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BeitragVerfasst: Di 7. Sep 2010, 09:54 
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Registriert: Di 7. Sep 2010, 09:05
Beiträge: 10
Seite 38, 2. Absatz, Zitat:
'Aber die Bedürfnisse des Menschen sind nicht die Bedürfnisse des
Bodens. Der Boden braucht weder Amalgame noch andere Legierungen. Er
kann mit festen Substanzen nur dann etwas anfangen, wenn sie entweder
feinstzermahlener Staub oder aber wässerige Lösungen sind.'


Hm... mit Bernhard's/Zaunreiters Vorstellung des Erdisierens, alles durch den Fleischwolf zu drehen und dann dem Beet/Acker/Fläche zurückzuführen hatte ich bisher meine liebe Not. Behandelte/zerkleinerte Nahrung hat für Mensch und Tier eine andere Wirkung als unbehandelte oder kaum zerkleinerte. Ist das denn bei den Bodenlebewesen auch so?

Die Wirkung von wässrigen Lösungen in Form von Kräutertees bei Pflanzen und Boden konnte ich schon selbst beobachten. Sind mit festen Substanzen auch unsere 'Gemüsereste' gemeint? Feinzermahlen geschieht die augenscheinliche Zersetzung schneller, aber schneller ist ja nicht immer gleich besser. Braucht es als Vorverdauung nicht der Fäulnisbakterien? Wer mag schon den dabei entstehenden Geruch... hm....

Was passiert denn mit feinstzermahlem Staub im Boden?

(Fragen über Fragen und ich bin von 700 Seiten erst auf der 38. Seite :roll: )

LG Windlieb


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BeitragVerfasst: Di 7. Sep 2010, 11:16 
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Registriert: Mi 4. Aug 2010, 22:54
Beiträge: 66
Das 1. Kapitlel "Wie wird Humus" beschert mir in ein faszienierendes von großer Sachkenntnis geformtes Kaleidoskop von Bildern zur Entstehungsgeschichte und Entwicklungsbedingungen von Humus, der selbst als Kohle und Erdöl die Grundlage der Existenz unserer Zivilisation darstellt.

@Windlieb: Herzlich willkommen im Forum.

Mit erdisieren erreiche ich eine bessere Bodenhaftung und gleichzeitige Besiedelung der Pflanzenteile mit den entsprechenden Organismen. Voraussetzung für eine gute Verdauung ist Schattengare, das heißt ein ausreichend feuchter und aktiver Boden. Der Appetit ist im Frühjahr und jetzt dann im Herbst am Größten.

Was mir das erste Kapitel praktisch zeigt: Die Mischung machts, in einem innigen Gemenge stellt sich leichter ein ausgeglichenes Milieu ein. Immer der Nase nach - Humus muß in keiner Phase seiner Entstehung faulen, stinken, safteln.


Herzliche Grüße Mannfred


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BeitragVerfasst: Di 7. Sep 2010, 20:31 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1228
Windlieb hat geschrieben:
Braucht es als Vorverdauung nicht der Fäulnisbakterien?

Ich meine gelesen/gehört zu haben, daß Annie auch Bakterien aus dem Faulschlamm geangelt hat für ihre Kompost-Beimpfung.

Wenn mir die Quelle wieder in die Quere kommt, werde ich sie hier notieren.

So viel zu lesen und zu denken !


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BeitragVerfasst: Mi 8. Sep 2010, 15:31 
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Registriert: Mo 2. Aug 2010, 22:34
Beiträge: 32
Wohnort: Italien für einige Monate, dann bin ich nicht online, komme aber wieder
Aus S. 9, 10, 11
Zitat:
… Was den Humus anlangt, so hat man ihn, wie schon gesagt, mit ganzen Scharen von Göttern umgeben, die aber alle nur eine Aufgabe haben. Sie sollen ihn schützen und erhalten. Oder wenigstens das mit göttlichem Segen kräftigen, was der jeweils Gläubige zu diesem Zweck unternahm.


… Es gibt keine Rezepte aus der Frühzeit der Menschheit, wie Humus zu bilden oder zu erhalten sei. Man nahm ihn als etwas Gegebenes, als etwas, das im Oberflusse vorhanden war, als etwas, um das man sich nicht zu bemühen brauchte. So ist es Jahrtausende durch geblieben: Gläubigkeit und Unkenntnis. Genau besehen, haben die Humusgötter also dem Humus wenig genützt.


… Denn Humus ist die Basis unseres irdischen Lebens, er ist buchstäblich sein Anfang und sein Ende, er entsteht durch Leben, und Leben entsteht durch ihn. Er ist der vielfältigste, verworrenste, erstaunlichste, weiseste und zugleich primitivste Ausgleich zwischen den unzähligen Gestaltungen und den noch unzähligeren Bedürfnissen des Lebens.


umso wunderbarer, dass wir alle hier sind und uns jetzt mehr und mehr in dieses Thema Humus zusammen einarbeiten -DANKE EUCH ALLEN.

Rainbowheart

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BeitragVerfasst: Mi 8. Sep 2010, 16:01 
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Registriert: Di 7. Sep 2010, 09:05
Beiträge: 10
@ Mannfred
Danke für das Willkommen heißen. :mrgreen:

Fäulnisbakterien schließen die Mineralien ja für den Bodenlebewesen auf. Das können sie ja mit Sicherheit auch in dem Fleischwolfgedrehtem mit Erde vermischten. Riechen tut es ja eigentlich erst, wenn etwas krank wird, kippt oder im Haufen aufgeschichtet wird, auch von der Luft abgeschlossen ist.
Inzwischen habe ich mir überlegt, dass ich einen Tiger nicht mit Brei füttern würde, ein Baby hingegen schon, warum also Lebewesen die so klein sind, dass ich sie nur unter dem Mikroskop sehen kann, nicht mit feinstem Brei? :lol: Von daher könnte Anne doch recht haben, dass nur feinstgemahlenes oder wässrig dem Boden zu Nutze kommt!?

@ Winfried
Das meiste sind ja Algen im Humus (?), wenn ich wegen der Aufhäufung mehr davon bräuchte, bietet sich ja der Teich geradezu an, um diese zu vermehren!? Interessant wäre hier zu wissen, ob das nur auf einem Komposthaufen Sinn macht oder das auch in der Flächenverteilung klappt.

Weiß jemand mehr dazu?

@ Rainbowheart
jaaaa genau. Beim Lesen dieses Kapitels ging mir die ganze Zeit folgende Frage durch den Kopf: Was um Himmelswillen bildet sich der Mensch ein, dass er glaubt in dieses komplexe Geschehen schadlos nach Gutdünken mit allen Mitteln eingreifen zu dürfen? Das war doch nicht immer so, diese egoistisch-arrogante Haltung hielt wann Einzug? Ich habe sowieso schon dreimal überlegt, was in die mir anvertraute Erde kommt, nach dieser Literatur erhöhe ich locker auf dreizig. :roll:

Ich bin auch sehr froh, mit Eurer Hilfe vielleicht die richtige Mischung für das vielfältige Leben zu finden,
LG Windlieb


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BeitragVerfasst: Do 9. Sep 2010, 11:57 
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Registriert: Mo 2. Aug 2010, 22:34
Beiträge: 32
Wohnort: Italien für einige Monate, dann bin ich nicht online, komme aber wieder
Es geht um diese irdischen „Elemente“:
… Diese vierzehn Stoffe sind: Kieselsäure, Kalk, Kohlensäure, Tonerde, Kali, Natron, Phosphorsäure, Schwefelsäure, Chlor, Magnesia, Eisenoxydul, Eisenoxyd, Mangandioxyd. Das sind dreizehn. Der vierzehnte heißt -Wasser….

Wohl aber kann man daraus schließen, daß auch die Erde als selbständiger Körper nicht stabil ist. Das zu wissen, ist sehr wichtig. Man begeht immer wieder den großen und nicht wieder gutzumachenden Irrtum, daß man in die Rechnung des materiellen Seins unser Gestirn als etwas Dauerndes einstellt. Alles in allem ist jedoch nichts an ihm dauernd, außer einem ununterbrochenen Wechsel von Verbindungen der vorhandenen Stoffe, der Zerreißung eben geschlossener Verbindungen und der Bildung neuer, anders gearteter Verbindungen. Das ist so allgemein und selbstverständlich, daß man ein ungeheures Aufhebens von den wenigen Stoffen macht, die bei diesem Narrentanz des ewigen Wechsels der irdischen Stoffe nicht mittun. Durch die Jahrtausende widerhallt der Ruhm von Gold, Silber, Platin, jetzt auch des Heliumgases, nur darum, weil sie sich in ihrem Aufbau nicht ständig verändern. Jedermann hat von ihnen gehört, während ich besagten „Jedermann" nicht ohne weiteres fragen möchte, was Phosphorsäure, Chlor oder Mangandioxyd ist.
Nun sind die "stabilen", die nicht verbindbaren Stoffe nicht nur wenig zahlreich, sondern auch gering an Masse. Möglicherweise muß man sie einfach als einen sauerstoffeindlichen, tellurischen Sonderfall ansehen. Wenn der Mensch nicht danach gieren würde, Unveränderbares aufzuspeichern, weil sein vergänglicher Besitz sich dann in einen Stoff umwandelt, der weder von Säuren, noch vom Feuer, noch von der Verwesung zerstört werden kann, so wären die Edelmetalle für das Leben praktisch wertlos. Sie würden allmählich zerschrotet und zersiebt werden, bis das Meerwasser sie dann endlich völlig auflöst. Es enthält ja ohnedies z. B. Gold in so feiner Zer¬stäubung, daß man immer wieder daran denkt, es ihm mit verschiedenen Mitteln - zuletzt sprach man von Elektrolyse - zu entreißen.
Mit dem Leben aber haben nur die wandelbaren Stoffe zu tun. Denn das Leben ist das Wandelbarste vom Wandelbaren.


Mir gefällt das sehr gut, dass das Buch uns immer wieder zurückbringt
"auf den Boden der Tatsachen"!!!

Rainbowheart

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BeitragVerfasst: Mo 13. Sep 2010, 14:48 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 600
Windlieb hat geschrieben:
Fäulnisbakterien schließen die Mineralien ja für den Bodenlebewesen auf.


So? Ist das tatsächlich so?

Mein Wissensstand ist, daß es die Lithobionten, die Steinbeißer, sind, welche die Mineralien für die Mikroben aufschließen.
Alle anderen Bodenbewohner ernähren sich nur von anderen Lebewesen und können reine Minerale nicht verwerten.

Viele Grüße
Bernhard


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