 1
(11)
(12)
(13)
(14)
(15)
(16)
(17) Stauroneis. => Wege zur Natur S. 19, Abb. 15
(18)
(19)
(20) Geißelzellen? => Wege zur Natur S. 28, Abb. 24
(21) Fadenalge.
(22)
(23) Tabellaria. => Wege zur Natur S. 19, Abb. 15
(24)
(25)
(26) Synedra. => Wege zur Natur S. 19, Abb. 15
(27)
(28) Surirella. => Wege zur Natur S. 19, Abb. 15, S. 26 Abb. 23
(29)
(30) Grünalge. => Wege zur Natur S. 35, Abb. 29
(31)
(32) Hefepilze? => Wege zur Natur S. 32, Abb. 27
(33)
(34) Navicula. => Wege zur Natur S. 19, Abb. 15
(35) Apisdisca. => Wege zur Natur S. 13, Abb. 10
(36) Nebela. => Wege zur Natur S. 12, Abb. 8 // oder Difflugia // jedenfalls eine Schalenamöbe
(37) Foraminifera => Wege zur Natur S. 16, Abb. 11
(38)


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 Betreff des Beitrags: Re: Tafel 01
BeitragVerfasst: Mo 5. Sep 2011, 15:47 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1208
Ürre !!!

Überwältigend.

Du hast epochemachende Arbeit geleistet !!!

Während andere immer nur herumdrucksen. (Die Forummitarbeiter ausgenommen)

Danke !!!

Jetzt sind wir auf dem Weg zum "wahren" Handbuch des Bodenlebens !

Gut auch, daß der erste Bezug auf die Werke der France's vorhanden ist (Wege zur Natur).

Modernere Bezüge können später hergestellt werden wenn nötig.


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BeitragVerfasst: Mo 22. Sep 2014, 18:51 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1208
Die Tabellen der Mikroorganismen im Boden zu den Tafeln verschiedenen werden neu aufgemischt mit einer alltagstauglichen Einteilung für den vorliegenden didaktischen und anwendungspraktischen Zweck des "Handbuch des Bodenleben".
Eine Klassifizierung nach heutiger Taxonomie ist dafür nicht erforderlich.

Das war nötig, denn ich muß schon sagen: ganz schön chaotisch was da zu lesen ist, sowohl in den Tabellen selbst als auch bei der immer wieder unterschiedlichen Einteilung.
Siehe
viewtopic.php?f=30&t=420&p=1809)
viewtopic.php?f=31&t=243&sid=d6fad847236f6d05cedb12bede7e02a2#p2302

Damit wird eine konsistente Einteilung, ein besserer Überblick und Vergleich der Tafeln /Tabellen untereinander erreicht und es werden "Leerstellen" sichtbar, die natürlich Fragen aufwerfen.

Dann werden auch gleich noch Fehler beseitigt.

Organismengruppen / Lebensgruppen (wie die Francé zu sagen pflegen)

(1) Bakterien
(2) Algen
(3) Pilze
(4) Wimperntiere
(5) Flagellaten (Geißellinge)
(6) Amöben
(7) Rädertiere [mehrzellig]
(8) Nematoden [mehrzellig]
(9) Autochthone Mikroflora (Nannedaphon)
(10) Dauerformen, Vermehrungsformen (Cysten, Sporen, Konidien, Eier (Gameten, Zygoten) usw.)


Hier also meine neue Aufteilung der Tabelle zu Tafel 1

(Achtung: es wird ab jetzt ganz schön am Image gesägt)



(1) Bakterien

Silikatbakterien, Kolonien (z.B. welche ???)
Amylobakter / Amylobacter = stärkeabbauende Clostridien
(Amylobacter [von *amylo -, griech. baktron = Stab], veraltete Bezeichnung für stärkeabbauende Clostridien.
http://www.spektrum.de/lexikon/biologie ... acter/3167)
Azotobacter sp. auf und neben Grünalgen.
Mengen von Kokkenformen, die sich mit autochtoner Mikroflora mischen und scheinbar symbiotisch zusammenleben.
An Wurzelhaaren kleine Bakterienzooglöen

stäbchenförmigen Bodenbakterien bilden hie und da kleine Kolonien(+)
Knöllchenbakterien oder andere Stickstoff sammelnde Bakterien wie Azotobakter chroococcum (+)

(2) Algen

Blau-Algen:

Einzeln
keine Erwähnung

Einzellige Blaualgen .. als grüne Kokken(+)

Kolonien
keine Erwähnung

Fädig
Nostoc (6 - 8 Arten)
Nostoc musciforme (???) sehr viel
Nostoc sp., wahrscheinlich N.musciforme var. (???)
Oscillatoria aller mesoaproben und oligosaproben Arten.
Phormidium sp., teilweise sehr dünnfädige, unbekannte Formen.
Gloeotrichia echinulata ( http://www.spektrum.de/lexikon/biologie ... chia/28395 )

Grün-Algen:

Einzeln
Chlorococcum humicolum / chlorococcum humicola [2]
Schizochlamys sp. [3]

Kolonien
Gonium sp., das in den Kapillarien wirbelt.
Ankistrodesmus falcatus var.

Fädig
Ulotrix zonata und sp.
Cladophora glomerata,

grüne Miniaturalgen (+)
Auch die Grünalgen sind als Kokken und als Fadenalgen /Cladophora/ in die Kapillare eingedrungen.
Auch eine kleeblattartige Chlamydomonaszyste hat sich an deren Rand festgeheftet. (+)
Zooglöen jener winzigsten symbiotischen Algen (grün - blau ??) an den Wurzelspitzen (+)

Kiesel-Algen:

Synedra
Diatoma
Nitschia
Eunotia
Pinnularia
Navicula
überragend viele Formen, teils riesig, teils in winzigen Nestern.


(3) Pilze

Cladosporium
Actino-Bakterien (= Actinomyces+Hyphen) (Mikropilze des Bodens Ubiquisten Cladosporium und Actinomyceshyphen) (+)
tierfangende Pilzen (+)

(4) Wimperntiere Ciliaten

Aspidisca lynceus (auffällig viele ..)
(gibt es nur wenige oder viele Arten Wimperntiere ???) [1]

(5) Flagellaten

Bodo sp. in vielerlei Arten vertreten (sonst keine anderen Arten ???)
Algenschwärmer sp. sowohl auf den Blättern als im Humus: Tafel 16)

Winzige Kragenmonaden sitzen auf der Grünalge (+) = Craspedomonaden, choanoflagellates
http://choanoflagellates.lifedesks.org/pages/157

(6) Amöben

Nackt-Amöben: Rhizopoden:

Geococcus longispina.
Thecamöbe vesiculata

Amöba limax (+)

Schalen-Amöben:

unbekannte Formen von beschalten Bodenamöben
(keine bekanten Formen von beschalten Bodenamöben ???)

vier größere beschalte Amöben - Rhizipoden (+)
Diffluga tuberculata - große Diffluga, wahrscheinlich irgend eine Variation der häufigen Diffluga tuberculata.
bläuliche rechts darüber gehört zu einer sonst unbekannten Spezies.
Centropyxis sp.
Geococcus sp. - gestachelt

(7) Räderetiere Rotatorien

Großes Rotatorienei.
(keine lebenden Rädertiere ???) [1]

Die Rädertiere haben ein rotes Ei abgelagert. (+)
Rädertiere .. sind Räuber Aufspalter und Nutznießer von fremdem Plasma (+)

(8) Nematoden (mehrzellige Mikroorganismen)

keine Erwähnung ???

von einer Nematode steckt ein ovales Ei bläulich durchscheinend in der Bildmitte im Detritus. (+)

(9) Autochthone Mikroflora Nannedaphon

Die Kleinformen fast alle noch unbestimmt.

(10) Dauerformen, Vermehrungsformen Cysten, Sporen, Eier, Gameten, Zygoten, etc.

Zahllose Gameten und Zysten mit und ohne Öltropfen.

Bestreben zu Dauerformen (+)


Das Bodenleben überaus reich.

pH 7 - 8


(+) Aus Text hinzugefügt

[1]
"Selbstverständlich geschieht es immer wieder, daß von außen Faulstoffe oder Faulorganismen herangebracht werden. Aber hier setzen die ewigen Kräfte des Ausgleiches ein. Jedes Übermaß wird beseitigt, sei es durch auftretenden Nahrungsmangel, sei es durch Feinde, sei es durch plötzlich verschlechterte Lebensbedingungen. Wenn Diatomeen während ihres natürlichen Maximums in dicken Watten die Kapillaren verstopfen, so zeigen sich mit einmal Scharen von Ciliaten und Rotatorien, die gewaltig unter ihnen aufräumen. Die Ciliaten selber verschwinden, sie wandern ab, wenn das Schlaraffenland leergegessen ist. Die toten Diatomeenschalen am Grund bevölkern sich mit Lithobionten, welche die glatten Glaswände aufrauhen, ausdünnen und endlich völlig zersetzen. Alles wird von allen nutzbar gemacht.

Aber zu diesem Zweck ist es notwendig, daß auch alle vorhanden sind, nicht nur einzelne Gruppen, die sich dann disharmonisch vermehren und dadurch die Störung vergrößern."

[2], [3]
Gegenüber dem Originaltext korrigierter Name und Klassifizierung. Erläuterung später.

-


Ich nehme mal günstigerweise an, daß der Tabelle keine exakte Bestandsaufnahme einer konkreten Probe zugrunde liegt (auch wenn es im Text so steht: Bestandsaufnahme der exakten Beobachtungen aus Proben) sondern vielmehr eine beispielhafte Hervorhebung einzelner wichtiger Mikroorganismenarten, die "aus Erfahrung" für einen Boden unberührt vom Menschen charakteristisch sein sollen.



Was bleibt also noch von der Tabelle zu lernen ?

Wo die Natur noch unberührt vom Menschen wirken kann gibt es in der Erde Algen, Algen, Algen ..

So wie oberhalb der Erde ohne den Menschen Wälder, Wälder, Wälder ..

Also Pflanzen überall, ob groß oder mikro.


Außerdem:

In einem idealen Boden sind ALLE Organismengruppen / Lebensgruppen des Edaphon in einem harmonischen Verhältnis vertreten.

In Kulturböden gibt es eine disharmonische Verschiebung der Verhöltnisse bis zur völligen Abwesenheit von ganzen Organismengruppen / Lebensgruppen.


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BeitragVerfasst: Do 25. Sep 2014, 14:58 
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Was meinst Du denn genau mit Algen? Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Alge

Den größten Unterschied zwischen Naturboden und Industrieboden sehe ich darin, daß im Industrieboden viel mehr Bakterien sind (Fäulnisbakterien). Während im Naturboden die Verteilung der lebensaufbauenden und lebensabbauenden Organismen besser ist. Im Naturboden gibt es mehr Pilze. Und eben wesentlich mehr Wurzeln mitsamt Zuckerhülle. Und noch ein großer Unterschied: im Naturboden gibt es viel mehr von den wühlenden Makrolebewesen. Wie Raoul ja immer hervorhob, kann deren Wühlarbeit gar nicht hoch genug geschätzt werden. Erst sie ermöglichen die unterirdischen mikroskopisch-kleinen Flüsse und Seen, in denen Süßwasseralgen Photosynthese im trüben Licht betreiben.


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